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Autobahn Eine Straße nur für Autos

Vor ungefähr neunzigJahren wurde die erste Autobahn Deutschlands eröffnet. Am Anfang des vorigen Jahrhunderts stieg die Zahl der Autos in Deutschland ziemlich schnell an - nur waren damals die Staßen noch gar nicht für Autos gebaut. Das änderte sich ab den 1920er Jahren

Von: Nicole König und Simone Wichert

Stand: 01.09.2021

Autobahnkreuz Wesseling 1932. | Bild: picture-alliance/dpa

Ungefähr neunzig Jahre ist es her: Im Jahr 1932 eröffnete Konrad Adenauer die erste Autobahn Deutschlands. Adenauer war damals Oberbürgermeister von Köln und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Die allererste Autobahn war 20 Kilometer lang und zwölf Meter breit und führte von Köln nach Bonn. Weil Adenauer gerne schnell unterwegs war, wie es heißt, wurde diese Strecke bereits auf eine Spitzengeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde ausgelegt - und das, obwohl die Autos damals gerade 60 km/h schafften. Doch Adenauer war sich sicher: "So werden die Straßen der Zukunft aussehen" - und er behielt Recht.

Nur Autos erlaubt

Am Anfang des vorigen Jahrhunderts stieg die Zahl der Autos in Deutschland ziemlich schnell an. 1925 waren es rund 250.000 - das ist sehr wenig im Vergleich zu heute. Aber damals waren die Straßen noch überhaupt nicht für Autos gebaut. Die alte Landstraße zwischen Köln und Bonn war die am stärksten befahrene Straße im ganzen Deutschen Reich. Es gab viele Unfälle und Tote, weil sich Fußgänger, Autos, Radler und Tiere, die auf der Straße getrieben wurden, ständig in die Quere kamen. Deswegen ließ Adenauer eine Straße bauen, auf der nur Autos erlaubt waren und die für jede Richtung eine Fahrspur hatte.

Die erste Autobahn Deutschlands zwischen Köln und Bonn

Erfunden hat Konrad Adenauer die Autobahn allerdings nicht. In den USA gab es vorher schon Schnellstraßen mit vier Spuren und einem Trennstreifen in der Mitte. Auch in Deutschland hatte man bereits 1921 die Idee gehabt, eine Straße zu bauen, auf der begeistere Autofahrer ihre "Rennwagen" ausprobieren konnten ohne auf den Gegenverkehr achten zu müssen.

Straßenpflaster der Via Appia aus dem Jahr 312 n. Chr.

Der eigentliche "Autobahn"-Erfinder war der römische Kaiser Claudius - obwohl es im alten Rom natürlich noch gar keine Autos gab. Im 1. Jahrhundert nach Christus ließ Claudius zwischen Rom und der Hafenstadt Ostia die wahrscheinlich erste Straße der Welt bauen, die eigene Fahrspuren für jede Richtung besaß: die Via Appia. Fußgänger, Kutschen, Reiter, Ochsen- und Eselskarren waren hier unterwegs. Alles viel beschaulicher als heute auf der Autobahn.

Fahren ohne Tempolimit

Heute gibt es in Deutschland fast 13.000 Kilometer Autobahn. Auf rund zwei Dritteln dieser Strecke, also auf 8.400 Kilometern, kann man so schnell fahren, wie man will. Das ist was richtig Besonderes, denn in den meisten Ländern der Welt gibt es auf den Autobahnen ein Tempolimit von 120 oder 130 Stundenkilometern.

Wenn ein Autohersteller in den USA zeigen möchte, dass ein Auto besonders schnell ist, dann sagt er, es sei "Autobahn tested". Das heißt, es könnte auf einer deutschen Autobahn mit bis zu 250 Stundenkilometern davonbrausen. In den USA könnte das Auto natürlich genauso schnell düsen, aber der Fahrer wäre dann seinen Führerschein los. Viele Leute fänden allerdings auch auf unseren Autobahnen eine Geschwindigkeitsbegrenzung gut. Die hat sich bei uns trotzdem noch nicht durchgesetzt.

Der Autobahn-Check

Checker Tobi ist mit Markus von der Autobahndirektion unterwegs, um herauszufinden, wie in Deutschland eine Autobahn gebaut wird.


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