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Jupiter & Saturn abend, Merkur morgens Drei helle Planeten im August

Im August strahlen zwei Planeten so hell vom Nachthimmel, dass sie nicht zu übersehen sind: Jupiter und Saturn begleiten Sie durch die Sommernacht. Auch der seltene Merkur taucht im August kurz auf. Wir verraten, wann und wo.

Von: Heike Westram

Stand: 01.08.2019

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten von ihnen strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich wandern sie ein bisschen.

Die Planeten im August im Überblick

Sobald es dunkel wird, können Sie im August die ersten Planeten sehen: Jupiter und Saturn prangen in der ersten Nachthälfte unübersehbar hell am Firmament. Die zweite Nachthälfte ist dagegen etwas für geübte Planetenbeobachter: Jetzt sind nur die beiden fernen Gasriesen Neptun und Uranus zu finden. Doch frühmorgens taucht zwei Wochen lang noch ein strahlender Planet, der selten sichtbar wird: Merkur, der innerste Planet des Sonnensystems.

Das Duo Jupiter und Saturn

Auch im August begleitet uns weiterhin das Sommerduo Jupiter und Saturn am Abendhimmel: Zu Monatsbeginn, wenn der Sonnenuntergang erst gegen neun Uhr stattfindet, müssen Sie sich noch etwas gedulden, doch gegen halb zehn Uhr schält sich Jupiter aus der Abenddämmerung.

Heller Jupiter mit seinen Monden

Der größte Planet im Sonnensystem ist nicht zu übersehen: Mit einer scheinbaren Helligkeit von -2,3 mag ist Jupiter nach dem Mond das hellste Objekt der Nacht und taucht lange vor jedem Stern als erstes Objekt am Abendhimmel auf. Mit seinem ruhigen, weißen Licht steht er abends im Süden, knapp zwei Handbreit hoch über dem Horizont.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Etwa zwanzig Minuten später erscheint die Begleitung Jupiters, drei Handbreit weiter links: Dann wird auch Saturn sichtbar. Mit nur 0,3 mag scheinbarer Helligkeit ist Saturn allerdings mehr als zwei Größenklassen dunkler als Jupiter und weitaus weniger auffällig als dieser. Saturn ist auch deutlich kleiner: Sein Scheibchen misst etwa 18 Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser, Jupiters mehr als doppelt so viel.

Schöne Konstellation am Abendhimmel

Jupiter und Saturn bei der Milchstraße

Die beiden haben sich ein attraktives Plätzchen am Firmament gewäht: Jupiter steht dicht über dem schönen Sommer-Sternbild Skorpion im Schlangenträger, Saturn im Nachbar-Sternbild Schütze. Zwischen den beiden steigt in mondlosen Nächten das zarte Sternenband der Milchstraße empor. Kommt der Mond zu nahe, ist es allerdings nicht mehr zu sehen.

Jupiter und Saturn im August



Die beste Uhrzeit, um die Sternbilder und die Milchstraße bei den beiden Planeten zu sehen, ist Anfang August ab elf Uhr abends, wenn es richtig finster geworden ist. Zum Monatsende ist es schon gegen zehn Uhr dunkel genug. Jupiter ist dann nur noch bis etwa halb zwölf Uhr zu sehen, bald danach geht er unter. Anfang August können Sie ihn dagegen fast bis halb zwei Uhr beobachten. Saturn ist zwei Stunden länger sichtbar als Jupiter.

Mond bei Jupiter und Saturn

Mond neben Jupiter

Am Abend des 9. August ist der zunehmende Mond nur gut einen Fingerbreit von Jupiter entfernt und rückt im Laufe der Nacht noch weiter auf den Planeten zu. Am Abend darauf ist der Mond an Jupiter vorbeigezogen und gut eine Handbreit links von ihm zu sehen. Am 11. und 12. August steht der Mond dann mal rechts, mal links von Saturn, immer nur wenige Fingerbreit entfernt.

Jupiter kehrt um

Am 11. August ändert Jupiter seine Richtung am Firmament: Seit April ist der Planet nach rechts durch den Schlangenträger gezogen, westwärts übers Firmament. Normalerweise wandern Planeten allerdings ostwärts, nach links. Doch weil die Erde den äußeren Planeten auf der Innenbahn gerade überholt hat, schien Jupiter aus unserer Sicht gerade falsch herum zu ziehen - durch seine sogenannte Oppositionsschleife.

Gute Zeit für die Ringe Saturns

So wie es Saturn weiterhin tut, denn auch dieser Planet stand gerade erst in Opposition. Deswegen ist Saturn jetzt auch noch besonders nah und im August ideal zu beobachten. Eine gute Gelegenheit, einmal die Ringe Saturns zu betrachten, die schon in kleineren Teleskopen erkennbar sind, vielleicht in einer Sternwarte in Ihrer Umgebung.

Saturns Ringe öffnen sich

Sehenswerte Ringe

Saturn mit seinen Ringen

Was Saturn richtig sehenswert macht, bleibt dem bloßen Auge verborgen. In guten Ferngläsern oder kleinen Teleskopen zeigt der Planet sein eindrucksvolles Ringsystem. Schon ab 15-facher Vergrößerung wird Saturn plötzlich länglich, dann "wachsen" ihm Henkel rechts und links. So sah ihn im 17. Jahrhundert der Astronom Galileo Galilei. Bei 22-facher Vergrößerung können Sie das Ringsystem klar vom Planeten unterscheiden. Mit 200-facher Vergrößerung kommen Sie aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Saturn kippt

Neigung der Ringebene Saturns im Verlauf

Die Ringe bieten einen immer wechselnden Anblick: Mal können wir auf die Ringebene blicken, mal sehen wir nur ihre Kante wie einen Strich vor dem Planeten. Der Grund dafür: Die Ebene von Saturns Ringen ist geneigt zur Ekliptik, der Ebene der Planeten. In den knapp dreißig Jahren, in denen er einmal um die Sonne reist, neigt er uns daher mal seine Südhalbkugel zu, mal die Nordhalbkugel. Und dazwischen, ganz selten, auch mal die Kante der Ringe ...

Auf die Kante

Alle 15 Jahre gibt es einen Moment, an dem die Erde sich genau auf der gleichen Ebene wie Saturns Ringe befindet - die Kantenstellung, die die Ringe fast verschwinden lässt. Dieser Moment trat zuletzt im September 2009 ein. Danach öffneten sich die Ringe langsam wieder für uns - acht Jahre lang.

Den Norden im Blick

Saturns Norden

Im Oktober 2017 war Saturns Nordhalbkugel am weitesten zu uns "gekippt". Dadurch erschienen zu dieser Zeit auch die Ringe am breitesten. Seither neigt sich Saturn ganz allmählich wieder zurück, bis wir 2025 wieder auf die Kante der Ringebene blicken. Und danach kippt uns Saturns Südhalbkugel entgegen.

Kurz zurück

Jedes Jahr gibt es einige Monate, in denen Saturn um ein paar Grad "zurückkippt": Während der Oppositionsschleife ist auch die scheinbare Bewegung der Ringebene rückläufig, die nur aus der Stellung der Erde zu Saturn entsteht.
Saturns Kippbewegung wird von April bis September 2019 unterbrochen: In der Zeit durchläuft der Planet seine Oppositionsschleife und kippt ganz leicht zurück, die Ringebene öffnet sich ein kleines bisschen. Anschließend kippt Saturn wieder andersherum, die Ringe schließen sich immer weiter.

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Ferne Gasriesen Neptun und Uranus

Uranus und Neptun

Geübte Beobachter können im August noch zwei weitere Planeten entdecken: Die beiden fernen Gasriesen Neptun und Uranus werden in später Nacht sichtbar. Allerdings brauchen Sie dazu ein kleines Teleskop oder zumindest ein sehr gutes Fernglas, denn Neptun ist so weit von der Erde entfernt, dass sein Licht für uns nicht mehr zu sehen ist. Uranus dagegen können Sie gerade noch mit bloßem Auge sehen, wenn die Nacht sehr klar ist. Mit nur wenigen Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser sind beide Planeten winzig klein und wirken erst im Teleskop wie Scheibchen.

Neptun und Uranus im August

Neptun ist Anfang August erst nach Mitternacht hoch genug über den Dunstschichten des Horizonts, Uranus etwa eine halbe Stunde später. Eine Stunde später stehen die beiden Planeten günstiger zur Beobachtung. Zum Monatsende können Sie schon zwei Stunden früher nach ihnen Ausschau halten, dann ist elf Uhr abends eine gute Zeit. Sie können sie beobachten, bis die Morgendämmerung einsetzt: Anfang August um halb vier Uhr, Ende August eine Stunde länger. Etwa vom 14. bis 18. August ist allerdings der Mond mit seinem hellen Licht zu nah bei Neptun, danach bis zum 22. August zu nah bei Uranus.

Seltener Merkur früh am Morgen

Früh am Morgen hat der August zwei Wochen lang noch ein kleines Highlight zu bieten: Merkur taucht auf. Der innerste Planet im Sonnensystem ist nur gelegentlich zu sehen, denn sein Abstand zur Sonne ist so gering, dass er selten hoch genug steht, wenn der Himmel noch oder schon dunkel genug ist, ihn zu sehen.

Doch am 10. August erreicht Merkur seinen sogenannte größte westliche Elongation, seinen größten seitlichen Abstand zu ihr. Er steht dann aus unserer Sicht rechts der Sonne, geht also vor ihr auf und erscheint morgens kurz vor Sonnenaufgang in der Dämmerung. Allerdings beträgt sein Abstand zur Sonne nicht einmal zwei Handbreit, es bleibt also nur ein Moment, Merkur zu sehen.

Merkur morgens im August

Am 8. oder 9. August könnte es Ihnen erstmals gelingen, Merkur zu erblicken. Der Planet geht dann kurz vor halb fünf Uhr morgens auf und steht knapp eine halbe Stunde später, gegen fünf Uhr, hoch genug im Osten, wenige Fingerbreit über dem Horizont. Mit 0,3 mag scheinbarer Helligkeit ist er zwar heller als die meisten Sterne, aber da geht noch was: Täglich wird Merkur ein bisschen heller. Zugleich geht er bis zum 12. August täglich etwas früher auf, die Sonne dagegen später. Vom 12. bis zum 16. August ist die beste Zeit: Merkur erreicht eine scheinbare Helligkeit von -0,7 mag, eine ganze Größenklasse mehr als eine Woche zuvor, und steht um halb sechs Uhr etwa vier Fingerbreit hoch. Selbst in der schon hellen Morgendämmerung ist sein gleißendes Pünktchen zu sehen, obwohl Merkur winzig ist: Nur sechs bis acht Bogensekunden misst sein Scheibchen im scheinbaren Durchmesser.

Danach wird Merkur zwar nochmals deutlich heller, rast aber der Sonne wieder entgegen und geht Morgen für Morgen einige Minuten später auf. Dadurch steht er eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang tagtäglich tiefer, am 20. August nur noch etwa drei Fingerbreit hoch, am 23. August nur noch etwa zwei Fingerbreit über dem Horizont. An dem Morgen wird Merkur wohl das letzte Mal zu sehen sein, nur wenige Minuten lang ab zwanzig vor sechs Uhr.

Danach trägt sein schneller Lauf Merkur auf seiner Runde hinter die Sonne. Wenn er im Oktober auf ihrer anderen Seite wieder auftaucht, wird er in südlichen Ländern kurz am Abendhimmel zu sehen sein, bei uns wird Merkur zu tief stehen. Doch danach können Sie Merkur dabei beobachten, wie er zwischen Erde und Sonne hindurch wandert: Am 11. November 2019 gibt es einen Merkurtransit!

Unsichtbar im Sonnenlicht verborgen

Nur zwei Planeten sind im August gar nicht am Sternenhimmel zu sehen: Venus und Mars ziehen aus unserer Sicht hinter der Sonne vorbei. Venus steht am 14. August in der oberen Konjunktion und taucht Ende Oktober als Abendstern wieder auf. Mars wird Anfang September in Konjunktion stehen und erst im November wieder zu sehen sein.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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