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Zugverkehr Deutschlands erster Zug namens "Adler"

Zu Fuß gehen oder mit der Kutsche fahren - vor knapp 200 Jahren waren das die einzigen Möglichkeiten der Fortbewegung. Dann kam mit dem "Adler" ein ganz neues Fahrzeug.

Von: Anja Scheifinger

Stand: 06.02.2020

"Adler" auf der Chaussee zwischen Nürnberg und Fürth. | Bild: Grafische Sammlung / Museen der Stadt Nürnberg

Bis 1835 hatten die Menschen zwei Möglichkeiten, von einem Ort zum anderen zu gelangen: Sie konnten zu Fuß gehen oder mit der Kutsche fahren. Eine Kutsche aber konnten sich nur reiche Leute leisten. Vor knapp 200 Jahren passierte dann eine kleine Revolution für die Menschen in Deutschland: Der erste Zug fuhr von Nürnberg nach Fürth. Er wurde angeführt von einer Lokomotive, die den Namen "Adler" bekommen hatte. Warum, kann man nur vermuten: Der Adler ist das Wappentier von Nürnberg.

Pfeilschnell und raketengleich

Wahrscheinlicher aber ist, dass der Adler für Schnelligkeit steht. In England hießen Lokomotiven rocket, also Rakete. Und die Lok nach dem Adler wurde Pfeil getauft - alles Namen, die Schnelligkeit und Bewegung signalisieren. Der Adler fuhr auf seiner ersten Fahrt zwar nur etwa 35 Kilometer pro Stunde - Züge heute sind fast zehn Mal schneller. Aber er war damit doppelt so schnell wie Kutschen.

Von Nürnberg nach Fürth

Wer die sechs Kilometer lange Strecke zwischen Nürnberg und Fürth zu Fuß gehen musste, brauchte dafür lange zwei Stunden. Mit dem Zug war es jetzt einfacher, jemanden in der anderen Stadt zu besuchen: Man brauchte nur noch eine Viertelstunde! Und das Beste: Jeder konnte sich die drei Kreuzer für eine Fahrt mit dem Adler in der dritten Klasse leisten - das war so viel, wie ein Brot damals kostete. Die Menschen waren begeistert, dass sie durch den Zug auch mal aus ihrer Stadt heraus kamen. Alle standen jubelnd am Schienenrand, als sich der Adler auf seine erste Reise machte - von Nürnberg nach Fürth.


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