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Beruf oder Ehrenamt Feuerwehr - Wer rennt, wenn's brennt?

In Deutschland sind es meistens Ehrenamtliche, die ausrücken, wenn es brennt – freiwillige Feuerwehrleute, die neben ihrem normalen Beruf Einsätze bei der Feuerwehr fahren. Nur in großen Städten gibt es eine Berufsfeuerwehr. Hier sind die Feuerwachen rund um die Uhr besetzt.

Von: Karen Zoller, Anne Buchholz und Veronika Baum

Stand: 03.02.2020

Neben der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr gibt es in vielen größeren Firmen noch eine Werksfeuerwehr, zum Beispiel am Flughafen. Dann sind die Feuerwehrleute, wenn etwas passiert, gleich vor Ort. Zählt man alle zusammen, dann gibt es in ganz Deutschland ungefähr 1,3 Millionen Feuerwehrfrauen und -männer, die in rund 25.000 Feuerwehren arbeiten. Das hat der Deutsche Feuerwehrverband ausgerechnet, bei dem alle Feuerwehrarten in Deutschland Mitglied sind.

Bei der Berufsfeuerwehr

Menschen, die von Beruf Feuerwehrmann sind und damit ihr Geld verdienen, sind in Deutschland selten. In nur ungefähr 100 Städten in Deutschland gibt es Berufsfeuerwehren. Frauen, die in diesem Beruf arbeiten, sind noch seltener: In Deutschland sind es nicht mal 600.

Feuerwehrleute, die bei der Berufsfeuerwehr arbeiten, haben alle noch einen weiteren, meist handwerklichen Beruf gelernt. Schließlich gibt es auf der Feuerwache allerhand zu tun: Automechaniker halten die Feuerwehrautos in Schuss, Schneider und Schuster reparieren die Uniformen, Techniker machen kaputte Funkgeräte wieder flott und ein Koch bereitet für alle die Mahlzeiten zu ... Auch Rettungssanitäter sind gefragt. Für alle gilt: Wenn der Alarm losgeht, lassen sie alles stehen und liegen und rennen zum Feuerwehrauto.

Ein Arbeitstag dauert 24 Stunden

Eine Schicht bei der Berufsfeuerwehr dauert 24 Stunden. In den ersten acht Stunden arbeiten die Feuerwehrleute, wenn sie nicht zu einem Einsatz unterwegs sind, in ihren Werkstätten.

Nachdem Abendessen beginnt dann auf der Feuerwache die Bereitschaftszeit. Jetzt dürfen die Feuerwehrleute tun, wozu sie Lust haben: In der Turnhalle Fußball spielen, lesen oder im Kraftsportraum die Muckis stählen. Schlafen dürfen sie natürlich auch. Aber nur, wenn sie es trotzdem schaffen, bei einem Notfall innerhalb von 60 Sekunden wieder fertig angezogen im Feuerwehrauto zu sitzen.

Schon gewusst?

Für die Ampeln rund um die Feuerwache haben die Feuerwehrleute eine Fernbedienung. Die Sirene macht der Fahrer erst an, wenn er wirklich über eine rote Ampel fahren muss. Sonst würden die Nachbarn der Feuerwache ja irgendwann verrückt vom dauernden Tatütata!

Rutschen statt Laufen

Auch Willi dürfte bei der Feuerwehr in voller Ausrüstung eine Rutschstange runterrutschen. Schau dir seine Sendung an!

Damit es schnell geht, gibt es auf der Feuerwache zwischen den Etagen Rutschstangen, an denen die Feuerwehrleute blitzschnell bis in die Fahrzeughalle rutschen können. Bis zu acht Meter geht es so hinunter! Unten hängen dann für jeden Feuerwehrmann Jacke und Helm am Haken. Auch die Feuerwehrstiefel stehen dort, die haben extra keine Schnürsenkel, damit das Anziehen fix geht.

Retten, löschen, bergen, schützen

Und noch etwas: Feuerwehrleute löschen natürlich nicht nur Brände. Nur drei von 100 Einsätze haben überhaupt etwas mit Feuer zu tun! Zu den Aufgaben der Feuerwehrleute gehört es zum Beispiel auch, überschwemmte Keller leer zu pumpen, bei Autounfällen eingeklemmte Personen zu befreien, ausgelaufenes Benzin und Öl von der Fahrbahn zu entfernen oder auch mal eine ängstliche Katze vom Baum zu holen.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr

Auch Checker Can hat die Feuerwehr besucht und dort für den Ernstfall geprobt. Schau dir den Feuerwehr-Check an!

Bei den freiwilligen Feuerwehren machen hauptsächlich Ehrenamtliche mit, sie bekommen also kein Geld dafür – sie sind freiwillig Feuerwehrleute.

Auf dem Land gibt es fast in jedem Dorf eine Freiwillige Feuerwehr. Aber auch in großen Städten gibt es eine Freiwillige Feuerwehr, die bei einem Brand zeitgleich mit der Berufsfeuerwehr informiert wird. Die Feuerwehrmänner tragen immer ein kleines Gerät mit sich. Es piepst, wenn ein Alarm eingeht. Dann heißt es schnell sein: Zum Spritzenhaus, so heißt das Haus, in dem die Feuerwehrautos stehen, die Feuerwehrschutzkleidung anziehen, ins Feuerwehrauto und los. Dann lässt sogar der Bäcker, der bei der Freiwilligen Feuerwehr arbeitet, seine Semmeln stehen, um löschen zu helfen. Damit es immer genügend Freiwillige gibt, können sich Jugendliche bei der Freiwilligen Feuerwehr ausbilden lassen.


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