3

Unterwegs in Amerika Auf den Spuren der Navajo-Indianer

Hallo! Wir sind Xaver und Carlina aus München. Wir waren einen Sommer lang mit unseren Eltern unterwegs im Südwesten der USA: Nicht mit dem Planwagen wie die ersten Siedler, nicht mit dem Tipi wie die Indianer, aber doch immer unterwegs waren wir mit dem Wohnmobil im wilden Westen Amerikas. In unserem Videotagebuch nehmen wir dich mit auf die Reise.

Von: Elke Dillmann

Stand: 06.05.2020

Unterwegs in Amerika - Carlina und Xaver bei den Navajos. | Bild: BR | Elke Dillmann

Die Navajos sind der zweitgrößte Indianerstamm der USA. Sie leben zwischen den vier Bergen, die ihnen heilig sind in den Bundessaaten Arizona, Utah und New Mexico. Die Navajos leben nicht in Tipis, sie hatten schon immer feste Häuser, sogenannte Hogans.

Im Navajo-Museum

Um mehr über die Navajos zu erfahren, gehen wir in Tuba City ins Museum. Das Museum sieht aus wie ein riesiger Hogan, achteckig mit einem Kuppeldach und nur Eingang, ohne Fenster.

In der ersten, zweiten und dritten Welt der Navajos gab es immer irgendwie Stress, deshalb sind sie immer weitergezogen, bis sie in dieser, ihrer vierten Welt angekommen sind. Zumindest erzählt das die Schöpfungsgeschichte der Navajos so. Geschichten sind sehr wichtig für ein Volk, dessen Sprache lange Zeit gar nicht aufgeschrieben wurde. Im zweiten Weltkrieg hat die US-Armee Navajos als sogenannte Code-Talker eingesetzt, als Funker also, denn ihre Funksprüche konnte kein feindlicher Soldat und kein Spion entschlüsseln, weil es kein Wörterbuch für ihre Sprache gab.

Im Indianerland

In der Mitte des Indianerlands liegt die Stadt Chinle. Hier gibt es einen großen Supermarkt, in dem wir uns noch mal mit Lebensmitteln eindecken. Das tun in dieser einsamen Gegend viele, die meisten Lebensmittel gibt es hier tiefgefroren und die meisten Kunden haben mehrere Kühlboxen dabei. Und es gibt nur Großpackungen! Auf der Straße laufen Pferde frei herum – keine Wildpferde, aber die Besitzer sind so arm, dass sie sich kein Pferdefutter leisten können, also lassen sie die Pferde ihr Futter selbst suchen. Dass viele Menschen hier sehr arm sind, sieht man an den alten Autos, den zerrissenen Kleidern und den kaputten Zähnen.

Auf dem Pferderücken durch den Canyon de Celly

Auf den Parkplätzen entlang des Canyon de Chelly stehen Autos mit offenem Kofferraum, die Besitzer verkaufen selbstgemachten Schmuck und anderes Kunsthandwerk an die Touristen. Das hat eine sehr lange Tradition, schon vor 150 Jahren haben die Indianer das, was sie herstellen, an die weißen Siedler verkauft. Seit damals gibt es die Handelsposten, wo Indianer und Siedler kaufen und verkaufen können. Und einer dieser Handelsposten sieht heute noch so aus wie damals.

Beim Gallup Intertribal Ceremonial

Musik und Tanz sind sehr wichtig für die Navajos. Wenn ein traditioneller Navajo krank ist, dann geht zu einem Heiler, einem Sänger. Der sucht nach der richtigen Zeremonie, dem richtigen Lied, dem richtigen Tanz, um Körper, Geist und Seele des Kranken wieder in Einklang, in Harmonie zu bringen, damit er gesund werden kann. Zufällig erfahren wir von einem großen Fest, auf dem viele verschiedene Indianerstämme sich treffen, dem Gallup Intertribal Ceremonial. Dort essen sie traditionelles Navajo-Brot und lernen Kinder kennen, die bei einem Tanzwettbewerb Preise gewinnen wollen.

Der "Wilde Westen"

Noch lange hören wir in dieser Nacht auf dem Parkplatz im Wohnmobil den Klang der Trommeln. Am nächsten Tag fahren wir weiter zu dem Ort, den anscheinend jeder Wild-West-Tourist fotografieren muss. Zwischen diesen einsamen Bergen mitten in der Wüste wurden schon viele Filme gedreht. Aber eigentlich leben auch hier Navajo-Familien. Leider dürfen wir mit dem Wohnmobil nicht durchfahren, aber wir übernachten an einer Stelle mit sensationeller Aussicht.


3