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Tiere im Winter Tarnen, wärmen, schlafen

Der Winter ist für viele Tiere zu kalt bei zu wenig Futter, sie schlafen oder ruhen, um Energie zu sparen. Doch nicht alle Tiere, die im Winter schlafen, halten Winterschlaf. Wir erklären euch die Unterschiede von Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre. Auch bei großer Hitze nutzen übrigens einige Tiere diesen Trick, um sich zu schützen, sie halten dann Sommerschlaf!

Von: Olga-Louise Dommel, Anja Mösing, Silke Schmidt-Thrö, Börni Schulz, Simone Wichert, Veronika Baum

Stand: 24.02.2021

Eichhörnchen im Schnee. | Bild: picture-alliance/dpa

Winterschlaf

Winterschlaf bedeutet nicht Tiefschlaf: Auch ein Igel wacht ab und zu auf - zum Beispiel, wenn er mal muss ...

Echte Winterschläfer wie Murmeltiere, Fledermäuse, Igel, Siebenschläfer oder Hamster verschlafen einfach die kalte Jahreszeit an frostgeschützten Plätzen, zum Beispiel in Höhlen oder Baumhöhlen. Dafür haben sie im Herbst viel gefressen und sich ein Fettpolster zugelegt. Im Winter müssen sie sehr sparsam damit umgehen, weil es unter Umständen für mehrere Monate reichen muss.

Vorsicht Winterschläfer!

Wer in den Wintermonaten einen tierischen Schläfer entdeckt, sollte ihn nicht stören und schon gar nicht ins Warme tragen. Aufwachen bedeutet immer Aufwärmen und kostet viel Energie, die für die Tiere in dieser Zeit sehr kostbar ist. Wo sollten die zur Unzeit geweckten Tiere außerdem Futter finden?

Winterschläfer senken ihre Körpertemperatur bis auf wenige Grad ab und setzen alle Lebensfunktionen auf Sparflamme: Ihr Herz schlägt nicht mehr so oft und sie atmen auch nur noch ganz selten, manchmal sogar minutenlang nicht. Sollte es allerdings sehr kalt werden, können sie mit Energie aus ihrem Fettpolster ihre Körpertemperatur konstant über null Grad halten.

Halten alle Wildtiere an Weihnachten schon Winterschlaf? Welche Tiere könnten im Stall beim Jesuskind vorbeischauen? radioMikro-Reporterin Veronika Baum hat Förster Gerrith Hinner getroffen.

Winterruhe

Eichhörnchen unterbrechen ihre Winterruhe, um in ihren Verstecken nach Vorräten zu suchen.

Eichhörnchen, Dachs, Waschbär und Braunbär halten Winterruhe. Dabei wird die Körpertemperatur nicht abgesenkt und die Schlafphasen sind auch viel kürzer als bei einem Tier im Winterschlaf. Die Tiere wachen öfter auf, manchmal schon nach wenigen Tagen, manchmal auch erst nach ein bis zwei Wochen. Sie wechseln dann die Schlafposition oder fressen etwas.

Zwar haben sich auch die Winterruher im Herbst schon ein Fettpolster angefressen, zusätzlich haben sich manche aber noch einen Futtervorrat angelegt. Eichhörnchen beispielsweise haben meist irgendwo Eicheln und Nüsse vergraben.

Winterstarre

Von Schlangen - wie dieser Hornotter - fehlt im Winter jede Spur: Sie fallen in Kältestarre.

Fische, Frösche, Eidechsen, Schildkröten und Insekten fallen im Winter in Kältestarre oder Winterstarre. Das heißt: Diese Tiere werden bei Kälte stocksteif. Sie atmen kaum und auch ihr Herz schlägt nur alle paar Minuten. In ihrem Körper haben sie allerdings eine Art Frostschutzmittel - ähnlich dem Mittel, das in der Scheibenwaschanlage eines Autos verhindert, dass das Wasser gefriert. Sie pumpen es in ihren Stoffkreislauf und können so nicht erfrieren.

Welche Tiere brauchen im Winter Hilfe?

Wer im Winter Wildtiere im Wald oder im Garten beobachtet, möchte ihnen vielleicht in dieser ungemütliche Jahreszeit gerne helfen. Wie und wann soll man ihnen dann helfen? Silke Schmidt-Thrö hat Tipps gesammelt.

Sommerschlaf - Schlafen, weil es zu heiß ist

So wie es Winterschläfer gibt, die sich vor der Kälte durch Schlaf schützen, gibt es auch Sommerschläfer. Die fallen in eine Art Schlaf, wenn es heiß ist und zugleich sehr trocken. Das ist vor allem in tropischen Gegenden der Fall und in der Wüste. Wenn es also lange nicht geregnet hat und die Hitze zu stark wird, gibt es Tiere, die sich in die kühle Erde zurückziehen und auf bessere Zeiten warten.

Wenn es einer Weinbergschnecke im Sommer zu heiß wird, heißt es für sie: Rein ins Haus und Deckel drauf!

Das sind vor allem Reptilien wie Schlangen, Schildkröten und Echsen. Die buddeln sich in den Sand oder kriechen in Höhlen. Ihre Körpertemperatur können die wechselwarmen Tiere aber nicht absenken. Sie bleiben immer so warm wie ihre Umgebung. Aber jetzt hat man herausgefunden, das sogar der Maki, ein kleiner Affe (also ein Säugetier wie wir), wenn es ihm zu heiß wird, einen Sommerschlaf hält. Und selbst bei uns in Deutschland gibt es einen Sommerschläfer: die Weinbergschnecke. Sie zieht sich in ihr Haus zurück und verschließt es mit einem Häutchen aus Kalk.


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