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Freitag, der 13. (K)ein Tag wie jeder andere

In der Antike war Freitag, der 13., noch ein guter Tag und der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Mit dem Christentum ging's bergab: Der Glückstag wurde zum Unglückstag. Wie kam's? Und warum man keine Angst vor Freitag, dem 13., haben muss ...

Stand: 13.11.2020

Freitag, der 13., auf einem Kalenderblatt  | Bild: picture-alliance/dpa

Pannentag der Pechvögel - fällt der 13. Tag eines Monats auf einen Freitag, so spricht der Volksmund von einem Unglückstag. Also lieber gar nicht vor die Tür gehen? In Deutschland glaubt immerhin jeder Vierte, dass ein Freitag, der 13., ein Unglückstag ist. Und immerhin 28 Prozent der Deutschen finden, dass allein die Zahl 13 schon Schlimmes verheißt - so das Ergebnis einer Allensbach-Umfrage im Jahr 2010. Zu Recht?

Freitage fallen häufiger auf einen Dreizehnten

Dass die "13" im Kalender auf einen Freitag fällt, passiert ein- bis dreimal pro Jahr.

Die schlechte Nachricht vorab: Freitag, den 13., gibt es relativ häufig: Ein- bis dreimal pro Jahr ereilt uns dieser Termin. Denn Freitage fallen häufiger auf einen 13. als andere Wochentage. Das zumindest errechnete der amerikanische Mathematiker Joseph Oscar Irwin. Da sich der Kalender alle 400 Jahre wiederholt, hatte er 4.800 Monate als Berechnungsgrundlage. Und in jedem gibt es einen 13. Die Verteilung auf die Wochentage war nicht gleich: Je 684-mal fällt der 13. auf einen Donnerstag oder Samstag, in 685 Fällen ist der 13. ein Montag oder Dienstag, 687-mal ein Mittwoch oder Sonntag und 688-mal eben ein Freitag. Ein minimaler Vorsprung.

Freitage sind generell unfallträchtiger - aber nicht am 13.

Am Freitag passieren die meisten Unfälle. Aber nicht an einem Freitag, 13.

Die Analysen der Zurich-Versicherung in Deutschland lassen auf einen harmlosen Freitag, den 13., schließen. Seit dem Jahr 2009 wertet das Unternehmen die eigene Schadens-Statistik zum "schwarzen Freitag" aus. Das Ergebnis: Die Haus-Statistik zeigt, dass "im langjährigen Mittel die Zahl der an einem Freitag, den 13. gemeldeten Fälle auf ähnlichem Niveau wie an allen anderen Tagen liegt", sagt Bernd O. Engelien, Leiter der Unternehmenskommunikation der Zurich Gruppe Deutschland.

Von 2009 bis 2016 passierte an diesem Tag im Schnitt sogar weniger: An allen Freitagen, die von 2009 bis einschließlich 2016 auf einen 13. gefallen sind, sind im Schnitt knapp 1.900 Schäden gemeldet worden - an allen anderen Tagen rund 2.000. Insgesamt wurden an Freitagen, die auf den 13. fallen, sogar rund zehn Prozent weniger Schäden verzeichnet als an allen übrigen Freitagen.

Grundsätzlich ist der Freitag mit durchschnittlich knapp 2.100 Meldungen nämlich der schadenreichste Tag der Woche. Aus einem ganz profanen Grund: Freitage sind wegen des hohen Verkehrsaufkommens einfach unfallträchtiger als andere Wochentage. Die Erhebungen zeigen auch, dass am 13. eines Monats erheblich weniger Schäden auftreten als an anderen Tagen. Durchschnittlich gingen hier nur rund 1.700 Schadensmeldungen ein.

Freitag, der 13., macht Menschen vorsichtiger

Kommende schwarze Freitage:

Freitag, 13.11.2020
Freitag, 13.08.2021
Freitag, 13.05.2022
Freitag, 13.01.2023
Freitag, 13.10.2023

Offenbar verhalten sich die Menschen an einem "schwarzen Freitag" aus Furcht so vorsichtig, dass nicht mehr, sondern weniger passiert als sonst. Nur übertreiben darf man es mit der Vorsicht nicht, sonst wird die Angst vor dem Freitag, dem 13., am Ende zur "selbsterfüllenden Prophezeiung".

Krankhafte Furcht vor dem Unglücks-Freitag und der Zahl 13

Paraskavedekatriaphobie

Diesen wissenschaftlichen Namen trägt die krankhafte Angst vor einem Freitag, den 13. Abgleitet wird die Bezeichnung von den griechischen Worten "Paraskave" = Freitag, "Dekatria" = 13. Paraskavedekatriaphobiker trauen sich an einem solchen Datum buchstäblich nicht aus dem Bett. Der österreichische Komponist Arnold Schönberg etwa litt unter dieser Angst. Und starb ausgerechnet an einem Freitag, den 13.

Triskaidekaphobie

So wird die generelle Furcht vor der Zahl 13 genannt. Der Regensburger Volkskundler Gunther Hirschfelder begründet sie damit, dass die Zahl knapp aus dem uns vertrauten Zwölfersystem herausfällt: So gibt es zwölf Monate, zwölf Tierkreiszeichen und zwölf Jünger Christi.

Unglückstag - echte Panik oder Nervenkitzel?

Psychologen beruhigen: Echte Angst vor einem Freitag, den 13., hat kaum jemand. Eher fühlen Menschen, die diesen Tag für einen Pechtag halten, "ein gewisses Unbehagen", so der Psychologe Peter Beckwermert. In der Regel ist die Aufmerksamkeit, die dieser Tag erhält, ein Kulturphänomen, das der Unterhaltung dient.

Dreizehnter ist Angst-Tag seit 50er-Jahren

Die Idee, dass ein Freitag, der 13., ein Unglückstag ist, ist zudem noch ziemlich neu. Erst in den 50er-Jahren taucht sie hier in Deutschland auf. Zwar ist die Zahl 13 schon sehr lange ungern gesehen. Sie störte schon in alten Hochkulturen die harmonische 12. Im Volksmund wird die 13 auch "Dutzend des Teufels" genannt. Und auch der 13. Gast beim letzten Abendmahl, der Verräter Judas, hat ihr Image nicht verbessert. Der Freitag hingegen war in der Antike ein positiv besetzer Tag - der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Doch das Christentum war dem Freitag nicht hold: Adam und Eva sollen am fünften Tag - dem Freitag - vom verbotenen Apfel gegessen haben. Und dass Jesus an einem Freitag gekreuzigt wurde, machte den Freitag zu einem Tag der Trauer und des Fastens.

Der Horror: Fliegen in Reihe 13

Die Angst vor der 13 hat längst ihren Platz in unserem Alltag: Viele Hotels haben keine Zimmernummer 13, einige Fluggesellschaften wie die Lufthansa verzichten in ihren Maschinen auf eine Sitzreihe mit der Nummer 13. Wirklich konsequent ist die Lufthansa dann aber doch nicht: Täglich gibt es unter anderem den Flug LH 013 von Hamburg nach Frankfurt.

Freitag, der 13. - ein importierter Aberglaube

Freitag, 13.: ein reiner Kunsttermin.

Doch lange Zeit waren der Freitag und die Zahl 13 in keinerlei Aberglaube miteinander verbunden. Der Ethnologe Gunter Hirschfelder untersuchte, wann die beiden Unglücksraben zusammenkamen: 1869 brachte erstmals ein US-amerikanischer Journalist Kursschwankungen an der Börse mit einem Freitag, den 13., in Verbindung. Und in den 50er-Jahren tauchte der Unglückstag als solcher erstmals in der deutschen Presse auf. Er ist also importiert, ähnlich wie der Valentinstag oder Halloween. Und warum streichen wir solche Daten gerne in unseren Kalendern rot an? Für Hirschfelder ganz einfach: Wir suchen uns neue Kunst-Termine, weil traditionelle Strukturierungen wie Aussaat, Ernte oder das Kirchenjahr heute kaum noch eine Rolle spielen.

Lichtblick: Glückszahl 13 im Judentum

Im Judentum verheißt die 13 übrigens Glück. Nach den jüdischen Phasen des Lebens ist 13 das Alter der Reife oder Verantwortung. Das Buch Exodus schreibt Gott 13 Eigenschaften zu.

Unglückstage im Ausland: "17" und "4"

Andere Nationen haben andere Unglückszahlen. In Italien und Brasilien ist es beispielsweise die 17. Denn schreibt man die Zahl in römischen Ziffern XVII, kann man sie zum lateinischen Wort VIXI umstellen. Das bedeutet: Ich bin tot. So wurde in Italien nie ein Renault 17 verkauft, stattdessen firmierte das Modell dort als Renault 117. Oder wir übernehmen die Furcht der Japaner und Chinesen vor der Vier. In beiden Sprachen erinnert der Wortlaut der Vier an Tod, im Japanischen auch an ein Leichenhemd - kein gutes Omen.

In Spanien und Lateinamerika ist übrigens nicht Freitag, der 13. ein Unglückstag, sondern Dienstag, der 13. Denn der Freitag, im Spanischen "viernes", eignet sich als Tag der Liebesgöttin Venus nicht zum Unglückstag. Dienstag dagegen heißt im Spanischen "martes" und ist dem Kriegsgott Mars gewidmet. Entsprechend das spanische Sprichwort: "An einem Dienstag, den 13., heirate nicht und schiffe dich nicht ein."

"Schwarzer Freitag" war ein Donnerstag

Es war ein schwarzer Tag für die US-Wirtschaft und Auslöser der Weltwirtschaftskrise, ein Freitag, der 13., war er aber nicht. Im Zusammenhang mit dem Crash der New Yorker Börse ist die Rede vom "Schwarzen Freitag". Der Tag fällt aber auf den 25. Oktober 1929. Seinen Anfang genommen hatte der Börsencrash in New York zudem genau genommen schon am 24. Oktober 1929, einem "Schwarzen Donnerstag" also. Bekannt geworden ist trotzdem der "Schwarze Freitag" - auch wegen der Zeitverschiebung und Auswirkungen auf Europa.


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