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Wirtschaftsnobelpreis 2019 Wirtschaftsnobelpreis für Kampf gegen globale Armut

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht 2019 an die drei Ökonomen Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer. Damit wird ihr experimenteller Ansatz zur Linderung der globalen Armut gewürdigt.

Stand: 14.10.2019

Der Wirtschaftsnobelpreis 2019 ging an Abhijit Banarjee, Esther Duflo und Michael Kremer. Ihre Arbeit habe die Möglichkeiten erheblich verbessert, weltweit Armut zu bekämpfen. | Bild: BR/dpa

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an drei Forscher von US-Universitäten "für ihren experimentellen Ansatz zur Linderung der globalen Armut": Ausgezeichnet wurden der gebürtige Inder Abhijit Banerjee, die 1972 in Frankreich geborene Esther Duflo und der Amerikaner Michael Kremer, wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am 14. Oktober in Stockholm mitteilte.

Duflo bekommt als jüngste Person überhaupt den Wirtschaftsnobelpreis

"Die Forschung der diesjährigen Preisträger hat unsere Fähigkeit zur Bekämpfung der globalen Armut erheblich verbessert", lautete die Begründung der Nobelpreis-Jury. Die in Frankreich geborene Duflo ist erst die zweite Frau in der Nobelgeschichte, die den Wirtschaftspreis bekommt, und zugleich die jüngste Person, die je den Wirtschaftsnobelpreis bekommen hat.

Kein echter Nobelpreis

Der Preis für Wirtschaftswissenschaften nimmt unter den Nobelpreisen eine Sonderstellung ein: Er wurde erst 1969 zum ersten Mal verliehen. 2009 erhielt erstmals eine Frau diesen Preis. Und bei den männlichen Preisträgern überwiegen deutlich Ökonomen, die an US-Universitäten oder in den Vereinigten Staaten gearbeitet haben. Der Wirtschafts-Nobelpreis ist streng genommen kein echter Nobelpreis, denn er geht nicht auf Alfred Nobels Testament zurück, sondern wurde erst nachträglich von der Schwedischen Reichsbank gestiftet - "in Gedenken an Alfred Nobel". Der Anlass war der 300. Geburtstag der Bank.

Preisträger am Rande und im Anhang

Dem Chemiker und Industriellen Alfred Nobel selbst sollen die Wirtschaftswissenschaften jedoch nie ganz geheuer und deshalb niemals preiswürdig gewesen sein. Jedoch werden die Preisträger wie bei den Nobelpreisen für Physik und Chemie von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften nominiert und auch im Rahmen der gesamten Preisverleihung überreicht. Doch ihre Namen tauchen im Verzeichnis der Nobelpreisträger nur in einem Anhang auf und werden statt auf die Flächen der Nobel-Medaille auf deren Rand eingraviert.

Wirtschafts-Preisträger der vergangenen Jahre

  • 2018: William D. Nordhaus und Paul M. Romer (beide USA) für ihre Theorien zum Zusammenhang von Wirtschaftswachstum und Umweltfolgen sowie technischen Innovationen
  • 2017: Richard H. Thaler (USA) für die Begründung der Verhaltensökonomie
  • 2016: Oliver Hart (Großbritannien) und Bengt Holmström (Finnland) für ihre Forschungsarbeiten zur Vertragstheorie im Wirtschaftsleben
  • 2015:Angus Deaton (Schottland) für seine bahnbrechenden Arbeiten über Konsum, Armut, Ungleichheit und Gesundheit
  • 2014: Jean Tirole (Frankreich) für seine Arbeiten zu den Themen Marktmacht und Regulierung, vom "Zähmen mächtiger Firmen"
  • 2013: Eugene F. Fama, Lars Peter Hansen und Robert J. Shiller (alle USA) für ihre empirischen Analysen von Aktienkursen
  • 2012: Die Spieltheoretiker Alvin E. Roth (USA) und Lloyd S. Shapley (USA) für ihre grundlegenden Erkennisse, wie verschiedene wirtschaftliche Akteure optimal für alle zusammenkommen.
  • 2011: Thomas Sargent und Christopher Sims für ihre empirische Untersuchung von Ursache und Wirkung in der Makroökonomie
  • 2010: P. Diamond, D. Mortensen, C. Pissarides: für ihre Such-Theorie für Märkte wie den Arbeitsmarkt
  • 2009: Elinor Ostrom, Oliver Eaton Williamson, USA: für ihre Studien über eine konfliktfreie Organisation der Märkte
  • 2008: Paul Krugman, USA: für seine Studien als Handelstheoretiker
  • 2007: Leonid Hurwicz, Eric Maskin, Rober Myerson, alle USA: für die Entwicklung der Theorie des Mechanism Design
  • 2006: Edmund Phelps, USA: für die Erforschung des Zusammenhangs von Preisentwicklung und Arbeitsmarkt
  • 2005: Robert Aumann, Israel und USA, Thomas Schelling, USA: für die Weiterentwicklung der Spieltheorie auf Konfliktsituationen
  • 2004: Finn Kydland, Norwegen, Edward Prescott, USA: für ihren Beitrag zur dynamischen Makroökonomie
  • 2003: Robert Engle, USA, Clive Granger, Großbritannien: für Methoden zur Analyse ökonomischer Zeitreihen
  • 2002: Daniel Kahneman, USA und Israel, Vernon Smith, USA: für die Einführung psychologischer Herangehensweisen in die Wirtschaftswissenschaft
  • 2001: George Akerlof, Michal Spence, Joseph Stiglitz, alle USA: für ihre Analyse von Märkten asymmetrischer Information

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