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Vertiefende Informationen Wichtige Fakten zu "Influencer*innen"

Wer kann Influencer*in werden? Was bedeutet das Wort eigentlich und wie verdienen diese Internet-Stars ihr Geld? Ein kompakter Überblick mit den wichtigsten Fakten gibt Antwort.

Stand: 24.09.2019

Sebastian Schaffstein als Heiliger mit illustrierten Waren | Bild: Montage: BR

Der Begriff "Influencer" (von Englisch "influence" = beeinflussen) wurde von Marketingspezialisten etwa um das Jahr 2007 etabliert.

Die Geschichte dahinter ist allerdings deutlich älter. Sie reicht in das Jahr 1944 zurück, als Paul Felix Lazarsfeld zusammen mit Kollegen eine Monografie veröffentlichte, in der die Bedeutung von "Opinion Leaders" im Kontext von Kommunikation und Wahlverhalten beleuchtet wurde.

Heute wird der Begriff Influencer*in vorwiegend für die Stars in Social Media und auf YouTube verwendet.

Menschen, die von anderen Menschen geschätzt werden und deren Meinung andere im Handeln beeinflussen, können Influencer*in werden bzw. als solche bezeichnet werden. Dies sind neben Privatpersonen häufig Schauspieler*innen, Sportler*innen, Musiker*innen oder Starletts. Um als Influencer*in wirklich Erfolg zu haben, braucht man Überzeugungen oder gute Ideen, Ausdauer, Disziplin und vor allem eine große Portion Glück.

Jeder mit dem Berufswunsch "Influencer*in" sollte außerdem bedenken, dass erfolgreiche Influencer*innen Personen des öffentlichen Lebens sind, mit all seinen Konsequenzen, vor allem hinsichtlich der Privatsphäre.

Influencer*innen wirken vor allem in den sozialen Medien, da sie hier eine hohe, sehr sichere und gut messbare Reichweite erzielen und insbesondere die jüngeren Zielgruppen erreichen.

Influencer*innen kommunizieren mit ihren Followern über Blogs, YouTube, Instagram, Facebook oder bei sehr jungen Nutzern über die Kurzclip-App TikTok. Sie inszenieren quasi ihr Leben täglich, oft sogar andauernd und öffentlich. Und sie inszenieren alle möglichen Aspekte mit Fotos und Videos (Influencer-Fachbegriff "Plandid": ein Foto, das bis ins Detail gestellt ist, aber nicht so wirken soll.)

Sehr häufig werden Modetrends bzw. Lifestyle-Themen vorgestellt. Wie beiläufig erwähnen die Influencer*innen dabei die Produkte bestimmter Hersteller oder platzieren diese vor allem im Film auf YouTube sichtbar im Hintergrund, nutzen oder tragen sie - vor allem Kleidung und Accessoires - bei ihren Aktivitäten (vgl. Product Placement in Kino- und Fernsehfilmen).

Influencer*innen sind für die Werbewirtschaft und Marketingabteilungen interessant. Allerdings sind sie das nur dann, wenn sie eine sehr große Anzahl von Fans/Follower*innen haben. Unternehmen bzw. Sponsoren, die Influencer*innen für sich arbeiten lassen, wollen unter anderem ihre Sichtbarkeit bei den Suchmaschinen erhöhen, die Bekanntheit steigern und mehr Links für ihre Seiten platzieren. Inhalt und Kontext des Videos/Posts sowie vor allem die Anzahl der Klicks sichern dem/der Influencer*in die Einnahmen. Bereits sehr bekannte Influencer*innen verkaufen aber auch eigene Produkte.

Ab etwa 50.000 Follower*innen auf Instagram kann ein*e Influencer*in über eine Vollzeit-Selbständigkeit nachdenken. Ansonsten ist es eher ein Privatvergnügen oder Nebenjob. Sehr hohe Summen für einen Post, die dem Einkommen von Hollywood-Stars nahekommen, sind selten. Die meisten Influencer*innen, etwa ein Drittel, bekommen laut einer Studie der Werbeagentur Jung von Matt für einen Werbedeal in den Sozialen Medien weniger als 500 Dollar. 28 Prozent von ihnen bekommen immerhin 500 bis 1000 Dollar. Jung von Matt hat die Studie zusammen mit der Influencer-Plattform Brandnew und Facelift durchgeführt und 2018 veröffentlicht. Befragt wurden rund 1.200 Influencer*innen aus den USA und Europa.

Am erfolgreichsten ist in Deutschland (Stand 2019) Bibi (Bianca Claßen) mit über 5,6 Millionen Abonnent*innen auf Youtube und einem geschätzten Verdienst von 1,5 Millionen Euro.

Influencer*innen können auch unabhängig von Werbegeldern Einkünfe erzielen, wenn sie zum Beispiel für das öffentlich-rechtliche Content-Netzwerk funk arbeiten.

Die jüngere Generation zählt nicht nur Schauspieler*innen, Musiker*innen und Fußballer*innen zu ihren Lieblingsstars, sondern auch Social-Media-Stars. Folgt man in der Community einem*einer Influencer*in, so entwickelt sich auf die Dauer ein sehr enges Verhältnis, weil man vermeintlich am Leben dieser Stars teilhat. Dadurch erhöht sich die Identifikation, und der*die Influencer*in nimmt fast den Stellenwert eines Freundes ein. Der Rat eine*r Freund*in wird gern angenommen. So gesehen verfügen Influencer*innen über Macht, aber auch Verantwortung. Verspielt der*die Influencer*in das Vertrauen innerhalb seiner Community, bleibt das nicht ohne Konsequenzen für ihn*sie.


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