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Ab in den Urlaub! Wer hat eigentlich die Ferien erfunden?

Hurra, Ferien! Manche Kinder packen mit ihren Familien schon am letzten Schultag die Koffer und dann geht es in den Urlaub - endlich! Für uns ist so eine Pause, in der die Kinder nicht in die Schule und die Eltern nicht in die Arbeit gehen müssen, das Normalste auf der Welt. Vor 100 Jahren war das noch ganz anders.

Von: Kathrin Reikowski und Veronika Baum

Stand: 29.07.2022

Eine glückliche Familie mit Vater, Mutter und zwei Töchtern sitzt mit ihren Koffern im Kofferaum eines Autos. | Bild: colourbox.com

Ohne Schule keine Ferien

Auch wenn du es vielleicht anders siehst: Kinder dürfen noch gar nicht so lange zur Schule gehen. Auch in Deutschland mussten Kinder früher arbeiten - sogar in Fabriken oder Bergwerken. Erst im Jahr 1839 wurde Kinderarbeit verboten und nach und nach die Schulpflicht eingeführt. Seitdem konnten immer mehr Kinder in die Schule gehen - und hatten damit auch Ferien.

Früher waren Ferien Arbeitsferien

Früher mussten Kinder bei der Ernte helfen. Heute kommen viele Erntehelfer für diese Zeit zum Beispiel aus Osteuropa zu uns.

Ihre Ferien waren aber trotzdem noch lange keine freie Zeit, in der man in den Urlaub fahren oder Oma und Opa besuchen konnte: Kinder mussten in der Landwirtschaft mitarbeiten - Getreide säen, Rüben ernten, Stall ausmisten. Weil im Sommer am meisten auf den Feldern zu tun war, gab es auch dann schulfrei: zum Arbeiten! Und die Sommerferien hießen auch nicht Sommerferien, sondern Getreideferien! Im Herbst gab es keine Herbstferien, sondern Kartoffelferien.

Auch Markttage waren schulfei

Das Angebot der Münchner Auer Dult mit dem Nebeneinander von Verkaufsständen und Vergnügungen erinnert noch an die Idee der Jahrmärkte.

Mehrmals im Jahr gab es große Märkte - Jahrmärkte, auf denen man auch Vieh und Maschinen und andere Geräte kaufte und auf denen es auch einige Vergnügungen gab. Rund um diese Märkte gab es dann auch nochmal ein paar Tage schulfrei, nicht nur im Frühjahr, sondern auch zum Beispiel zum Michaeli-Markt im September. Dann machten sich alle schick für den Markt, kauften und verkauften - und feierten mit gutem Essen.

Ferien heute: Wie viele Tage sind schulfrei?

Ferien und Urlaub sind also eine relativ neue "Erfindung". Seit 1964 ist es in Deutschland festgelegt, dass es pro Schuljahr 75 schulfreie Tage geben muss - das sind etwa 15 Wochen. Sechs Wochen fallen in den Sommer – zur Erholung! Wann genau welches Bundesland in Deutschland in Ferien geht, stimmen sie untereinander ab - immer für fünf bis sieben Jahre im Voraus.

Ferien international: Welches Land hat die längsten Ferien?

Wie lange haben Lehrkräfte Ferien?

Übrigens: Lehrerinnen und Lehrer haben gar nicht sechs Wochen Sommerferien, wie man immer meint. Sie sollen ihre schulfreie Zeit auch für Fortbildungen nutzen - und spätestens in der letzten Ferienwoche sind alle Lehrer wieder in der Schule, und bereiten den Unterricht fürs nächste Schuljahr vor.


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