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"PEGIMON GO" Mit Pokémon gegen Pegida

Pokémon Go ist für vieles bekannt, nur für politischen Aktivismus so gar nicht. Gestern ist es aber passiert: das Hype-Game wurde politisch. In München gingen Pokémon Go Spieler auf die Straße um gegen Pegida zu demonstrieren.

Von: Christian Orth

Stand: 19.07.2016 | Archiv

Pokémon Go hier, Pokémon Go da - der Hype um die virtuelle Monsterjagd geht wohl einigen von uns inzwischen mächtig auf den Keks. Aber dass das Spiel mehr kann, als unsere Smartphone-Sucht auf die Straßen zu transportieren, haben Spieler gestern Abend in München bewiesen. Dort haben Pokémon-Sammler die Montagsdemonstration von Pegida am Odeonsplatz gestört. PEGIMON GO hieß die Aktion, zu der die Studenten- und Künstlergruppe "Unbesorgte Bürger gegen Nationalismus und Rassismus" auf Facebook aufgerufen hatte.

Mithilfe von Lockmodulen und Rauch sollten sehr seltene Pokémon vor die Feldherrenhalle gelocket werden, genau dorthin, wo sich Pegida traf. Der Plan ging voll auf: Zocken gegen den Fremdenhass. Nicht nur eine Menge Rattfratz, Habitaks, Karpadors oder Nebulaks waren am Start, sondern tatsächlich auch ein paar Zocker, die zufällig in die Gegendemo geraten sind:

"Ich bin hier zum ersten Mal dabei und guck mir das an, was hier von sich gegeben wird. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich erschrocken. Obwohl ich eigentlich wegen der Pokémon hier war, bin ich froh, dass ich gekommen bin. Das nächste Mal komme ich gerne wieder – auch wenn’s ohne Pokémon stattfindet."

'PEGIMON GO'-Teilnehmer am Odeonsplatz

Pokémon Go bringt die Leute zusammen - auch wenn es darum geht, gegen rechtspopulistische Parolen zu demonstrieren. Die Veranstalter waren mit ihrer Aktion ziemlich zufrieden.

"Das hat heute wirklich Spass gemacht mit euch, mal ein bisschen was anderes und wieder wirklich gute Stimmung beim Gegenprotest."

Love, Beats & HappyBass auf Facebook

Wenn auch ihr gestern ein paar Pokémon gefangen habt, könnt ihr eure Fotos auf der Facebookseite von Love, Beats & HappyBass hochladen. Dort wird heute das Beste gekürt.

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