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Stunde der Wintervögel 2019 Wie viele Vögel sind noch da?

Am Wochenende können Sie ganz leicht zum Forscher werden: Zählen Sie zwischen dem 4. und 6. Januar bei der "Stunde der Wintervögel" die Vögel in Ihrem Garten, auf dem Balkon oder im Park. Helfen Sie mit, mehr über sie herauszufinden!

Stand: 02.01.2019

Die "Stunde der Wintervögel" ist die größte Vogelzählung in Deutschland. In diesem Jahr rufen der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) vom 4. bis zum 6. Januar zur gemeinschaftlichen Vogel-Inventur auf. Sie findet nun schon zum neunten Mal bundesweit statt. Über unsere Vögel im Winter gibt es bislang nämlich nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse: Wie passen sie sich an die kalte, futterarme Zeit an? Welche Arten profitieren von einer Winterfütterung, welche nicht? Wie sehr setzen unseren heimischen Vögeln Krankheiten zu? Und inwieweit wirkt sich der Klimawandel auf die Tiere im Winter aus?

Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit für unsere Wintervögel

Jeder kann mithelfen, mehr über unsere Vögel herauszufinden: Die gesammelten Datenmengen liefern wichtige Hinweise darauf, wie sich unser heimischer Vogelbestand entwickelt - und schützen lässt. Alles, was Sie tun müssen: sich während der Mitmachaktion eine Stunde Zeit nehmen und Vögel beobachten. Das können Sie bequem vom Wohnzimmer aus mit Blick auf Ihren Garten oder Balkon machen, genauso natürlich im Park.

Wie geht es den Amseln und Grünfinken in Deutschland?

Grünfink

Gespannt warten die Vogelschützer darauf, wie viele Amseln und Grünfinken gezählt werden. Auf den Amsel-Bestand könnte sich die Usutu-Epidemie ausgewirkt haben. 2018 trat die für Amseln tödliche Viruserkrankung erstmals fast deutschlandweit auf. Vor allem in Norddeutschland führte sie zu einem regelrechten Massensterben. Ein milder Winter könnte aber auch dafür sorgen, dass viele Amseln im Land bleiben und nicht wegziehen. Die Zahlen könnten dann höher als erwartet ausfallen, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Amsel ist nicht der einzige Vogel, der den Naturschützern Sorgen macht. "Die Art, die bei der Wintervogelzählung über die Jahre am stärksten abgenommen hat, ist der Grünfink", sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. "2018 konnten nur noch etwa 45 Prozent des Bestandes von 2013 festgestellt werden. Hauptgrund ist das Grünfinkensterben, das durch den Parasiten Trichomonas gallinae ausgelöst wird, der besonders an sommerlichen Vogelfutterstellen von Vogel zu Vogel übertragen wird. Hier erwarten wir leider, dass sich der Negativtrend fortsetzt."

Die wichtigsten Vogelarten im Winter

Eine Stunde lang Vögel zählen - so geht's

Suchen Sie sich eine beliebige Stunde während des Meldezeitraums aus. Dann sollten sie aber auch wirklich eine ganze Stunde lang die Vögel beobachten, damit die Daten hinterher vergleichbar sind. Bestens ausgerüstet sind sie mit einem Fernglas und einem Bestimmungsbuch oder einer entsprechenden App. Notieren Sie die höchste Anzahl von Vögeln einer Art, die sie binnen dieser Stunde gleichzeitig gesehen haben: Wenn Sie also um 10 Uhr eine Amsel gesehen haben, um 10.30 Uhr vier Amseln und um 10.40 Uhr zwei Amseln - dann melden Sie nicht insgesamt sieben Tiere, sondern vier. So wird verhindert, dass immer dieselben Tiere gezählt werden.

"Wir möchten auch wissen, wo keine Vögel sind. Eine Meldung mit wenigen oder keinen Vögeln zur Stunde der Wintervögel ist für uns deshalb genauso wichtig, wie eine Zählung mit vielen Vögeln."

Martina Gehret, Citizen-Science Beauftragte des LBV

So machen Sie mit

Der LBV bietet eine praktische Zählhilfe und einen Meldebogen an, beides als PDF zum Ausdrucken.

Ihre Ergebnisse:
Schicken Sie den ausgefüllten Meldebogen bis zum 15. Januar 2019 entweder an die LBV-Faxnummer 09174/4775-75 oder an den LBV, Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein. Oder nutzen Sie das Online-Formular, das auf der Internetseite des LBV zu finden ist.

Die Ergebnisse der Vogelzählung 2018

Im Januar 2018 haben bei der gemeinsamen Mitmachaktion von LBV und NABU mehr als 32.000 Teilnehmer über 760.000 Vögel in Bayern gezählt. Im Durchschnitt wurden pro Garten 34 gefiederte Gäste gemeldet - im Jahr 2011 waren es noch 42. "Im Freistaat werden immer weniger Vögel beobachtet", hieß es in der zugehörigen LBV-Pressemitteilung. Alle Ergebnisse sehen Sie, wenn Sie auf das Bild links klicken.

Die Top Ten 2018 in Bayern
PlatzVogelAnzahl
1Kohlmeise114.776
2Haussperling (Spatz)101.518
3Feldsperling100.905
4Blaumeise74.991
5Amsel68.012
6Buchfink30.629
7Grünfink/Grünling28.749
8Elster24.519
9Rabenkrähe17.888
10Kleiber16.385
  • Ausgezwitschert - Wo sind unsere Vögel hin? 7.1.2019, 18.15 Uhr, Planet Wissen, ARD-alpha.
  • Wie schlimm steht es um die heimischen Vogelarten - bei der Stunde der Wintervögel dürfen alle mitzählen: 6.1.2019, 15.35 Uhr, Campusmagazin, B5 aktuell.
  • Mitmachaktion Vogelzählung - Stunde der Wintervögel: 6.1.2019, 7.05 Uhr und 22.35 Uhr, Aus Landwirtschaft und Umwelt, B5 aktuell.
  • Gespräch mit Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern: 4.1.2019, 13.05 Uhr, radioWelt, Bayern 2.
  • Die Stunde der Wintervögel 2019: 3.1.2019, 7.05 Uhr, Der Vormittag, Bayern plus.

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