Wissen

Hintergrund Bienen

10

Bienen-Gesundheitsdienst in Bayern Damit Imker wissen, woran ihre Bienen leiden

Seit Januar 2015 arbeitet in Poing bei München ein eigener Bienengesundheitsdienst. Finanziell unterstützt vom Landwirtschaftsministerium können Imker Proben an den Dienst schicken, wenn sie glauben, ihre Bienen sind krank.

Stand: 01.02.2016

Honigbienen auf Waben | Bild: picture-alliance/dpa

"Wer Krankheiten nicht erkennt, schadet nicht nur seinem Bienenvolk, sondern auch anderen", sagt Jörg Berg, Leiter des Fachzentrums Bienen bei der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim. Um Imkern – professionellen und Hobby-Imkern – zu helfen, wurde 2015 ein eigener Bienengesundheitsdienst in Poing bei München gegründet. Imker können Proben an den Dienst schicken, wenn sie vermuten, dass mit ihren Bienen etwas nicht in Ordnung ist.

Kostenloser Gesundheitscheck für Bienen

Dabei kann es sich um lebende oder tote Bienen handeln, um Brutwaben oder auch Wachs, das auf Rückstände untersucht werden kann. Die Untersuchungen sind für die Bienenhalter kostenlos. Schon in seinem ersten Jahr habe der Gesundheitsdienst bereits 500 Proben untersucht.

Neben dem Service für den einzelnen Imker sind die Daten auch für die Wissenschaftler am Bienen-Fachzentrum in Veitshöchheim sehr wertvoll, erklärt der Experte. So könne man durch die Vielzahl der Proben beispielsweise die räumliche Verteilung sowie die Ausbreitung von Krankheiten untersuchen. Dadurch lassen sich auch einfache Strategien für deren Bekämpfung entwickeln.

Bienengesundheitsdienst

Im Januar 2015 wurde in der Zentrale des Tiergesundheitsdienstes Bayern e. V. in Grub der Bienengesundheitsdienst (BGD) ins Leben gerufen. In enger fachlicher Kooperation mit dem Fachzentrum Bienen der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim will der BGD eine diagnostische Anlaufstelle für alle bayerischen Imker, Imkervereine und Tierärzte bieten, wenn es um Bienengesundheit geht.
Hauptaufgabe des BGD ist die Erkennung und Analyse von Belastungen, denen Honigbienen ausgesetzt sind und die insgesamt zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Bienenvölker führen können. Hierzu stehen bakteriologische, virologische, parasitologische und spurenanalytische Untersuchungen zur Verfügung.

Schon vor der Gründung des BGD konnten Bienen, Wachs und Honig untersucht werden. "Wir haben bei uns im Fachzentrum ein kleines Labor", so Berg. Dort könne man den Befall mit der unter Imkern gefürchteten Varroa-Milbe auch feststellen, bei Viruserkrankungen gebe es dann aber Probleme, erklärt Berg.

"Vor Gründung des Bienengesundheitsdienstes haben wir die Proben dann außerhalb Bayerns in ein Labor geschickt – aber das ist aufwendig und dauert im Zweifel sehr lang."

Jörg Berg, Leiter des Fachzentrums Bienen bei der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim

Imkern ist eine verantwortungsvolle Aufgabe

Derzeit ist das Halten von Bienen wieder im Kommen. Aktionen wie "Urban Bee Keeping" oder "Bienenbox" sieht der Fachmann eher skeptisch. Denn wer sich einfach eine Holzkiste in den Garten, auf den Balkon oder auf das Dach stelle, ein Bienenvolk dort hineinsetze und damit meine, die Arbeit sei getan, der täusche sich. Ein Grund dafür, dass es in Deutschland kaum noch wild lebende Bienenvölker gebe, sondern nur noch einzelne Wildbienen, seien denn auch Schädlinge wie die Varroa-Milbe, die die Wildbienenvölker quasi ausgerottet habe.

Wer also ein Bienenvolk hält, sollte sich dringend darum kümmern, dass es nicht erkrankt. Sonst könnten die Bienen schnell sterben. Und nicht nur das eigene Volk, warnt Berg: Bemerkt ein Bienenvolk das Dahinsiechen eines anderen, räubert es dessen Nest aus. "Und damit holen sie sich Parasiten und Viren mit ins eigene Nest", so Berg. Darum rät der Experte: "Wer Bienen halten will, sollte es im Verein lernen."


10

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein: