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Planeten im Dezember Große Konjunktion von Jupiter und Saturn

Nur noch ganz kurz ist das Duo Jupiter und Saturn abends im Westen zu sehen - doch das sollten Sie nicht verpassen: So eng wie jetzt werden die beiden Planeten erst wieder in sechzig Jahren stehen! Mars beherrscht weiterhin die Nacht und morgens taucht die Venus kurz auf.

Von: Heike Westram

Stand: 30.11.2020

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten von ihnen strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich wandern sie ein bisschen.

Die Planeten im Dezember im Überblick

Die ganze lange Dezembernacht strahlen Planeten am Firmament. Den Anfang macht am frühen Abend das Duo Jupiter und Saturn, das jetzt spektakulär dicht steht - so dicht wie nur ganz selten. Unser rot leuchtender Nachbar Mars führt Sie als helles Licht bis in die frühen Morgenstunden, flankiert von seinen fast unsichtbaren Begleitern Neptun und Uranus. Morgens strahlt die Venus im Südosten, ist aber nur noch kurz zu sehen.

Große Konjunktion von Jupiter und Saturn

Große Konjunktion von Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020

Schon in den vergangenen Wochen sind sich die beiden Planeten immer näher gekommen. Doch jetzt im Dezember wird's richtig eng: Anfang Dezember ist Jupiter noch etwa einen Fingerbreit von Saturn entfernt und rückt täglich näher. Am 21. Dezember stehen die beiden in Großer Konjunktion - von der Erde aus gesehen in einer Linie. Aus unserer Sicht überholt Jupiter an dem Abend seinen äußeren Nachbarn Saturn. Das ist ein seltenes Ereignis: Da Jupiter für eine Runde um die Sonne 12 Jahre braucht, Saturn dagegen dreißig, überholt Jupiter ihn etwa alle zwanzig Jahre einmal. Das nächste Mal wird erst 2040 sein.

So eng wird's erst wieder in sechzig Jahren

Weil Bahnen von Jupiter und Saturn nicht ganz genau auf einer Ebene liegen, variiert ihr Abstand zur Großen Konjunktion etwas. Diesmal wird's besonders eng: Am 21. Dezember 2020 sind Jupiter und Saturn nur sechs Bogenminuten voneinander entfernt - da würde bestenfalls eine dünne Mondsichel dazwischen passen. So klein wird der Abstand erst im Jahr 2080 wieder sein.

Den ganzen Monat lang auffällig

Den ganzen Dezember lang sind Jupiter und Saturn nie weiter als einen Fingerbreit (zwei Grad) voneinander entfernt, nach dem 12. Dezember höchstens einen halben Fingerbreit. Am Abend vor und nach der Großen Konjunktion ist der Abstand mit neun Bogenminuten nur minimal größer als am 21. Dezember selbst.

Nur noch ein kurzer Moment für Jupiter und Saturn

Ringplanet Saturn

Allerdings müssen Sie abends schnell sein, wenn Sie die beiden Planeten überhaupt noch sehen wollen. Dank der früheren Nächte ist der sehr helle Jupiter im Dezember ungefähr ab fünf Uhr abends im Südwesten in der frühen Abenddämmerung zu finden, Saturn etwa zwanzig Minuten später. Jupiter ist zu Monatsbeginn noch zweieinhalb Stunden lang zu sehen, bis halb acht Uhr. Saturn wird eine halbe Stunde eher vom Dunst am Horizont geschluckt.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Ende Dezember versinkt Jupiter dagegen schon nach einer Stunde, um sechs Uhr abends, im Horizontdunst, Saturn bereits um Viertel nach fünf Uhr - er ist also kaum noch auszumachen. Am 21. Dezember suchen Sie am besten zwischen fünf und sechs Uhr nach den beiden - in etwa einer Handbreit Höhe über dem Horizont im Südwesten. Jupiter ist der weitaus hellere und größere der beiden Planeten.

Mond bei Jupiter und Saturn

Mondsichel bei Jupiter und Saturn

Ein paar Tage vor der Großen Konjunktion ist der Anblick des Planetenduos auch schon sehenswert, wenn die junge Mondsichel an Jupiter und Saturn vorüber wandert. Am 16. Dezember ist der Mond erstmals nach Neumond tief im Westen zu sehen. Seine hauchdünne Sichel ist keine Handbreit von den beiden Planeten entfernt, rechts unter den beiden. Am 17.12. steht die Mondsichel gut drei Fingerbreit rechts von Jupiter und Saturn, am Abend darauf links über den beiden, schon wieder fast zwei Handbreit weit weg.

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Heller Mars beherrscht die Nacht

Der rote Planet Mars

Sobald Jupiter im Südwesten untergegangen ist, ist Mars das hellste Objekt am Firmament. Im Vergleich zu seiner Opposition im Oktober hat unser Nachbar zwar deutlich nachgelassen, doch der Planet ist nach wie vor weitaus heller als jeder Stern. Anfang Dezember strahlt Mars noch mit einer scheinbaren Helligkeit von -1,1 mag, am Monatsende sind es hingegen nur noch -0,3 mag, fast eine ganze Größenklasse weniger.

Mars steht in den frühen Dezembernächten günstig: Wenn es ab etwa fünf Uhr abends dunkel genug für ihn geworden ist, ist Mars bereits sehr hoch in den Südosten geklettert. Um ihn sind die blassen Sterne des Sternbilds Fische, rechts über ihm können Sie das markante Sternbild Pegasus erkennen. Bis weit nach Mitternacht ist Mars zu sehen: Anfang Dezember sinkt er erst nach halb drei Uhr in die Dunstschichten am südwestlichen Horizont, am Monatsende dann eine Stunde früher.

Mars, Uranus und Neptun im Dezember

Zur Weihnacht leistet der zunehmende Mond Mars Gesellschaft: Er nähert sich am 22. Dezember, bleibt aber noch auf anderthalb Handbreit Abstand rechts unter dem Planeten. Am 23. Dezember ist der Mond nur drei Fingerbreit unter Mars, am 24. Dezember dann eine Handbreit entfernt links unter dem roten Planeten.

Neptun und Uranus für geübte Beobachter

Uranus und Neptun

Dank der sehr frühen Nacht im Dezember sind rechts und links von Mars auch weiterhin Neptun und Uranus zu finden, der erste etwa vier Handbreit rechts von Mars, der zweite eine Handbreit links von ihm. Allerdings brauchen Sie ein sehr gutes Fernglas mit Stativ oder besser noch ein Teleskop, um diese zwei fernen Gasriesen zu entdecken. Die beiden sind so weit weg, dass sie fürs bloße Auge unsichtbar sind. Uranus wäre unter Idealbedingungen theoretisch gerade noch sichtbar, doch so ideal sind die Bedingungen eben nur selten. Neptun, der äußerste Planet im Sonnensystem, ist selbst im Teleskop nur als kleines Scheibchen zu sehen.

In der Aufsuchkarte zu Mars weiter oben sind auch Neptun und Uranus markiert. Etwa ab Viertel nach sechs Uhr abends können Sie die beiden beobachten, Ende Dezember einige Minuten später. Doch das Zeitfenster wird deutlich kleiner: Uranus ist zwar bis in die frühen Morgenstunden zu finden, Neptun dagegen verschwindet Anfang Dezember bereits um zehn Uhr abends, am Monatsende noch zwei Stunden eher.

Venus bleibt Morgenstern

Was die Venus so hell macht

Auch die Venus ist im Dezember weiterhin zu sehen. Doch der Morgenstern, der seit dem Sommer erstrahlt, ist jetzt nur noch kurz am Morgenhimmel: Anfang Dezember erscheint die Venus gegen halb sechs Uhr über dem Horizont und ist fast zwei Stunden lang zu sehen, bis kurz vor Sonnenaufgang. Ende Dezember dagegen bleibt ihr morgens nur noch eine Stunde Sichtbarkeit - etwa von Viertel vor sieben bis Viertel vor acht Uhr.

Morgenstern Venus im Dezember

Wenn Sie jeden Morgen etwa um sieben Uhr nach Südosten sehen, merken Sie deutlich, wie sich die Venus verabschiedet. Zu Monatsbeginn steht sie zu der Zeit noch etwa anderthalb Handbreit hoch über dem Horizont, zur Monatsmitte nur noch eine knappe Handbreit. Ende Dezember schafft es die Venus bis sieben Uhr nicht mal mehr zwei Fingerbreit hoch über den Horizont.

Dennoch bleibt unsere Nachbarin beeindruckend, denn die Venus ist nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Firmament. Mit einer scheinbaren Helligkeit von -3,9 mag wird sie schon wenige Minuten nach ihrem Aufgang sichtbar und kann bis kurz vor Sonnenaufgang selbst in der bereits fortgeschrittenen Morgendämmerung noch entdeckt werden.

Besonders hübsch ist der Anblick morgens am 12. und am 13. Dezember: Dann steht die schon sehr dünne Mondsichel nah bei der Venus: Am 12. Dezember ist sie vier Fingerbreit rechts über dem Planeten zu sehen, am Morgen darauf drei Fingerbreit links darunter.

Im Sonnenlicht verborgen

Ein einziger Planet des Sonnensystems ist im Dezember gar nicht zu sehen: Merkur, der innerste Planet, tummelte sich im November noch dicht bei der Venus. Jetzt im Dezember zieht er hinter der Sonne vorbei und bleibt für unsere Augen unsichtbar.


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