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Flugkünstler Federmaus Unterhaltung und Orientierung per Ultraschall

Von wegen Blutsauger! In Deutschland gibt es ungefähr dreißig verschiedene Fledermausarten, auf der ganzen Welt sind es über 1.000. Alle heimischen Arten ernähren sich von Insekten oder Früchten - und nicht von Blut. Nur drei Fledermausarten trinken tatsächlich Blut: Sie leben alle in Mittel- und Südamerika.

Von: Börnie Schulz, Isabelle Auerbach und Anja Scheifinger

Stand: 05.05.2022

 Wasserfledermaus | Bild: dpa-Bildfunk

Fledermäuse haben ein kräftiges Gebiss und spitze Zähne - wie ein Vampir. Doch nur drei Arten saugen wirklich Blut.

Fledermäuse sind Säugetiere, obwohl sie fliegen können. Sie haben also weder Federn noch Schnabel, sie legen keine Eier, sondern sie haben Zähne, Fell und ihre Flügel sind mit Haut bespannt. Fledermäuse fliegen vor allem nachts, deswegen haben sie eine ganz besondere Art, sich zu orientieren und zu verständigen: Genau wie Delfine "sehen" sie mit Hilfe von Echoortung, wie es um sie herum aussieht.

Was sind Schallwellen und Ultraschallwellen?

Alle Töne und Geräusche dringen über Schallwellen in unsere Ohren. Diese Wellen können wir weder schmecken noch riechen noch sehen. Trotzdem schwirren sie immer und überall um uns herum. Schallwellen breiten sich durch die Luft aus und drücken Teile der Luft weg. Diese Schwingungen fängt unsere Ohrmuschel auf und leitet sie zum Trommelfell weiter. Es gibt dabei ganz unterschiedliche Arten von Schallwellen: tiefe und hohe. Die ganz hohen heißen Ultraschallwellen. Mit unseren Ohren können wir sie nur begrenzt wahrnehmen. Das Gehör von Fledermäusen, Walen oder Delfinen ist dagegen darauf "gepolt".

Echoortung mit Ultraschall

Die Orientierung der Fledermäuse per Ultraschall funktioniert so ähnlich wie das Echo in den Bergen: Beim Fliegen stoßen sie Ultraschallwellen aus, die von allen Dingen, die um sie herum sind, zurückgeworfen werden. Der Schall, der zurückkommt, sagt den Fledermäusen nicht nur, dass da etwas ist, sondern auch, was da genau ist. Sie wissen also, ob sich vor ihnen eine Wand befindet oder ein Baum oder ob die Bahn frei ist. Diese Echoortung funktioniert so gut, dass die Tiere sogar ein Insekt im Flug orten und dabei erkennen können, wie schnell das Insekt fliegt. Wenn die Fledermäuse schnelle kurze Töne aussenden, helfen diese Echoortungsrufe den Tieren bei der Orientierung. Längere Töne dienen dazu, sich zu unterhalten. Zum Beispiel sagen die Tiere damit: "Weg da, das ist mein Revier!" Diese Sozialrufe können wir mit besonders guten Ohren manchmal auch hören.

Ähnlich wie die Zugvögel können Fledermäuse zusätzlich die Linien des Erdmagnetfelds wahrnehmen und sich auf ihren langen Flügen so orientieren.

Lautlöse Jäger - Fledermäuse aus aller Welt

Schlafen - mit dem Kopf nach unten!

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Kacken und pieseln - das tun Fledermäuse also nur im Flug, nicht wenn sie schlafen, denn sonst würden sie sich ja selbst auf das Fell machen und das wollen auch Fledermäuse nicht. Fledermäuse halten im Winter übrigens Winterschlaf. Dazu verstecken sie sich in tiefen Höhlen oder Gängen und hängen sich an die Decke, wo sie dann einschlafen. Im Sommer ziehen sie in Baumhöhlen oder Speicher, wo sie dann tagsüber schlafen und nachts jagen. Die Krallen der Fledermäuse sind so beschaffen, dass sie fest zuschnappen, ohne dass die Tiere einen Muskel anspannen müssen. Das heißt, auch im Schlaf fallen sie nicht runter. Selbst wenn sie sterben, bleiben sie automatisch an der Decke hängen.

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