Karl Kling I Need You 04:11 min

Der Produzent Karl Kling aus Portland wagt nach etlichen Erfolgen mit dem RAC-Kollektiv einen Vorstoß in Sologefilde und erinnert dabei gleich angenehm an die seligen Postal Service.

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Ruhmeshalle Radiohead - OK Computer

"OK Computer" von Radiohead aus dem Jahr 1997 ist eines der wichtigsten und einflussreichsten Alben aller Zeiten.

Stand: 08.10.2007 | Archiv

Radiohead | Bild: Tom Sheehan

6. März 1997: Dass dies ein denkwürdiges Datum in der Popgeschichte werden würde, konnte wirklich niemand vorausahnen. An diesem Tag, um genau 18:57 Uhr Londoner Ortstzeit, ist das Mastering zu einem der wichtigsten und einflussreichsten Alben aller Zeiten abgeschlossen: "OK Computer" von Radiohead.

Radiohead sind zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als eine mittelmäßig erfolgreiche Indieband - soundmäßig irgendwo zwischen R.E.M. und Pink Floyd, die seit knapp zehn Jahren um Anerkennung beim Publikum buhlt. Mit "Creep" hatten sie zwar vier Jahre zuvor ihren einzigen großen Hit geschrieben, zu dem sie allerdings inzwischen eine Hassliebe entwickelt haben. Seit Jahren schon spielen sie "Creep" nicht mehr live. Denn die Leute wollen immer nur eins: "Creep" hören.

Radiohead erfinden sich neu

Albumcover "OK Computer" von Radiohead | Bild: EMI

Radiohead - OK Computer (Cover)

Ende 1996 ziehen Radiohead sich in ein altes englisches Landhaus zurück - sie wollen neue Songs aufnehmen. Und hier in St. Catherine's Court muss irgendetwas mit der Band passiert sein. Denn das Ergebnis der Aufnahme-Sessions gehört zum Erstaunlichsten, was der Gitarrenmusik je passiert ist: Sounds, die man nie zuvor gehört hat, elektronische Fragmente, Stimmencollagen, kaputte Beats, ein Thom Yorke, dessen Stimme plötzlich körperliche Schmerzen bereiten kann.

Lärmend und episch

Zusammengehalten von einem Songwriting, von schier unfassbarer Komplexität und Catchyness. Eigentlich ein Widerspruch in sich - aber bei Radiohead funktionert es. Bestes Beispiel: "Paranoid Android". Die erste Single von "OK Computer" ist ein fast siebenminütiges Monstrum. Lärmend, wütend, kreischend, tieftraurig und episch. Am besten trifft es Neil Hannon, selbst ein großer Songwriter und Sänger von "The Divine Comedy", als er in einem Interview nach "OK Computer" gefragt wird: "Es war wie absolut nichts, was ich je gehört hatte. Ein historischer Augenblick."

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