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Ampel Vom "Eisernen Schutzmann" und Ampelmännchen

Rot: Stopp! Anhalten! Gelb: Achtung! Gleich geht’s weiter! Grün: Los! Weiterfahren! Was die einzelnen Farben bedeuten, weiß heutzutage jeder. Aber Ampeln gibt es ja auch schon seit rund einhundert Jahren.

Von: Simone Wichert

Stand: 23.10.2017

Ganz früher, als nur Pferdekutschen und Ochsenkarren auf den Straßen herumfuhren, brauchte man den Verkehr noch nicht zu regeln. Aber als Anfang 1900 immer mehr Kutschen, Karren, Fahrräder, Autos und sogar LKWs auf den Straßen unterwegs waren, konnte es an Kreuzungen schon mal zum Chaos kommen. Deswegen standen dort Verkehrspolizisten, die Schutzmänner, und zeigten mit Handzeichen, wer fahren darf und wer stehen bleiben muss.

Maschine statt Mensch

Im Jahr 1914 gab es in Deutschland schon 55.000 Autos und 9.000 LKWs! Stundenlanger Dienst als Verkehrspolizist mitten auf der Kreuzung bei Wind und Wetter war wirklich kein Vergnügen und deshalb wollte man dafür eine Maschine erfinden, die diese Arbeit übernimmt.

Ampel mit Gas

Die allererste Ampel war ein Gaslicht. Sie wurde 1868 in London aufgestellt. Leider ist sie schon kurze Zeit später explodiert und man hat keine weiteren Ampeln mit Gas mehr gebaut.

In München am Odeonsplatz wurde 1927 der "Eiserne Schutzmann" aufgestellt. Das war eine Figur aus Blech, die wie ein Verkehrspolizist aussah und die Arme ausgebreitet hatte. Sie wurde immer in die entsprechende Richtung gedreht. Auch sie musste von einem Verkehrspolizisten bedient werden, der stand aber nun an der Seite der Kreuzung in einer kleinen Kabine und hatte so wenigstens ein Dach überm Kopf. Von dort aus hat er über Hebel den Eisernen Schutzmann mechanisch gesteuert.

Elektrische Ampeln

In verschiedenen Städten gab es aber schon die moderneren elektrischen Ampeln: Die erste mit rotem und grünem Licht leuchtete seit 1914 in der amerikanischen Stadt Cleveland; Ampeln mit drei Lichtern gab es seit 1920 in New York und Detroit. Und 1922 wurden solche Ampeln auch in Europa aufgestellt: in Paris und in Hamburg.

1927 bekam München die erste elektrische Ampel: Sie hing über der Kreuzung am Bahnhofvorplatz und funktionierte mit Farbplatten, die angestrahlt wurden. Und damit die Menschen auch wissen sollten, was das Kästchen mit den verschiedenen Farben über der Kreuzung eigentlich bedeutet, wurde in der Zeitung ein Merkvers abgedruckt - er steht hier links.

Münchner Neueste Nachrichten am 15. Juli 1927:

Erscheint vor die die Farbe rot,
dann wirst du von Gefahr bedroht.
Musst warten, wenn’s auch sehr pressiert,
bis wieder frei die Fahrbahn wird.
Solange flammt das gelbe Licht,
ist die Geschichte sauber nicht.
Doch wenn es leuchtet hoffnungsgrün,
dann überschreit die Straße schön,
weil vorschriftsmäßig keiner dann
dich überfahren darf und kann.

Die moderne Ampel denkt mit

Moderne Ampeln heutzutage können viel mehr als nur in drei Farben leuchten: Es sind oft ganze Ampelanlagen, die über unterirdische Kabel miteinander und mit Computern verbunden sind. Diese Computer sind in kleinen grauen Kästen irgendwo an der Seite der Kreuzung versteckt. Sie steuern die einzelnen Ampeln über Kabel in den Masten direkt an und schalten die Lichter ein oder aus.

Berufsverkehr in München

Ampeln können auch miteinander "sprechen". Falls eine Ampel kaputt ist, weil zum Beispiel jemand dagegengefahren ist, schaltet der Computer an dieser Kreuzung die ganze Ampelanlage aus oder lässt das gelbe Warnlicht blinken, so dass kein Verkehrsteilnehmer gefährdet ist.

Ampeln können berechnen, dass ein Fußgänger gerade den Knopf an der Ampel gedrückt und damit signalisiert hat, dass er über die Straße möchte, oder dass sich ein Bus oder eine Straßenbahn an der Ampel per Funk angemeldet hat. Die Ampel kann dann früher auf grün schalten.

Auf Knopfdruck grünes Licht!

Und Ampeln liefern auch Daten aus dem Verkehr: Wie viele Autos fahren gerade über die Kreuzung oder entsteht irgendwo ein Stau ... Diese Daten gehen an Verkehrszentralen, von wo aus man die Ampeln direkt steuern kann.


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