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"Pokémon Go" Wahnsinn Wie Pokémon Go die Leute zusammenbringt

Spieleabend? Braucht's nicht. Wer in der Gruppe spielen will, geht auf Pokémon-Go-Tour. Manchmal geplant - manchmal ungeplant: Was Freitagnacht im Central Park in New York passiert ist, könnte uns auch bald in Deutschland blühen.

Von: Johanna Zach

Stand: 18.07.2016 | Archiv

Aquana | Bild: Wiki Images

Menschen, die in ihr Smartphone starren und gedankenverloren durch die Straßen wandern, sind eigentlich kein ungewöhnlicher Anblick. Sind es aber wie vergangenen Freitag in New York plötzlich hunderte von Menschen, die mit erhobenen Smartphones in eine bestimmte Richtung rennen, aus ihren laufenden Auto springen, alles stehen und liegen lassen -  und das mitten in der Nacht – muss doch irgendetwas passiert sein! Spontane Autogrammstunde mit Justin Bieber vielleicht… Oder Freibier?!

Nein. Ein Aquana wurde gesichtet. Für alle die (noch) nicht in die Welt der Pokémons eingetaucht sind: Das ist ein sehr seltenes Wasser-Pokémon. Für viele Pokémon Go Spieler also ein Anlass zu später Stunde in den Central Park zu strömen und sich mit anderen Pokémon Trainern dort auf die Suche zu begeben.

Dass Pokémon Go ein großes Gefahrenpotential birgt, haben wir schon berichtet und zeigen zahlreiche Beispiele aus aller Welt. Aber der spontane Massenauflauf im Central Park ist nur ein Beispiel von vielen, dass das neue Virtual Reality Game auch eine moderne Form der klassischen "Schnitzeljagd“ sein kann: Ein Multiplayer Game mit einem gemeinsamen Ziel. Obwohl eigentlich jeder für sich selber spielen kann, gibt es einen Trend zum gemeinsamen Gaming. Ein Psychologe der Zeitschrift Psychcentral behauptet sogar, dass das Spiel gegen Depressionen hilft! Warum? Weil die Menschen scheinbar wieder eine Motivation haben das Haus zu verlassen und in der realen Welt Erfolgserlebnisse erfahren. Bei stundenlanger Suche nach neuen Pokémons ist Bewegung auch gleich inklusive.

Das Potential von Pokémon Go wurde auch in Deutschland erkannt, die Events zur gemeinsamen Pokémonjagd schießen wie Pilze aus dem Boden. Schon letzte Woche wurden die ersten Safaris veranstaltet, aber langweilig wird es Pokémon-Liebhabern so schnell nicht mehr. Nächsten Freitag zum Beispiel: eine Pokémon Go Tour in Würzburg, einen Tag später in München und Nürnberg, in zwei Wochen eine Nachtwanderung in Ingolstadt - sogar eine Tour in ganz Süd-Deutschland ist geplant. Laut Forbes ist Pokémon Go in den USA schon das erfolgreichste Smartphone Spiel aller Zeiten - in Deutschland ist es auf dem besten Weg dahin.

Seid also gewarnt: Rechnet zunehmend mit Massen an Menschen, die mit ihren Smartphones ausgerüstet etwas Unbestimmtem hinterher jagen. Falls ihr nicht selbst Teil dieser Massenbewegung seid, werft ein achtsames Auge auf eure spielenden Mitmenschen und bewahrt sie vor Stolpersteinen oder befahrenen Straßen. Und wer den Hype jetzt schon nicht mehr erträgt, kann ja seine Freunde mal wieder zu einer richtigen Schnitzeljagd einladen.


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