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Die Erfindung des Weckers Wecken mit Lärm, Licht oder Duft

Kurz nach Frühlingsbeginn kommt die Sommerzeit. Bei uns werden die Uhren immer am letzten Märzwochenende in der Nacht von Samstag auf Sonntag umgestellt: Nachts um 2 Uhr ist es dann plötzlich schon 3 Uhr. Und morgens muss man eine Stunde früher raus. Aber auch in den dunklen Jahreszeiten ist es für viele nicht einfach, aus dem Bett zu kommen. Die meisten von uns schaffen das nicht, ohne dass ein Wecker die Nacht beendet. Wie der erfunden wurde, steht in diesem Artikel.

Von: Kerstin Öchsner

Stand: 23.03.2018

Kinder im Bett mit Wecker auf dem Nachttisch | Bild: picture-alliance/dpa

Schon lange bewährt - Wecken mit Lärm

Der griechische Philosoph Platon.

Ein möglichst nerviges Geräusch ist das A und O, das war schon dem altgriechischen Philosophen Platon klar. Der soll vor fast zweieinhalb Tausend Jahren eine Art ersten Wecker gebaut haben: Er entwarf eine komplizierte Maschine, bei der die Zeit durch das stetige Tropfen von Wasser gemessen wurde; und wenn genug Wasser in einem Behälter drin war, verursachte der ein lautes Pfeifen wie bei einem Wasserkessel.

Mittelalterliche Mönche vertrauten später viele Jahrhunderte lang auf Kerzen fürs morgendliche Aufstehen. In das Wachs wurden Nadeln gesteckt, an denen kleine Bleigewichte hingen. War die Kerze heruntergebrannt, lösten sich die Nadeln aus dem weichen Wachs und die Gewichte polterten in einen darunter stehenden Metallteller.

Rütteln und Wackeln – die Weckmaschine

Der italienische Künstler und Erfinder Leonardo da Vinci.

Das muss doch auch leiser gehen, dachte sich vor rund 500 Jahren der Künstler und Gelehrte Leonardo da Vinci. Nur angenehmer wurde das Aufstehen mit ihm leider auch nicht: Da Vinci erfand eine Maschine, die dem Schlafenden nach einer bestimmten Zeit mit einem Hebel die Decke wegzog oder einfach sein Bett zum Wackeln brachte. Ein großer Verkaufsschlager wurde das Gerät nicht – was keine besondere Überraschung ist.

Schraube, Zahnrad, Feder – neue Tüfteleien

Komplizierte Weckapparate waren lange Zeit sowieso die Ausnahme. Die meisten Menschen wachten einfach bei Dämmerung oder dem Krähen des Hahns auf. Erst vor rund zweihundert Jahren kam der Weck-Erfindergeist so richtig in Schwung. Ein deutscher Tüftler erfand zum Beispiel einen Wecker, der statt zu klingeln den oberen Teil des Bettes nach oben schnellen ließ, damit der Schlafende plötzlich aufrecht sitzen musste. Ein anderer griff da Vincis Idee der weggezogenen Bettdecke wieder auf und ein dritter erfand eine Armbanduhr, die ihren Träger zur Weckzeit ins Handgelenk piekste.

Von lustig bis fies – moderne Wecker

Immer mehr schräge bis gemeine Weckmethoden wurden in den letzten Jahren erfunden: Es gibt Wecker, die einen mit allmählich heller werdendem Licht sanft aus den Träumen holen oder das Aufstehen mit dem Duft von Kaffee und Gebäck erleichtern sollen.

Und es gibt Geräte, die beim Klingeln erst mal auf kleinen Rädchen vom Nachtkästchen rollen und auf- und davonfahren – wer sie ausschalten will, muss also aufstehen. Und wer bereits aufgestanden ist, ist ja schon wach und legt sich - hoffentlich! - nicht gleich wieder hin.


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