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Aktuelle Studien Jugendschutz, Gefahren im Internet & Co

Die Risiken für junge Menschen im Netz verschärft sich zusehends: Kinder und Jugendliche werden mit gefährlichen Challenges, Hass, Gewalt, Verschwörungstheorien oder sexueller Anmache konfrontiert. Hier finden Sie aktuelle Studien zu diesen Themen.

Stand: 16.08.2021

Balken und Kreisdiagramm mit Linien und Pfeilen | Bild: BR

Studie zu Werbepraktiken und direkten Kaufappellen an Kinder in sozialen Medien

Influencer*innen sind für viele Kinder wichtige Vorbilder und Bezugspunkte. Im Auftrag der KJM wurden mittels eines Mehrmethodendesigns die Werbe- und Medienkompetenzen von 6 bis 13 Jahre alten Kindern und deren Eltern, die Nutzungs- und Verhaltensweisen sowie die Probleme bei der Rezeption von Influencer*innen-Werbung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die befragten Kinder in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien hinsichtlich ihrer Werberezeption und Werbekompetenz teils deutlich voneinander unterscheiden. Die starke Faszination von solchen Inhalten, die vor allem jüngere und unerfahrene Kinder betrifft, Bindungsmotive wie Exklusivität und Zugehörigkeit und die parasozialen Beziehungen zu Influencer*innen machen Kinder anfällig für diese Art der Werbekommunikation. Ihnen ist oft unklar, welche Motivlage die Influencer*innen verfolgen und es fehlt ihnen das Verständnis für deren Werbetaktiken. Lösungswünsche aus Sicht der befragten Eltern sind Meldesysteme und Blacklists, in denen Influencer*innen, die gegen Richtlinien verstoßen, aufgeführt werden sowie eine generelle Regulierung dieser Werbung für jüngere Altersgruppen. Eltern wünschen sich außerdem eine Wissensvermittlung über Influencer*innen und deren werblichen Absichten im schulischen und außerschulischen Kontext.

Instagram-Studie – Selbstinszenierungsmuster

In der Studie „Muskeln, Mode, Maskulinität – Selbstinszenierungsmuster von Influencern auf Instagram“ von Daniel Brenner (wissenschaftlicher Mitarbeiter des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernehen / IZI), Rebekka Seelmann (Mitarbeiterin bei so geht MEDIEN) und Dr. Maya Götz (Leiterin des IZI) werden Influencer genauer unter die Lupe genommen. Unter der Frage "Lassen sich wiederkehrende Muster hinsichtlich Körperhaltung, Gestik, Blickverhalten, Mimik und Kontext (Gegenstände, Hintergründe) in der Selbstinszenierung von Influencern erkennen?", wurden 300 Bilder von den followerstärksten deutschen Influencern analysiert und mit den Selbstdarstellungen von Influencerinnen verglichen. Aus der Studie geht hervor, wie sich Männer auf Instagram präsentieren und wie sie sich darin von Frauen unterscheiden.

Desinformation in Deutschland: Gefahren und mögliche Gegenmaßnahmen aus Sicht von Fachleuten

In der Studie im Auftrag der Vodafone Stiftung sehen die befragten Expert*innen in Desinformation die größte Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Radikalisierung Einzelner. WhatsApp, Facebook, Youtube tragen dabei am meisten zur Verbreitung von Miss- und Desinformationen bei; die Bedeutung des Messengers Telegram hat trotz geringer Nutzer*innenzahlen zugenommen. Ältere Menschen sind deutlich gefährdeter Falschinformationen zum Opfer zu fallen als junge Menschen. Nach Ansicht der Expert*innen muss Medienkompetenz deshalb nicht nur an Schüler*innen, sondern an Bürger*innen aller Altersgruppen vermittelt werden.

Jugendschutz im Internet: Risiken und Handlungsbedarf

Der aktuelle Jahresbericht von jugendschutz.net zeigt, dass sich in der Corona-Krise die Risiken für junge Menschen im Netz verschärft haben. Bei der Nutzung von sozialen Medien werden Kinder und Jugendliche mit gefährlichen Challenges, Hass, Gewalt, Verschwörungstheorien oder sexueller Anmache konfrontiert. Nach Meinung der Autor*innen reagieren viele Anbieter bei Verstößen gegen Jugendschutzbestimmungen nur unzureichend.Den kompetten Jahresbericht 2020 "Jugendschutz im Internet" finden Sie hier zum Nachlesen:


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