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Igel Markenzeichen: Stachelpelz

Der Igel ist ein Wildtier, das oft, aber nicht immer im Wald wohnt. Auf Suche nach Nahrung sind die Tiere auch in Gärten und Parks in der Stadt unterwegs. Wer einen Igel beobachten will, braucht etwas Glück: Er ist nämlich vor allem in der Dämmerung oder nachts unterwegs - und dann verschläft er auch noch den ganzen Winter!

Von: Anne Buchholz, Mischa Drautz und Simone Wichert

Stand: 04.06.2019

Ein Igel sitzt auf einem Waldboden. | Bild: BR

Igel sind Einzelgänger. Jeder Igel hat seinen eigenen kleinen Bereich und in dem bleibt er auch, vorausgesetzt, ihm reicht die Nahrung dort. Die sucht er meist nachts. Und dabei läuft er auch weite Strecken, auch auf der Suche nach Weibchen. Um die Jungen kümmert sich der Igelvater allerdings nicht: Igelmütter sind immer alleinerziehend.

Igels Markenzeichen: sein Stachelpelz

Schon wenige Tage nach der Geburt sind kleine Igel stachelig.

Ungeborene Igelbabys haben noch sehr wenig Stacheln: nur ungefähr hundert. Die Stacheln sind in die aufgequollene Haut eingebettet, schauen also über die Haut gar nicht hinaus. Das ist schon deshalb geschickt, weil die Stacheln so die Mutter im Mutterleib nicht verletzen. Nach der Geburt schrumpelt die Haut recht schnell und die Stacheln treten hervor. Schon nach zwei bis drei Tagen fallen diese ersten sehr weichen Stacheln den Igelbabys wieder aus.

Eine Igelmutter mit ihren Jungen.

Ersetzt werden sie durch eine zweite Generation Stacheln. Sie sind spitz, vergleichsweise kurz und halten immerhin rund zwei Wochen. Diese zweiten Stacheln sind also so ähnlich wie unsere Milchzähne. Erst dann wachsen die endgültigen Stacheln. Diese sind etwa zwei Zentimeter lang und werden immer mehr, je größer der Igel wird. Ein ausgewachsener Igel hat zwischen 6.000 und 8.000 Stück.

Spitzes Stachelkleid

Die Stacheln sind eigentlich Haare, die hart geworden sind. Sie sind schwarz-weiß und innen hohl. Das ist sehr praktisch, sonst wäre der Stachelpelz ja auch viel zu schwer für so einen kleinen Igel. Ausgewachsene Stacheln sind spitz wie Nadeln, doch für tierische Feinde und auch für uns Menschen sind sie noch aus einem anderen Grund unangenehm: Die größere Gefahr ist nämlich das, was zwischen den Stacheln herumläuft. Zwischen ihren Stacheln wohnen viele Zecken und Flöhe, weil sich Igel aufgrund ihres Stachelkleids nicht kratzen können. Die Stacheln wärmen übrigens auch nicht, deswegen haben Igel darunter noch eine Unterwolle.

Achtung! Gefahr!

Der Ohrenigel kann seinen Stachelpanzer über den ganzen Körper ziehen.

Bei Gefahr rollt sich der Igel zusammen: Er zieht seine Muskeln so nach unten hin zusammen, dass die Haut gespannt wird und die Stacheln sich aufstellen. Im Inneren dieser Kugel ist der Igel dann gut geschützt. Nur Steinadler oder Uhus haben so kräftige lange Krallen, dass sie einem fest eingerollten Igel etwas anhaben können. Die größte Gefahr für den Igel sind jedoch Autos, denn leider weiß kein Igel, dass es nichts nützt, sich vor heranfahrenden Autos zusammenzurollen.

Igels Speiseplan: Wurm und Schnecke

Das beste Winterquartier für Igel besteht aus einem Haufen aus Holz, Reisig und Laub in einer ruhigen Gartenecke.

Ein Igel ist gar nicht so wählerisch: Er hat einen breiten Speisezettel und frisst, was er draußen bei uns im Garten findet: Würmer, Insekten, Käferlarven und besonders gerne Weiches wie Schnecken und Regenwürmer. Igel sind sozusagen eine kleine Polizei im Garten, sie fressen, was im Überfluss da ist und bekämpfen so auch zu viel Ungeziefer.

Was tun? Wenn du einen Igel findest ...

Igel lieben Katzenfutter und es hilft ihnen, sich eine genügend dicke Fettschicht für den Winter anzufressen. Am besten das Katzenfutter mit Haferflocken und etwas Öl vermischen. Zwei Esslöffel pro Tag sind genug! Ins Haus holen sollte man nur Igel, die sehr leicht sind. Helfen sollte man auch Tieren, die im November oder Dezember bei Temperaturen nahe des Gefrierpunktes tagsüber draußen herumlaufen. Aber Vorsicht: Igel können sich vor allem zwischen ihren Stacheln nicht putzen und sind deshalb meist voller Flöhe und Milben. Sollen Igel im Haus gepflegt werden, muss man erst das Ungeziefer bekämpfen.

Igels Ruhepause: Der Winterschlaf

Nach dem Winterschlaf müssen Igel schnell auf Nahrungssuche gehen.

Eine innere Uhr sagt dem Igel, wann es Zeit für den Winterschlaf ist. Er schlüpft dann unter einen Reisighaufen, den er ein bisschen mit Blättern auspolstert. Viel Arbeit macht er sich damit nicht, Hauptsache, seine Höhle ist trocken und windgeschützt. Darin wird er ab Ende November drei bis vier Monate schlafen. Es kann auch sein, dass der Igel in dieser Zeit ab und zu aufwacht und nach Nahrung sucht. Wenn er sich im Herbst genügend Speck angefressen hat, braucht er das nicht.

Im Frühling: Ein Igel wird ausgewildert

Wenn es im Frühling draußen wieder länger so um die zehn Grad warm ist, wacht der Igel aus seinem Winterschlaf auf. Dabei sind die Männchen übrigens ein paar Wochen früher dran als die Weibchen. Jetzt ist es auch an der Zeit, einen "Findling", den man über den Winter gepflegt hat, wieder auszuwildern. Da die Wildtiere ja vor allem in der Nacht aktiv sind, sollte man seinen Schützling am besten in der Abenddämmerung in die Freiheit entlassen. Wer mag kann "seinem" Igel einen Teller mit Katzenfutter in den Garten stellen, das ist auch jetzt im Frühjahr eine gute Unterstützung.


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