Wissen - Sternenhimmel


667

Jupiter, Venus und Saturn im Februar Trio zum Frühstück

Strahlend hell stehen Jupiter, Venus und Saturn im Februar in der Morgendämmerung, ganz bequem zur Frühstückszeit. Dabei zieht der strahlende Morgenstern dicht am Ringplaneten vorüber. Abends können Sie kurze Zeit unter Mars auch den seltenen Merkur entdecken.

Von: Heike Westram

Stand: 31.01.2019

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten von ihnen strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich wandern sie ein bisschen.

Die Planeten im Februar im Überblick

Die auffälligsten Planeten im Februar sind Jupiter, Venus und Saturn, die morgens vor der Sonne am Firmament erscheinen. Den Anfang des Trios macht Jupiter, gefolgt von der hellen Venus. Der Morgenstern führt Sie zum Ringplaneten Saturn, der Mitte Februar sichtbar wird. Zur Monatsmitte taucht auch am Abendhimmel ein weiterer Planet auf: Merkur ist für einige Tage zu sehen, unter unserem Nachbarn Mars, der den ganzen Monat gut zu sehen ist. Er zieht knapp an Uranus vorbei, was Sie im Fernglas beobachten können.

Nachbar Mars begleitet uns weiter am Abend

Seit vielen Monaten ziert Mars unseren Abendhimmel. Und daran ändert sich auch im Februar nicht viel. Immer noch ist er abends eines der ersten Lichter, das am Sternenhimmel auftaucht. Seine scheinbare Helligkeit nimmt zwar weiter ab, von 0,9 auf nur noch 1,2 mag. Doch damit ist er nach wie vor um etliche Größenklassen heller als die Sterne ringsum.

Selbst dem Mondlicht kann Mars standhalten. Vom 9. bis 11. Februar wandert die zunehmende Mondsichel an ihm vorüber: Am 9. Februar taucht sie anderthalb Handbreit unter Mars auf, steht am folgenden Abend nur drei Fingerbreit links unter ihm und ist am 11. Februar eine gute Handbreit links über dem Planeten zu sehen. Eine Auffindkarte finden Sie zwei Absätze tiefer.

Bereits zum Ende der nautischen Dämmerung können Sie Mars hoch im Westen finden - Anfang Februar gegen sechs Uhr abends, zum Monatsende eine Dreiviertelstunde später. Die Untergangszeiten des Planeten ändern sich kaum: Gegen halb zwölf Uhr versinkt er hinter dem Horizont, eine halbe Stunde zuvor löscht die dortige Dunstschicht sein Licht. Die Sternbilder rings um ihn versinken dagegen Ende Februar zwei Stunden früher als zu Monatsbeginn. Aber Mars rast übers Firmament und zieht im Februar fast zwei Handbreit weit, von den Fischen in den Widder. So läuft er erfolgreich seinem Untergang davon und passiert dabei zur Monatsmitte einen anderen Planeten, der Ihnen aber ohne Hilfsmittel nicht auffallen wird:

Mars führt Sie zum äußeren Planeten Uranus

Mars und Uranus im Februar

Ganz in der Nähe von Mars können Sie im Februar auch den fernen Planeten Uranus entdecken. Allerdings ist der äußere Planet so weit von der Erde entfernt, dass er mit bloßem Auge nur unter optimalen Bedingungen (einem sehr dunklen, klaren Himmel) zu sehen ist. Besser nehmen Sie ein Fernglas mit Stativ, ein Teleskop oder besuchen eine Sternwarte in Ihrer Umgebung. Denn Uranus erreicht nur eine scheinbare Helligkeit von 5,9 mag. Ab sieben Uhr ist es im Februar dunkel genug für Uranus, zu Monatsbeginn sogar schon eine halbe Stunde eher.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Unser Nachbar Mars führt Sie direkt zu Uranus: Anfang Februar ist Mars vier Fingerbreit rechts unter Uranus, dann wandert er ganz dicht an ihm vorüber. Am 12. und 13. Februar steht Mars ganz dicht neben dem fernen Gasriesen - kein halber Fingerbreit trennt die beiden Planeten. Allerdings ist am 12. Februar der zunehmende Mond noch etwas nah und macht es schwerer, Uranus zu entdecken. Bis zum Monatsende entfernt sich Mars wieder um eine Handbreit und steht dann links über Uranus. Dieser ist Ende Februar aber nur noch bis halb zehn Uhr abends hoch genug über dem westlichen Horizont. Am Monatsanfang können Sie Uranus dagegen bis kurz nach elf Uhr beobachten.

Der seltene Merkur taucht auf

Zur Monatsmitte wird es richtig interessant am Abendhimmel: Tief unter Mars taucht für kurze Zeit auch Merkur noch am Firmament auf. Der innerste Planet im Sonnensystem hat aus unserer Sicht nur selten so viel Abstand zur Sonne, dass er vor oder nach ihr am leidlich dunklen Himmel zu sehen ist. Jetzt ist kurz Gelegenheit dafür, denn am 27. Februar erreicht Merkur seine größte östliche Elongation: Dann steht er knapp zwei Handbreit links der Sonne und geht abends gut anderthalb Stunden nach ihr unter. Weil jetzt auch die Planetenebene (Ekliptik) abends recht steil zum Horizont verläuft, können Sie den Planeten entdecken. Wenn Sie schnell sind:

Merkur im Februar

Etwa ab dem 14. Februar könnte Merkur erstmals zu sehen sein. Kurz nach sechs Uhr abends ist die Abenddämmerung weit genug fortgeschritten für sein gleißend helles Pünktchen mit einer scheinbaren Helligkeit von -1,2 mag. Allerdings ist Merkur dann bereits auf zwei Fingerbreit an den Horizont herangerückt. Sie brauchen einen freien Blick zum sehr klaren Horizont, um ihn zu entdecken - und am besten auch ein Fernglas. Etwa um Viertel nach sechs Uhr schlucken die Dunstschichten Merkurs winziges Licht.

Merkur: winzig klein und strahlend hell

Doch allabendlich geht der kleine Planet später unter und ist etwas länger zu sehen. Ende Februar können Sie ihn bis Viertel nach sieben Uhr abends entdecken, allerdings wird es dann erst um halb sieben Uhr dunkel genug für Merkur. Um diese Uhrzeit steht der Planet noch eine ganze Handbreit über dem Horizont und ist ideal zu sehen. Aber auch Merkur selbst ist jetzt dunkler geworden: Seine scheinbare Helligkeit ist um eine Größenklasse auf -0,2 mag gesunken. Doch damit ist er immer noch heller als Mars hoch über ihm.

Wenn Merkur seine Zeit als Abendstern beendet, wandert er zwischen Erde und Sonne hindurch und wird im Anschluss manchmal als Morgenstern sichtbar. Und ganz selten einmal können Sie Merkur dabei beobachten, wie er vom Abend- zum Morgenstern wird: Wenn er genau vor der Sonnenscheibe vorbei wandert. Einen solchen Merkurtransit gibt es am 11. November diesen Jahres. Vormerken!

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Gigant Jupiter ab dem frühen Morgen

Nachdem sich Mars abends um elf Uhr verabschiedet hat, ist lange kein Planet mehr in der Februarnacht zu sehen. Das ändert sich erst gegen Morgen, dann aber dafür umso prächtiger, denn jetzt erscheinen die hellsten Planeten, und davon gleich drei nacheinander.

Dicke Planetenbrummer

Den Anfang macht Jupiter - unübersehbar. Er geht Anfang Februar gegen halb fünf Uhr auf, am Monatsende schon gegen drei Uhr. Schon 15 bis 20 Minuten nach seinem Aufgang ist er im Südosten über dem Horizont zu sehen. Denn der größte Planet des Sonnensystems ist auch am Firmament ein beeindruckender Gigant: Seine dicke Scheibe misst rund 35 Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser und übertrifft mit einer scheinbaren Helligkeit von 2 mag alle Sterne und die meisten Planeten bei Weitem.

Wettleuchten mit dem Morgenstern Venus

Jupiter, Venus und der Mond Anfang Februar

Doch eine läuft Jupiter im Februar den Rang ab: Kurz nach fünf Uhr erscheint die Venus, der strahlende Morgenstern. Unsere innere Nachbarin ist mit einer scheinbaren Helligkeit von -4,2 mag über zwei Größenklassen heller als Jupiter. Ihr Scheibchen ist im Durchmesser dafür nur etwa halb so groß. Anfang Februar können Sie die beiden gut beobachten, dann stehen die zwei Planeten nur eine Handbreit voneinander entfernt. Besonders hübsch ist der Anblick gleich an den ersten Februarmorgen, wenn sich auch noch die zarte Mondsichel zu dem Duo gesellt: Am 1. Februar steht der Mond gut drei Fingerbreit links unter der Venus, am Morgen darauf schon fast zwei Handbreit.

Was die Venus so hell macht

Dann trennen sich die Wege der beiden hellen Planeten, sie entfernen sich tagtäglich voneinander. Für Jupiter werden dadurch im Verlauf des Monats die Bedingungen immer besser: Jeden Morgen geht er einige Minuten früher auf und steht somit immer höher in der Morgendämmerung, bis es etwa um sieben Uhr morgens zu hell für ihn wird (Anfang Februar etwas später, am Monatsende etwas früher). Die Venus dagegen nähert sich aus unserer Sicht immer weiter der Sonne: Tag für Tag erscheint sie später und steht immer dichter am Horizont.

Saturn, der dritte Planet am Morgenhimmel

Venus streift Saturn

Die Venus findet nach Jupiter bald andere Gesellschaft, denn zur Monatsmitte taucht ein dritter Planet am Morgenhimmel auf: Saturn macht sich unter der Venus bemerkbar. Etwa um sechs Uhr ist der Ringplanet Mitte Februar hoch genug, um sich aus den Dunstschichten am Horizont zu befreien. Besonders günstig ist die Suche nach Saturn am Morgen des 18. Februar, denn dann führt Sie die Venus als strahlender Wegweiser direkt zu ihm: Sie ist an dem Morgen nur einen halben Fingerbreit von Saturn entfernt. Der nimmt sich allerdings neben unserer hellen Nachbarin bescheiden aus, denn Saturn erreicht jetzt erst eine scheinbare Helligkeit von 0,6 mag und ist damit fast drei Größenklassen dunkler als die Venus.

Aber auch Saturn kann das gelassen nehmen, denn die Zeit arbeitet für ihn: Wie Jupiter geht der Ringplanet ebenfalls tagtäglich etwas früher auf. Ende Februar ist er vermutlich schon um Viertel nach fünf Uhr zu sehen, kurz vor der Venus. Diese steht dann schon ein Stückchen links unter Saturn, eine Handbreit von ihm entfernt. Etwa anderthalb Stunden lang sind die beiden zu sehen, bis es ihnen zu hell wird.

Mondsichel erneut beim Planeten-Trio

Mondsichel Ende März bei Jupiter über Saturn und Venus

Zum Monatsende kommt die Mondsichel noch einmal bei dem Planetentrio vorbei: Am 27. Februar steht der Mond zwei Fingerbreit über Jupiter, am folgenden Morgen dann eine knappe Handbreit links unter ihm. Von Saturn ist sie noch fast zwei Handbreit entfernt. Ihn wird die Mondsichel an den ersten beiden Morgen im März begleiten. Davon dann mehr im nächsten Monat auf dieser Seite.

Unsichtbar im Sonnenlicht verborgen

Nur ein Planet ist im Februar gar nicht am Sternenhimmel zu sehen: Der äußerste Planet Neptun ist aus unserer Sicht zu dicht bei der Sonne, hinter der er vorbeiziehen wird: Anfang März steht Neptun in der sogenannten Konjunktion. Erst im Sommer wird Neptun wieder am Firmament auftauchen.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.

  • Seltener Merkur im Februar zu sehen. IQ - Wissenschaft und Forschung, 01.02.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Venus und Jupiter morgens im Januar 2019. IQ - Wissenschaft und Forschung, 07.01.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Rückkehr des Morgensterns - die Venus im November 2018. IQ - Wissenschaft und Forschung, 02.11.2018 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Jupiter verabschiedet sich - Planeten im Oktober 2018. IQ - Wissenschaft und Forschung, 01.10.2018 um 18:05 Uhr, Bayern 2

667