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Lach mal wieder! Lachen – (K)eine ernste Sache

Kinder lachen viel mehr als Erwachsene. Warum, das wissen die Forscher (noch) nicht. Kinder lachen bis zu vierhundert Mal am Tag, Erwachsene dagegen nur zwanzig Mal! Was passiert beim Lachen im Körper und ist es wirklich gesund?

Von: Bernhard Schulz, Karen Zoller, Simone Wichert und Veronika Baum

Stand: 04.06.2021

Lachende Kinder | Bild: picture-alliance/dpa

Lachen ist gesund!

Langes Leben durch Lachen? Lachen ist angeboren. Richtig herzhaft lachen können schon Babys mit vier Monaten.

Stimmt! Denn beim Lachen massiert das Zwerchfell unsere inneren Organe. Das Zwerchfell, ein Muskellappen, der die Lunge vom Bauchraum trennt, tanzt dabei wild auf und ab. Und weil wir beim Lachen tiefer atmen, wird der ganze Körper besser mit Sauerstoff versorgt. Das stärkt wiederum das Immunsystem, die Körperpolizei, die unseren Körper gegen Eindringlinge wie Bakterien und Viren schützt. Zusätzlich erweitern sich beim Lachen unsere Blutgefäße und der Körper wird besser durchblutet. Lachen lässt uns sogar besser denken. Denn auch das Gehirn freut sich über eine Extraportion Sauerstoff. Außerdem schüttet es in diesem Moment im Zentrum der Gefühle Botenstoffe aus, die Stress abbauen und uns glücklich machen!

Lachen ist Arbeit!

Lachen ist ansteckend! Schon die Steinzeitmenschen haben miteinander gelacht und sich so mitgeteilt, dass es ihnen gut geht.

Auch wenn es sich so leicht und lustig anfühlt, Lachen ist für den Körper echte Arbeit. Denn zum Lachen braucht er sehr viele Muskeln. Im Gesicht sind 24 Muskeln beteiligt, im ganzen Körper sind sogar bis zu achzig Muskeln im Einsatz: Schließlich machen die ganze Atemmuskulatur und auch die Muskeln in Schultern und Oberkörper mit. Auch der Bauch bewegt sich. Während diese Muskeln angespannt sind, erschlaffen gleichzeitig die Muskeln in unseren Beinen - und wir kippen vor lauter Lachen um.

Lachen ist sogar Sport! Angeblich sind zwei Minuten so gesund wie etwa zwanzig Minuten Joggen.

Für das lachende Gesicht sind vor allem zwei Muskeln zuständig: Der eine heißt schon so: Lachmuskel. Auf Lateinisch "musculus risorius". Von diesem Muskel gibt es zwei, einer ist links und einer rechts von den Mundwinkeln. Beim Lachen zieht das Lachmuskelpaar den Mund in die Breite.

Der zweite wichtige Gesichtsmuskel beim Lachen ist der "musculus zygomaticus major", der große Jochbeinmuskel. Auch er kommt doppelt vor, links und rechts unterm Auge. Diese beiden Muskeln ziehen die Mundwinkel schräg nach oben. Schon lacht das Gesicht von einem Ende zum anderen.

Von "hohoho" bis "hihihi"

Lachen als "Geräusch" ist eine besondere Form vom Atmen. Unser Körper atmet ein und presst die Luft gegen den Widerstand der fast geschlossenen Stimmritze stoßweise wieder raus. Dabei muss die Luft dann an der Stimmritze vorbei und es entsteht ein Lachton. Probier es doch mal aus! 

Experiment: Der lachende Luftballon

Blase den Luftballon auf und zieh dann das verdickte Ansatzstück leicht auseinander. Jetzt gibt es diesen quietschigen Ton. Wenn du das Ansatzstück zu stark auseinander ziehst, dann kommt keine Luft durch und der Ton hört auf. Wenn du diese Bewegung nun abwechselnd und ganz schnell machst, kannst du deinen Luftballon lachen lassen. So ähnlich entsteht auch in unserem Körper das Lachen. Nur dass der Luftballon die Lunge und das Ansatzstück die Stimmritze ist.

Wie sich das Lachen anhört, hängt dann noch davon ab, ob da ein großer Mensch mit einem großen Brustkorb und einem dicken Bauch lacht - dann gibt's ein ganz dunkles "Hohoho"-Lachen oder ob ein ganz dünner lacht, der sowieso schon eine helle Stimme hat, dann klingt's mehr nach "Hihihi".

CheckPod - Von kitzligen Tieren und Lach-Yoga

Tobi checkt, warum man manchmal weinen muss, wenn man lacht? Ob auch Tiere lachen können und ob man sich wirklich totlachen kann? Hör rein!


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