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Applaus Warum klatschen wir beim Konzert?

Nach einem klassischen Konzert, bei dem man lange still sitzen musste, klatschen wir in die Hände und applaudieren dem Dirigenten und den Musikern. Das Konzert hat uns gefallen und der Beifall ist der Lohn für die Musiker. Beim Applaus gibt es allerdings einige Regeln zu beachten.

Von: Veronika Baum und Isabelle Auerbach

Stand: 23.07.2020

Klatschende Hände  | Bild: BR/Franziskus Büscher

Im Applaus nach einem Konzert entlädt sich die ganze Anspannung: vom lange Stillsitzen genauso wie vom konzentierten Zuhören. Unser Beifall ist dabei der Ersatz für etwas viel persönlicheres: Statt den Musikern die Hand zu schütteln oder dem Dirigenten auf die Schulter zu klopfen, weil sie ihre Sache gut gemacht haben, klatschen wir in die Hände.

Feste Regeln gab es schon in der Antike

Schon die Römer in der Antike hatten in der Zirkusarena eine genau festgelegte Applausordnung: Zunächst wedelten sie mit den Zipfel der Toga, bei etwas mehr Begeisterung schnippten sie mit den Fingern – und wenn sie völlig aus dem Häuschen waren, dann klatschen sie in die hohlen Hände.

Unterschiedliche Regeln für Konzertsaal und Oper

Auch heute gibt es im Konzertsaal noch bestimmte Regeln. So ist es nicht üblich, zwischen den Sätzen einer Symphonie zu klatschen. Das war zur Zeit Beethovens noch ganz anders. In der Oper dagegen darf direkt nach einer Arie geklatscht werden. Hier darf man sogar laut "Bravo" rufen. Auch wenn der Dirigent die Bühne betritt, klatschen die Leute – höflich – Beifall. Hier ist der Applaus so eine Art "Willkommensgruss".

Klatschen schafft Gemeinschaft!

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Das gemeinsame Klatschen am Ende eines Konzerts verwandelt übrigens auch das Publikum. Schon die Urzeitmenschen entdeckten sehr bald ihre Hände als erstes einfaches "Musikinstrument": Bevor man gegen einen anderen Stamm in den Krieg zog, klatschten und tanzten die Krieger. Dadurch verschmolzen sie zu einer Einheit. Gemeinsames Klatschen verbindet. Etwas Ähnliches passiert noch heute im Theater oder in der Oper: Nach einer besonders schönen Vorstellung applaudiert das Publikum plötzlich im gleichen Rhythmus. In ihrer Begeisterung springen die Leute manchmal sogar von ihren Plätzen auf und klatschen im Stehen weiter – "standing ovations" nennt man das. Einer zieht den anderen mit. Beifall kann eine ganz schöne Macht haben.


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