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Mars am Abend, Jupiter und Saturn am Morgen Die großen, hellen Planeten kehren zurück

Mars leuchtet im März weiter treu am Abendhimmel. Doch die großen Highlights erscheinen morgens im Osten: Jupiter und Saturn tauchen etwa zur Monatsmitte auf, tief im Südosten.

Von: Heike Westram

Stand: 01.03.2021

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten Planeten strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht stark reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich wandern sie ein bisschen.

Die Planeten im März im Überblick

Sobald es abends dunkel wird im März, ist der erste Planet zu sehen: Mars steht weiterhin am Sternenhimmel, allerdings lässt er an Strahlkraft nach. Unter ihm ist für geübte Beobachter auch der ferne Uranus zu Monatsbeginn noch zu finden. Und ab Mitte März tauchen morgens vor Sonnenaufgang zwei strahlend helle Planeten im Südosten auf: Jupiter und Saturn kehren zurück.

Anfang März wird es schon zwischen halb sieben und sieben Uhr abends dunkel genug, um die hellsten Lichter zu entdecken. Darunter ist immer noch ein prominentes, das uns schon seit Monaten begleitet: unser Nachbarplanet Mars. Kurz nach Sonnenuntergang steht Mars noch sehr hoch im Südwesten, sinkt aber in den folgenden Stunden schnell dem Horizont im Westen entgegen. Bis halb ein Uhr nachts können Sie ihn zu Monatsbeginn sehen, danach geht Mars unter.

Heller Mars zur Opposition

Doch während er vergangenen Sommer enorm hell erstrahlte, wird Mars im März immer blasser. Anfangs ist er mit einer scheinbaren Helligkeit von 0,9 mag noch so hell wie die hellsten Sterne am Firmament, doch im Verlauf des Monats verliert er eine halbe Größenklasse und erreicht Ende März nur noch 1,3 mag scheinbare Helligkeit. Damit zählt er aber immer noch zu den helleren Lichtern am Nachthimmel.

Mars zieht quer durchs Sternbild Stier

Mars im März

Auch wenn Mars selbst nicht mehr so beeindruckend ist wie in den vergangenen Monaten, lohnt es sich, ihn im März zu beobachten. Denn der Planet wandert durch eine besonders attraktive Region am Firmament: Er zieht quer durchs Sternbild Stier und führt Sie zu dessen Besonderheiten.

Anfang März beginnt er dicht bei den Plejaden, dem schönen Siebengestirn: Das ist ein Offener Sternhaufen, in dem Tausende Sterne zu finden sind. Am Sternenhimmel zeigt es sich als schimmernder Fleck mit sieben hellen Sternen. An den ersten Abenden im März ist Mars keine zwei Fingerbreit vom Siebengestirn entfernt. Am dichtesten steht er am 3. März mit nur einem Fingerbreit Abstand zum äußersten Stern.

Anschließend zieht Mars rechts am Stierkopf vorbei, den Sie leicht erkennen können: ein markantes V, dessen Spitze zum Horizont weist. Darin fällt der helle Stern Aldebaran auf, das Auge des Stiers. Am 20. März ist Mars nur drei Fingerbreit weit von dem Stern entfernt.
Im Vergleich zu Aldebaran können Sie im Monatsverlauf gut beobachten, wie Mars dunkler wird. Denn Anfang März ist der Planet noch ebenso hell wie Aldebaran, später übertrumpft ihn der Stern.

Mondsichel bei Mars

Zur gleichen Zeit gesellt sich noch die Mondsichel hinzu: Sie nähert sich Mars von unten, aus dem Westen. Am 18. März ist sie noch gut eine Handbreit von dem Planeten entfernt unter Mars. Am 19. März ist der Mond nur etwa einen Fingerbreit links von Mars zu sehen, am folgenden Abend dann eine gute Handbreit links über ihm. Mars folgt ihm auf diesem Weg, wenn auch deutlich langsamer.

Ende März hat der Planet sich deutlich zu den Spitzen der Stierhörner vorgearbeitet und steht so fast schon in der Mitte des prächtigen Wintersechsecks. Inzwischen ist die Tageslänge so weit angewachsen, dass Mars erst nach halb acht Uhr (halb neun Uhr in Sommerzeit) auftaucht, eine Stunde später als zu Monatsbeginn. Zugleich versinkt er deutlich früher, schon vor Mitternacht (ein Uhr in Sommerzeit).

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Uranus im März

Anfang März können Sie zwei, drei Handbreit unter Mars noch einen weiteren Planeten finden - wenn Sie ein bisschen Übung haben. Dort steht Uranus über dem Horizont im Westen. Der ferne Gasriese ist aber nur kurz zu finden. Gegen acht Uhr ist's dunkel genug für ihn, nach zehn Uhr versinkt der Planet dann in den Dunstschichten.

Doch mit bloßem Auge werden Sie ihn kaum finden. Denn Uranus ist so weit von uns entfernt, dass sein schwaches Licht nur unter Idealbedingungen ohne Hilfsmittel zu sehen ist, und die gibt es selten. Doch mit einem Fernglas mit Stativ oder gar einem kleinen Teleskop können Sie Uranus entdecken.

Allerdings wird es allabendlich ein wenig später dunkel genug für ihn, während er immer früher versinkt. Mitte März haben Sie noch Chancen zwischen acht und neun Uhr. Danach zieht der Mond zu dicht vorbei und im Anschluss sind die Bedingungen vermutlich schon zu schlecht für Uranus.

Planet Jupiter

Wenn Mars und Uranus untergegangen sind, gibt's in der langen Märznacht leider keine weiteren Planeten zu sehen. Doch das ändert sich - ab der Monatsmitte in den Morgenstunden: Jupiter und Saturn kehren zurück ans Firmament! Die beiden Planeten sind Ende Januar aus Sicht der Erde hinter der Sonne vorbei gezogen und haben jetzt wieder so viel seitlichen Abstand zu dieser, dass sie morgens vor ihr am Himmel auftauchen, in der Morgendämmerung.

Ringplanet Saturn

Mitte März ist es noch schwer, die beiden zu entdecken. Gegen sechs Uhr tauchen sie für wenige Minuten auf, sehr dicht am Horizont im Südosten. Jupiter, der weitaus hellere der beiden, könnte ab Viertel vor sechs Uhr sichtbar werden, Saturn kurz darauf. Die beiden bilden einen hellen Doppelpunkt, rund eine Handbreit voneinander entfernt. Jupiter steht etwas tiefer als Saturn, ist aber weitaus heller und größer als dieser.

Jupiter und Saturn morgens im März

Jeden Morgen erscheinen die beiden etwas früher am Firmament, die Sonne aber leider auch. Trotzdem verbessern sich die Chancen, Jupiter und Saturn zu sehen: Ende März macht sich Jupiter etwa eine Stunde eher um Viertel vor fünf Uhr (Viertel vor sechs Uhr Sommerzeit) bemerkbar, Saturn vermutlich eine Viertelstunde später. Ihm wird es wohl schon eine Viertelstunde später zu hell, doch Jupiter sollte fast bis halb sechs Uhr (halb sieben Uhr Sommerzeit) erkennbar sein.

Mit der richtigen Ausrüstung können Sie Anfang März vielleicht noch eine hübsche Planetenbegegnung beobachten, zwischen dem kleinsten und dem größten Planeten: Vom 3. bis 7. März ist der innerste Planet Merkur ganz nahe bei Jupiter, erst rechts über ihm, dann links unter ihm. Am 5. März ist Merkur so dicht bei Jupiter, dass nicht einmal die Mondscheibe dazwischen passen würde.

Allerdings stehen die beiden Planeten um halb sieben Uhr, eine Viertelstunde vor Sonnenaufgang, erst etwa zwei Fingerbreit hoch über dem Horizont im Südosten. Mit bloßem Auge werden Sie sie wohl nicht entdecken, aber in einem Teleskop sollte die Beobachtung möglich sein.

Merkur hat zwar im März einen relativ großen Abstand zur Sonne, bleibt in unseren Breiten dennoch fürs bloße Auge unsichtbar, denn die Planetenebene (Ekliptik) verläuft morgens gerade sehr flach zum Horizont im Osten.

Unsichtbar im Sonnenlicht

Zwei Planeten bleiben im März ganz verborgen: Venus und Neptun wandern gerade hinter der Sonne vorbei.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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