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Wüste Tiere in der Wüste

Kamele oder Dromedare haben sich ideal an die heiße Sonne der Wüste angepasst. Sie haben gleich mehrere Tricks drauf, um das harte Leben in der Wüste zu meistern. Und auch der kleine Schwarzkäfer hat einen tollen Trick.

Von: Sandra Limoncini

Stand: 09.07.2019

Wüste Dasht-e Kavir (Iran) | Bild: Xenia Kuhn

Kamele: Die Wüstenwasserspeicher

Kamele oder Dromedare können sehr lange Zeit ohne Wasser auskommen. Aber wenn einmal Wasser da ist, trinken sie ganz viel. Richtig viel: Auf einmal zum Beispiel 150 Liter, das sind etwa neun Wasserkästen. Dann verwandeln sie diese Riesenwassermenge zusammen mit ihrem Essen in Fett, das im Höcker gespeichert wird. Wenn sie dann lange Zeit ohne Essen und Trinken auskommen müssen, kann ihr Körper etwas ganz Besonderes: Er kann das Fett in den Höckern in Flüssigkeit zurückverwandeln. Das geschieht im Körper, man kann es nicht sehen. Außerdem machen sie viel weniger Pipi, denn ihr Pipi wird auch noch mal im Körper verwendet.

Und dann haben die Trampeltiere, wie sie auch heißen, noch eine Wüstenwunderwaffe: Sie riechen Wasser, auch wenn es Kilometer weit entfernt ist. Das wäre, wie wenn wir durch Häuser hindurch, über die ganze Strasse und noch durch drei Wohnblocks hindurch riechen würden, wenn dort einer einen Kuchen backt.

Schwarzkäfer: Tau trinken auf die besondere Art

Der kleine Schwarzkäfer, auch "Toktokkie" genannt, ist natürlich viel zu klein, um viel Wasser zu speichern, aber er hat einen absoluten Spitzentrick drauf, um an genug Wasser für jeden Tag zu kommen: Jeden Abend klettern er und einige seiner Käferkumpel auch auf eine Sanddüne ganz oben drauf. Dann macht er Folgendes: Er legt sich auf den Rücken und macht einen Handstand, streckt also den Käferpopo nach oben, den Kopf in den Sand und breitet ein wenig die Flügel aus. Dann schläft er ein.

In der Nacht wird es in der Wüste immer ganz kalt. Es bildet sich Tau auf den Käferflügeln. In den Flügeln dieser Käfer sind kleine Rillen drin. Und jetzt kommt das Tolle: Wenn der Tau auf den Flügeln entsteht, rinnt das Tauwasser in den Rillen entlang, direkt dem Käfer in den Mund. Er schläft ja sozusagen im Kopfstand. So trinkt er in der Nacht immer genau die Menge, die er braucht, um tagsüber zu überleben.


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