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Madrid wartet auf Greta Greta Thunberg auf dem Weg zum Klimagipfel

Greta Thunberg ist auf dem Weg zur Klimakonferenz in Madrid. Gleichzeitig wurde ihr in Stockholm der "Alternative Nobelpreis" verliehen. Den konnte sie wegen der Klimakonferenz leider nicht selbst in Empfang nehmen.

Von: Bernhard Schulz

Stand: 05.12.2019

Greta ist auf dem Weg nach Madrid

Greta Thunberg's Fahrt mit dem Segelschiff von Amerika nach Europa hat drei Wochen gedauert. Danach hat sie sich einige Tage in Lissabon, der portugiesischen Hauptstadt, ausgeruht. Auf dem Klimagipfel in Madrid wird sie erst am Freitag, dem 6.12.2019 erwartet.

Der "Alternative Nobelpreis"

Während sie in Lissabon war, wurde ihr in ihrer Heimatstadt Stockholm der sogenannte "Alternative Nobelpreis" verliehen. Da sie selbst nicht anwesend sein konnte, hat sie sich mit einer Videobotschaft für den Preis bedankt. Greta Thunberg bekam den Preis, weil sie es geschafft hat, mit ihrem Schulstreik weltweit auf die Klimakatastrophe aufmerksam zu machen. 

Was ist der "Alternative Nobelpreis"?

Davi Kopenawa vom Volk der Yanomami bei der Preisverleihung

Der "Alternative Nobelpreis" ist die Bezeichnung für die "Right Livelihood Awards".  Mit dem "Alternativen Nobelpreis" wird der persönliche Einsatz für die Menschenrechte und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten belohnt. Greta ist nicht die einzige Preisträgerin: Außerdem wurde Aminatou Haidar aus der Westsahara ausgezeichnet. Sie setzt sich für Menschenrechte ein. Die chinesische Rechtsanwältin Guo Jianmei bekam den Preis, weil sie für die Rechte von Frauen eintritt und der Brasilianer Davi Kopenawa, ein Mitglied des Volkes der Yanomami, wurde geehrt, weil er für die Erhaltung des Regenwaldes kämpft.

Greta bekommt nicht nur Preise

Greta Thunberg hat mit ihrem Schulstreik und der daraus entstandenen "Fridays for Future" Bewegung Aufmerksamkeit auf der ganzen Welt bekommen. Aber diese Aufmerksamkeit hat auch Schattenseiten: Viele Menschen versuchen, sie unglaubwürdig oder lächerlich zu machen. Andere wollen sie einschüchtern. Zum Beispiel hängten Unbekannte in Rom eine Puppe, die Greta darstellen sollte, an einem Seil von einer Brücke. Andere beschimpfen sie auf Twitter. Es werden ihr auch Vorwürfe gemacht, die schlichtweg falsch sind: Sie hätte mit Ihrer Segelfahrt von Amerika nach Europa mehr CO2 verursacht, als wenn sie mit dem Flugzeug geflogen wäre. Begründung: Da auf der Rückfahrt von New York nach Europa eine andere Mannschaft auf dem Schiff war, als bei der Hinfahrt, hätten Menschen wegen ihr das Flugzeug genutzt, um nach New York zu kommen. Auf solchen Rennjachten segelt aber selten dieselbe Crew auf der Hin- und Rückreise. Dafür kann Greta gar nichts, das ist bei diesen Schiffen ganz normal. Außerdem wurde Greta vorgeworfen, bei ihrer Rückfahrt von Amerika, hätte sie einen Dieselgenerator an Bord des Schiffes gehabt. So einen Generator braucht aber jedes Segelschiff, das den Ozean überquert, für Radar und Funkgerät. Auch das Angebot, ihr einen Esel zu leihen, mit dem sie dann klimaneutral von Lissabon nach Madrid reiten könne, ist wahrscheinlich nur der Versuch, sich über sie lustig zu machen.

Greta hat das sogenannte "Asperger-Syndrom"

Greta bei ihrer Ankunft in Lissabon

Menschen mit Asperger Syndrom haben oft Schwierigkeiten, sich ihren Mitmenschen verständlich zu machen. Sie wirken oft kühl, abwesend oder interesselos. In Wirklichkeit sind sie oft ausgesprochen schlau oder haben sogenannte "Inselbegabungen". Das bedeutet: Sie können eine bestimmte Sache viel besser, als andere Menschen.


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