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Vorgestellt // The Moonband Mit der Wandergitarre auf der Blechrakete

The Moonband aus München will alles: Folk-Experiment und Weltraumweite, Mondscheinidyll und Raketenfeuer. Die fünf Münchner verbinden gekonnt zwei Welten und nehmen uns auf ihrem Debüt-Album mit auf eine Reise in beide.

Stand: 21.07.2011 | Archiv

The Moonband | Bild: The Moonband

Sie lassen dich ein wenig wegdriften aus der Gegenwart: The Moonband machen wunderschönen Folk, der frei von Zeit und Orten ist. Er funktioniert an einem Lagerfeuer in Arizona, auf der Wiese am Münchner Königsplatz und bei einer nächtlichen Fahrt durch's Dachauer Hinterland. Wie der Sound ihrer Brüder im Geiste, den Americana Göttern von Calexico, orientieren sich die Stücke von The Moonband am großen Songbuch der amerikanischen Folk-Tradition, ohne dabei aber altbacken oder hinterwäldlerisch zu klingen. Mit Banjos, Slideguitar, Mandoline und mehrstimmigem Gesang erzählen die Stücke Geschichten über Gemeinschaft und Einsamkeit, Erwachsenwerden und Jugend, Weisheit und Leichtsinn.

Weltenreise

Ihr Album "Songs We Like To Listen To While Traveling Through Open Space" haben die fünf Münchner in einem 150 Jahre alten Haus in Tschechien aufgenommen und wie es sich für eine gute Folk-Platte gehört, auch alles live eingespielt. Gerade das wahrt den Charme der Moonband, die ihre Zeit nicht in allzu perfekt ausgetüftelte Produktion investiert, sondern lieber ihr charakteristisches Miteinander genießt. Die Band gibt den Songs Raum, sich zu entfalten und ist bei aller Freiheit so gut aufeinander abgestimmt, dass man fast nicht glauben kann, dass sie erst seit zwei Jahren miteinander spielt.

Die andere Welt

Bei aller Liebe zum Folk und der guten alten Zeit in der Weite des Westens, hat die Moonband auch eine besondere Beziehung zur Galaxie. Da sind zum einen die auffälligen Namen der Bandmitglieder: Chris Houston (Gesang, Gitarre), Katrin Kirková (Gesang, Mandoline und anderes Kling Klang), Eugen Mondbasis (Gesang, Gitarre), Andy Armstrom (Kontrabass) und Elena Rakete (Percussion). Dann ist da noch ihre Homepage: Die ist gespickt mit kleinen Sternen, verschrumpelten Planeten und einer Rakete, die man per Mausklick bewegen kann. Ein Klick und sie schmeißt die Zündkerzen an und kreiert dabei wohl so viel Energie, dass die ganze Website anfängt zu vibrieren.

Auch die Bandphotos und das Cover-Artwork spielen mit einer absolut gegensätzlichen Ästhetik. Einerseits sieht man da, dass die Band offensichtlich Spaß am Weltraum hat, andererseits bekommt auch die Musik ihre eigenen Bilder: In weiße Raumanzüge verpackt stehen fünf Figuren um ein Lagerfeuer im malerischen Tal. The Moonband, die will eben alles. Cyberspace und Sternschnuppenidyll am See. Mit "Songs We Like To Listen To While Traveling Through Open Space" könnten die fünf Münchner einen ganz großen Schritt nach vorne machen. Und wer nachts mal zum Mond hinauf schaut, der entdeckt sie vielleicht, die klapprige Blechrakete der Moonband.


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