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Schokolade Wertvolle Bohnen aus Mittelamerika

Wir alle lieben Schokolade. Und das schon ziemlich lange: Bereits das Volk der Maya in Mittelamerika hat vor rund 1.400 Jahren Kakao angebaut. Nur haben sie die Kakaobohnen damals anders zubereitet. Hier erfahrt ihr alles rund um die Geschichte der Schokolade!

Von: Joachim Thiel und Simone Wichert

Stand: 14.03.2018

Junge isst Schokolade | Bild: picture-alliance/dpa

Schon vor 1.400 Jahren hat das Volk der Maya in Mittelamerika chocol haa, also den Kakao angebaut. Später haben dann die Azteken herausgefunden, dass man die gemahlenen Kakaobohnen trinken kann und ihren Wasser-Kakao-Mix xocolatl genannt. Aus ihrem Wort hat sich dann unseres für Schokolade entwickelt.

Kakaofrüchte am Baum.

Die Kakaofrucht wächst auf einem Baum, ist gelb-orange und sieht ungefähr so aus wie ein eiförmiger Rugbyball. Sind die Früchte aufgeschlagen, kann man die dreißig bis vierzig braunen Kakaobohnen mitsamt einer glibberigen Masse, der Fruchtpulpe, herausholen und in einen Korb füllen.

Kakaofrucht und getrocknete Kakaobohnen.

Dort bleiben sie ein paar Tage liegen, um noch einen besseren Geschmack zu bekommen. Die Bohnen werden dann ohne die Fruchtpulpe auf Bananenblättern zum Trocknen in die Sonne gelegt.

"Das macht dann sieben Kakaobohnen, bitte!"

In alter Tradition feierten die Azteken und Maya mit Trommlern und Tänzern. Zu den Festen wurde Kakao serviert, gewürzt mit Chili oder Pfeffer. Da alle Völker in Mittelamerika die Bohnen sehr schätzten und sie wegen ihrer Härte schwer kaputt zu machen waren, wurden die Kakaobohnen auch wie Geld verwendet. So wurden zum Beispiel Tiere oder Werkzeuge gegen Kakaobohnen getauscht. Allerdings taugte die Bohne nur dann zum Tauschen oder Bezahlen, wenn sie besonders schön geformt war und eine einheitliche braune Farbe hatte.

Vom bitteren Getränk zum süßen Kakao

Als der spanische Eroberer und Seefahrer Hernán Cortés im 16. Jahrhundert nach Mittelamerika kam und das Land mit seinen Männern besetzte, probierte er auch den Kakao. Die gemahlenen Bohnen mit Wasser schmeckten ihm aber nicht: Viel zu bitter! Erst als die Spanier Vanille und Honig in den Kakao rührten, wurde das Getränk erfolgreich.

Die Spanier mischten die Getränkenamen chocol haa von den Maya und xocolatl von den Azteken zu "chocolatl". Übersetzt heißt das so viel wie "heißes Wasser". Da die Spanier aber das "tl" am Ende nicht gut aussprechen konnten, machten sie daraus ein "te" und der Name chocolate war entstanden.

Schokolade für alle!

Mit großen Schiffen brachten die Spanier die Kakaobohne nach Europa. Zunächst konnten nur reiche Leute Schokolade trinken, denn das Zermalen der Bohnen und das Vermischen mit Honig war teuer. Die Produktion wurde einfacher und billiger, als Mitte des 19. Jahrhunderts Maschinen zum Zerkleinern der Bohnen erfunden wurden.

Heute mischt man zu dem braunen Kakaopulver noch Milch, Zucker und Kakaobutter, verrührt die klebrige Masse einige Zeit und gießt sie dann in Formen. So entstehen Schokoladentafeln, aber auch Schokoosterhasen und Schokonikoläuse.


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