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Carl Maria von Weber Der Komponist des "Freischütz"

Als Meisterwerk des Komponisten Carl Maria von Weber gilt seine romantische Oper "Der Freischütz". Weniger bekannt ist, dass auch die Einführung des Taktstocks und die bis heute gültige Sitzordnung des Orchesters seine Ideen sind.

Von: Kristina Dumas

Stand: 17.09.2019 | Archiv

Ob ihm sein Vater und seine Halbbrüder gleich nach der Geburt etwas vorgegeigt haben?! Carl Maria von Weber kommt an einem kalten, verschneiten Novembertag im Jahr 1786 zur Welt. Im Hause der Webers geht es immer recht musikalisch zu. Carl Marias Vater ist selbst Musiker, übt aber in seinem Leben die unterschiedlichsten Berufe aus. So gründet er mit seiner Frau, einer guten Sängerin, ein Wandertheater. Der kleine Carl Maria ist also viel unterwegs! 

Ein zweiter Mozart?!

Lebensdaten

Carl Maria von Weber wurde am 18. oder 19. November 1786 in Eutin geboren. Sicher ist nur, dass er am 20. November 1786 getauft wurde. Sein zweiter Name "Maria" ist übrigens erst in späteren Jahren belegt. Er starb am 5. Juni 1826 in London. 1844 überführte man den Sarg nach Dresden.

Carl Marias Vater ist Musik wichtig. Den ersten Musikunterricht erhält Carl Maria von seinem Vater und seinem Halbbruder Fridolin, der ihn gerne auch mal ärgert und ihn ziemlich schnell zurechtweist: "Carl, du kannst vielleicht alles werden, aber ein Musiker wirst du nimmermehr!" Vielleicht spricht hier auch die Eifersucht des älteren Bruders, denn aus Carl Maria soll ein musikalisches Wunderkind werden – so hat es sich auf jeden Fall der Papa in den Kopf gesetzt. Schließlich gibt es in der Familie ein großes Vorbild: Carl Maria von Webers Cousine Konstanze ist seit 1782 mit keinem geringeren als Wolfgang Amadeus Mozart verheiratet. Doch die großen Erfolge bleiben zunächst aus. Da hat der Vater die Idee, aus Carl Maria einen bildenden Künstler zu machen, der zeichnet und malt. Armes Kind ...

Zum Glück erhält Carl Maria mit zehn Jahren endlich ordentlichen Musikunterricht. Der Lehrer erkennt das große Talent seines Schülers und bringt ihm Klavierspielen bei. Bereits mit zwölf Jahren komponiert Carl Maria sechs Fughetten, die mit Begeisterung abgedruckt werden. Jetzt eröffnet der ehrgeizige Vater in Freiburg eine eigene Werkstatt für Notendruck. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und verkündet, dass bald die erste Oper seines Sohnes aufgeführt werden soll. Um mehr angeben zu können, macht er ihn gleich noch ein Jahr jünger: 13 statt 14 Jahre sei er alt, behauptet der Vater! 

Schluss mit dem Kuddelmuddel im Orchester!

Mit 17 Jahren geht Carl Maria von Weber endlich ohne seinen Vater eigene Wege. Zunächst nach Wien. Er singt, das Komponieren macht ihm Freude und schon bald sprudeln eigene Stücke nur so aus ihm heraus! Ein Jahr später wird er Kapellmeister in Breslau. Er hat viel Energie und besonders wütend wird er, wenn Sänger schlecht singen oder Musiker falsch spielen.

Entsetzt ist Carl Maria von Weber über das Kuddelmuddel im Orchester: Wer sitzt denn hier wo? Zuallererst schafft er also Ordnung. Er führt eine (bis heute gültige) Orchestersitzordnung ein: Die lauten Instrumente wie Pauken und Blechbläser sitzen von nun an hinten, die Streichinstrumente holt er nach vorne. Und er stellt klare Regeln auf, wie eine Orchesterprobe abläuft. Zunächst gibt es Soloproben mit den Sängern und erst dann Proben mit dem gesamten Ensemble. Auch die Einführung des Taktstocks ist Webers Idee: Bislang waren die meisten Dirigenten am Klavier gesessen und hatten nur bei besonders schwierigen Stellen den Takt mit der Hand gezeigt. Carl Maria von Weber reicht das nicht und er beginnt, immer mit dem Taktstock zu dirigieren.

Heute kennt man Carl Maria von Weber vor allem als Begründer der deutschen, romantischen Oper. Als sein Meisterwerk gilt die Oper "Der Freischütz". Carl Maria von Weber hat aber auch viele Konzerte, Kammer- und Klaviermusiken geschrieben. Kurz nach der Uraufführung seiner Oper "Oberon" stirbt er am 5. Juni 1826 in London


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