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Meteoriten, Meteoriden, Meteore Kosmische Geschosse

Ein Crash im All: Zwei Asteroiden schlingern aufeinander zu und krachen aneinander. Sie explodieren und zerbersten in Bruchstücke, die als gefährliche Geschosse weiterrasen. Ob Sternschnuppenfunkeln, strahlender Lichtblitz oder katastrophaler Einschlag - die Erde bekommt sie oft zu spüren.

Stand: 05.03.2021

Im Sonnensystem wandern nicht nur die Planeten und Kleinplaneten auf ihren recht stabilen Bahnen, sondern es schwirren auch Tausende von kleineren kosmischen Körpern umher - Asteroiden. Ihre Umlaufbahn ist nicht ganz so stabil, denn der nahe Vorbeiflug an einem großen Körper wie Jupiter kann die kleinen, viel leichteren Himmelskörper völlig aus der Bahn bringen - und sie beispielsweise Richtung Erde lenken.

Unberechenbare Bruchstücke

Zerbrechender Asteroid

Immer wieder stoßen Asteroiden und Kometen auch mit anderen Himmelskörpern zusammen. Dabei explodieren sie und zerbersten in kleinere Bruchstücke, die wieder zu gefährlichen Geschossen werden - noch weniger berechenbar als der ursprüngliche Asteroid. Je größer und dichter ein Materiebrocken ist, umso heftiger ist seine Wirkung beim Einschlag.

Die eintretenden Stücke nennt man Meteoroiden oder Meteoriden. Unser Planet wird durch die Atmosphäre ein wenig geschützt: Die meist porösen, wenig dichten Asteroiden und Meteoroiden zerbersten beim Eintritt und verglühen teilweise. Die Bruchstücke, die die Erdoberfläche erreichen, nennt man als Meteoriten. Bleibt von einem einschlagenden Asteroid nicht mal mehr ein Bruchstück übrig, weil er beispielsweise beim Einschlag vollständig verdampt, spricht man streng genommen von einem Asteroidenkrater, sonst von einem Meteoritenkrater.

Sternschnuppen

Eigentlich bedeutet ihr Name "Himmelserscheinung": Als Meteor bezeichnet man nur den Lichtstrahl, der bei Eintritt in die Erdatmosphäre entsteht - in 80 bis 110 Kilometer Höhe. Bei großen Meteoren ist auch meist ein lauter Knall zu hören.

In den allermeisten Fällen ist die Lichterscheinung aber das Einzige, was wir wahrnehmen - und genießen: ein Sternschnuppenschauer am nächtlichen Himmel, bei dem alle eintretenden Objekte in der Atmosphäre verglühen. Insgesamt erreichen die Erde bis zu 40 Tonnen Materie aus dem Weltraum - jeden Tag. Meist jedoch nur noch als kosmischer Staub. Und sogar diesen Staub kann man finden - wenn man nach Mikrometeoriten sucht wie Jon Larsen aus Oslo.

Kosmischer Staub unter der Lupe

Boten vom Anfang der Welt

Uralter Zeuge aus dem Sonnensystem

Schlägt ein kosmisches Geschoss jedoch durch die Erdatmosphäre, bildet sich um ihn eine dünne Schmelzkruste. Die Reibung durch die Atmosphäre erzeugt hohe Temperaturen - Bremsspuren am Meteorit. Für Forscher sind die Gesteinsbrocken wertvolle Boten aus dem All:

Unser Wissen über Asteroiden stammt vor allem von diesen Überresten. Weil sie wenig Veränderungen durchgemacht haben, können Meteoriten Aufschluss geben über die Geburt unseres Sonnensystems. Vielleicht sogar über den Ursprung irdischen Lebens, denn manche von ihnen bestehen auch aus organischer Materie.

Meteorit brachten vielleicht auch das Wasser zur Erde

Man vermutet, dass vor allem Kometen - die ja zu großen Teilen aus Wassereis bestehen - einst das Wasser auch auf unseren Planeten gebracht haben. Vielleicht waren es aber auch Asteroiden. Diese These wird durch einen Meteoritenfund in der Antarktis gestützt. In diesem Meteoriten entdeckten Forscher 2016 ein kleines Stück Opal. Opal entsteht jedoch nur unter wasserreichen Bedingungen und enthält bis zu dreißig Prozent Wasser. Daher vermuten die Forscher, dass der ursprüngliche Asteroid Wassereis enthalten haben müsse.

"Obwohl wir uns zu Recht um die Folgen eines großen Asteroideneinschlags sorgen, haben sie vor Milliarden Jahren möglicherweise das Wasser auf die Erde gebracht und geholfen, sie zu der vor Leben wimmelnden Welt zu machen, in der wir heute leben."

Hilary Downes, Professorin für Geochemie, Birkbeck College, London

Klein aber oho

Die meisten Meteoriten sind sehr klein: nur an die 15 Kilogramm. Doch wie Projektile einer Waffe entwickeln sie eine immense Wucht, wenn sie mit bis zu 90.000 Stundenkilometern einschlagen. 1908 explodierte ein solches Geschoss über Sibirien und zerstörte dabei 2000 Quadratkilometer Wald. Der Himmelskörper mit 10 bis 20 Meter Durchmesser war nur eine lose Ansammlung von Schutt, ein "rubble pile". Daher erreichte nur die Schockwelle seiner Explosion die Erdoberfläche - mit einer Wucht von mehreren Millionen Tonnen TNT.

Meteor, Meteoroid oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.

Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Sendungen zum Thema:

  • Was ein Meteorit aus Flensburg verrät. IQ - Wissenschaft und Forschung, 27.01.2021 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Meteoriten-Experte zu Gast. Wir in Bayern, 19.01.2021 um 16:15 Uhr, BR Fernsehen
  • Sternschnuppen - leuchtende Geschosse. radioWissen, 15.01.2020 um 15:05 Uhr, Bayern 2
  • Meteor mit Mission - Kam das Leben aus dem All? radioWissen, 09.04.2015 um 09:05 Uhr Bayern 2

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