Wissen


81

Weltbevölkerung wächst sekundenschnell Über 7,55 Milliarden Menschen auf der Welt

Über 7,55 Milliarden Menschen bevölkern derzeit die Erde. Und in jeder Sekunde werden es mehr. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte die Weltbevölkerung mehr als elf Milliarden betragen. Aber das Wachstum ist nicht mehr ungebremst.

Stand: 10.07.2017

Chinesische Badegäste drängen sich an einem heißen Tag in einem Salzwasserpool. | Bild: picture-alliance/dpa

Mehr als 7,4 Milliarden zählte die Weltbevölkerungsuhr Ende 2016. Nur eine Momentaufnahme, denn die Weltbevölkerung wächst in jeder Sekunde um 2,62 Menschen. Pro Minute wachsen wir um 157, um beinahe 10.000 in der Stunde und um rund 230.000 Menschen pro Tag. Jahr für Jahr nimmt die Bevölkerung der Erde um mehr als 80 Millionen zu – das entspricht der Einwohnerzahl Deutschlands, so die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung. Kein Grund zum Jubeln: Dieses enorme Bevölkerungswachstum bringt für Mensch und Natur enorme Probleme.

20 Milliarden Menschen bis zum Ende des Jahrhunderts?

11. Juli - Weltbevölkerungstag

Am 11. Juli 1987 gab es fünf Milliarden Menschen auf der Erde. Das nahmen die Vereinten Nationen zum Anlass, den Internationalen Weltbevölkerungstag einzuführen. Nicht aus Freude, sondern um das weitere Wachstum möglichst zu bremsen.

Schon seit der ersten Jahreshälfte 2017 leben mehr als 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde – um die Hälfte mehr als nur dreißig Jahre zuvor. Ginge dieses Wachstum völlig ungebremst weiter, würde es schon bald sehr eng auf unserem Planeten: Bei völlig unveränderter Entwicklung könnten es bis zum Jahr 2100 rund zwanzig Milliarden Menschen sein.

Sinkende Geburtenraten

Doch die Entwicklung ist zum Glück nicht ungebremst: Ganz allmählich sinken die Geburtenraten. Bekam eine Frau um 1950 im weltweiten Durchschnitt fünf Kinder, waren es zwischen 1990 und 1995 durchschnittlich noch drei, so sind es heute nur noch 2,5 Kinder. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Geburtenrate bis zum Ende des Jahrhunderts auf zwei Kindern pro Frau sinken könnte. Dann wäre die sogenannte "Erhaltungsrate" und damit ein Umkehrpunkt erreicht: Sinkt die Geburtenrate wie erwartet noch unter diesen Wert, wird die Weltbevölkerung langsam wieder abnehmen.

Prognose bis 2100

Doch bis es soweit ist, wächst die Weltbevölkerung erst einmal noch deutlich an: Im Jahr 2055 leben voraussichtlich schon zehn Milliarden Menschen auf der Welt, bis 2100 werden es 11,2 Milliarden sein. Bei einer halbwegs günstigen Entwicklung der Geburtenrate. Bleibt diese jedoch bei den heutigen 2,5 Kindern pro Frau, müssen 16,6 Milliarden Menschen Platz finden.

Rasantes Bevölkerungswachstum

Verlauf der Bevölkerungszahlen seit 1800

Der explosionsartige Anstieg der Weltbevölkerung ist erst ein Phänomen der jüngeren Zeit. Denn vor 8.000 Jahren, zum Ende der letzten Eiszeit, lebten nach Schätzungen des unabhängigen Population Reference Bureaus auf unserem Planeten nur rund fünf Millionen Menschen. Vor 2.000 Jahren waren es rund 300 Millionen. Rasant wurde der Anstieg aber erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts, nachdem die erste Milliarde erreicht war. Zwei Milliarden waren es erst 1927, drei erst 1960 – nach 33 Jahren. Bis zur vierten Milliarden vergingen dann nur noch 14 Jahre (1974). 1987, nur 13 weitere Jahre später, wurde die fünfte, 1999 die sechste Milliardengrenze überschritten. Am 31. Oktober 2011 wurde der siebenmilliardste Mensch geboren, nach nur zwölf weiteren Jahren.

Geburtenrate in Entwicklungsländern deutlich höher

In vielen Ländern ist schon heute die Geburtenrate weitaus niedriger: Eine europäische Frau bekommt im Durchschnitt nur 1,6 Kinder in ihrem Leben, in Deutschland stieg die Geburtenrate 2015 auf 1,5. In den ärmsten Regionen der Welt, etwa in den südlich der Sahara gelegenen Ländern Afrikas, bekommen Frauen im Schnitt fünf Kinder. Nicht nur, weil Kinderreichtum vermeintlich eine Absicherung fürs Alter darstellen könnte, sondern auch, weil Frauen sehr jung zur Ehefrau und Mutter werden.

Junge Mütter

  • Jedes dritte Mädchen in einem Entwicklungsland ist im Alter von 18 Jahren schon verheiratet.
  • Jedes fünfte Mädchen in einem Entwicklungsland ist im Alter von 18 Jahren bereits Mutter.
  • Jeden Tag bekommen 20.000 Mädchen unter 18 ein Kind.

Zudem kann jede vierte Frau in einem Entwicklungsland nicht verhüten, obwohl sie will, warnt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Unterdrückung, fehlende Verhütungsmittel oder mangelndes Wissen seien die Ursache für etwa 74 Millionen ungewollte Schwangerschaften pro Jahr.

Jahr 2100: Zehn Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern

Dennoch sinkt auch in Afrika die Geburtenrate, aber viel zögerlicher als bei uns: 1960 lag die Geburtenrate in den Sub-Sahara-Staaten noch bei 6,6 Kindern pro Frau, heute sind es "nur" noch fünf – so viele, wie bei uns Ende des 19. Jahrhunderts. Das führt dazu, dass sich die dortige Bevölkerung bis zum Jahr 2050 von heute rund einer Milliarden Menschen auf voraussichtlich 2,2 Milliarden Menschen mehr als verdoppeln wird – mit einem hohen Anteil junger Menschen.

Das bedeutet: Vor allem in den Entwicklungsländern wird die Bevölkerung weiter wachsen. Von den 11,2 Milliarden Menschen, die die Vereinten Nationen für das Jahr 2100 annehmen, werden fast zehn Milliarden in Entwicklungsländern leben.

Die größten Städte weltweit

Stadtmenschen

Die Weltbevölkerung ist zumeist urban: Schon seit 2007 lebt die Mehrheit der Menschen in Städten oder Metropolregionen. Und der Trend wird sich noch fortsetzen. Im Jahr 2050 werden vermutlich siebzig Prozent der Menscheit in der Stadt leben, schätzen die Vereinten Nationen.

Metropolregion Tokio (Japan)

Tokio ist mit seinen Vorstädten die größte Metropolregion der Welt. Hier leben mehr als 39,8 Millionen Menschen – und zwar auf extrem engem Raum. Auf jeden Quadratkilometer kommen mehr als 6.000 Menschen. (Stand 2017)

Jakarta (Indonesien)

Noch viel dichter ist es in der indonesischen Hauptstadt Jakarta: über 14.500 Menschen pro Quadratkilometer leben hier, mehr als 31 Millionen insgesamt. In den Vorstädten und Slums Jakartas sind die Bevölkerungszahlen regelrecht explodiert.

Delhi (Indien)

In der Metropolregion von Indiens Hauptstadt Neu-Delhi gibt es knapp 28 Millionen Menschen. Indien ist auf dem Weg zum bevölkerungsreichsten Land. Momentan liegt es noch hinter China mit 1,378 Millionen Einwohnern Mitte 2016. Doch der Abstand wird immer kleiner und laut Prognosen wird es zukünftig mehr Inder als Chinesen geben.

Seoul, Manila, Mumbai, Karatschi und Shanghai

Südkoreas Hauptstadt Seoul hat mehr als 23 Millionen Einwohner. Mit je fast 23 Millionen Einwohnern folgen die Mega-Metropolregionen Manila, die Hauptstadt der Philippinen, das indische Mumbai, Karatschi in Pakistan sowie Shanghai (China).

Mehr als 20 Millionen: New York, São Paulo, Peking, Mexiko-Stadt

Auf Platz 9 bis zwölf der größten Metropolregionen folgen mit mehr als 20 Millionen Einwohnern: New York in den Vereinigten Staaten, São Paulo in Brasilien, Chinas Hauptstadt Peking sowie Mexikos Hauptstadt Mexiko-Stadt.


81