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Alexander Gerst ist zurück auf der Erde

Alexander Gerst und die Mission Horizons Alexander Gerst ist zurück auf der Erde

Stand: 20.12.2018

Nach fast 200 Tagen im All ist Alexander Gerst von der Internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt. Um kurz nach sechs Uhr landete am 20. Dezember 2018 die Sojus-Kapsel mit Astro-Alex und seinen beiden Begleitern in der Steppe von Kasachstan.

"Die Crew der bemannten Sojus MS-09 ist sicher zur Erde zurückgekehrt." meldete das russische Kontrollzentrum am Morgen des 20. Dezember. Die Kapsel landete kurz nach 6.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Rund dreieinhalb Stunden zuvor hatte sie von der ISS abgedockt.

Beim Rückflug wurden die drei Raumfahrer ziemlich durchgerüttelt und in ihre Sitze gepresst. "Ich kann kaum atmen, weil meine Zunge so stark an den Gaumen gedrückt wird", beschrieb Gerst 2014 den Rückflug von seinem ersten ISS-Aufenthalt. Kurz vor der Landung bremsten Fallschirme die Raumkapsel, bis sie schließlich in der Steppe von Kasachstan aufsetzte. Doch dieses Mal seien Rückflug und Landung weitaus weniger ruppig gewesen, meinte Gerst wenige Minuten, nachdem man den lächelnden Astronauten aus der Raumkapsel gezogen hatte.

Von Kasachstan über Norwegen nach Köln

Nach der Landung eilten die Mitglieder des Boden-Teams herbei, um den Raumfahrern aus der Kapsel zu helfen. Nach den ersten medizinischen Untersuchungen wurden die drei mit einem Hubschrauber in die kasachische Stadt Karaganda geflogen, wo sie mit einer traditionellen Willkommenszeremonie begrüßt wurden. Anschließend trennten sich die Wege: Prokopjew reiste ins Sternenstädtchen, das Kosmonautentrainingszentrum in der Nähe von Moskau. Auñón-Chancellor und Gerst flogen mit einem Flugzeug nach Norwegen. Dort wartete ein weiterer Flug, um Gerst nach Köln zu bringen, wo er am späteren Abend ankam. Die erste Pressekonferenz mit Astronaut Alexander Gerst nach seiner Rückkehr zur Erde ist für Samstag, 11:15 Uhr, geplant.

Länger als geplant im All

Gerst sollte eigentlich schon Anfang Dezember zur Erde zurückkehren. Wegen des Fehlstarts einer Sojus-Rakete mussten Gerst, Auñón-Chancellor und Prokopjew auf der ISS aber mehrere Wochen auf Verstärkung warten. Mehrere geplante Experimente fielen aus, außerdem die zwei vorgesehenen Außeneinsätze von Gerst. Ein Rätsel bleibt zudem, wie während seines ISS-Aufenthalts ein winziges Loch in die Wand der angedockten Sojus-Kapsel geraten konnte.

Außeneinsatz wegen eines Lecks

Das rätselhafte Leck der Sojus-Kapsel, die noch an die Internationale Raumstation gekoppelt ist, war im Sommer entdeckt worden und hatte auf der ISS einen Druckabfall ausgelöst. Die Raumfahrer konnten es zwar mit einem klebstoffgetränkten Spezialtuch abdichten, die Ursache des Lochs ist aber unklar. Bei einem fast achtstündigen Außeneinsatz am 11. Dezember schnitt der russische Kosmonaut Oleg Kononenko mit Werkzeugen eine Isolierungshülle und einen Schutzschild durch, um das kleine Loch von außen freizulegen. Er und sein Landsmann Sergej Prokopjew machten Fotos und Videos von dem Leck. Sie nahmen auch Proben von der Außenwand der Sojus-Kapsel, die russische Experten auf der Erde untersuchen sollen.

Modul mit Loch wird abgesprengt

In rund 140 Kilometern trennt sich die Sojus-Landekapsel (Mitte) vom Orbitalmodul (links) und Servicemodul (rechts).

Das Leck liegt an einer schwer zugänglichen Stelle des sogenannten Orbitalmoduls der Sojus. Die Raumfahrer nutzen es zum Ankoppeln an die ISS und zum Durchstieg in die Station. Das Modul wird beim Rückflug abgesprengt und verglüht leer in der Atmosphäre. Mit zwei Millimetern ist das Loch ungefähr so groß wie ein Streichholzkopf. Entsprechend herausfordernd war es für die beiden Kosmonauten, im sperrigen Raumanzug mit klobigen Handschuhen und bei Schwerelosigkeit an der kleinen Öffnung zu arbeiten.

Astro-Alex begrüßt Neuankömmlinge

An Bord der ISS befinden sich zurzeit sechs Raumfahrer.

Seit dem 3. Dezember war die Besatzung der ISS wieder vollzählig, wenn auch einige Wochen später als geplant. Eine Sojus-Rakete brachte die US-Astronautin Anne McClain, den Russen Oleg Kononenko und den Kanadier David innerhalb von rund sechs Stunden vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur zur ISS, wo sie rund sechs Monate bleiben werden. "Willkommen an Bord der ISS!" begrüßte Kommandant Alexander Gerst via Twitter die Crew der Sojus-Kapsel.

Sojus-Fehlstart mit Notlandung

Eigentlich sollte am 11. Oktober eine Sojus-Kapsel zwei Raumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Doch die zweite Stufe der Trägerrakete versagte zwei Minuten nach dem Start und die Raumfahrer Alexej Owtschinin und Nick Hague mussten notlanden. Beide Besatzungsmitglieder blieben bei der Notlandung unverletzt.

Auslöser des Unglücks war laut Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin ein Fehler beim Zusammenbau der Rakete. Die Arbeiter hätten bei der Montage eines Seitentanks an der ersten Raketenstufe "nicht die vorgeschriebenen Werkzeuge verwendet". Deshalb sei ein Sensor beschädigt worden, der sonst die Trennung der ersten von der zweiten Raketenstufe regelt.

Erster deutscher Kommandant der Raumstation

Alexander Gerst war vom 8. Juni bis 20. Dezember 2018 an Bord der Internationalen Raumstation. Ein halbes Jahr sollte sein Aufenthalt dort ursprünglich dauern, jetzt ist es etwas mehr geworden. In der zweiten Hälfte hat er das Kommando auf der ISS, als erster deutscher und zweiter europäischer Astronaut. Am 3. Oktober um 16.10 Uhr unserer Zeit übergab ihm der bisherige Amtsinhaber Andrew Feustel offiziell das Kommando. Einen Tag später verließen Feustel und zwei weitere Mitglieder der ISS-Besatzung die Raumstation und flogen zurück zur Erde.

Japanisches Versorgungsmodul verspätet sich

Seltener Moment für Alexander Gerst

Verzögerungen gab es schon vor dem missglückten Sojus-Start bei den geplanten zwei Außeneinsätze von Alexander Gerst. Ursache war der verspätete Start des japanischen Versorgungsmoduls HTV-7 "Kounotori". An Bord des Raumfrachters war nämlich unter anderem eine Lithium-Ionen-Batterie, die Gerst an die Außenseite der ISS montieren soll. Die Außeneinsätze wurden daraufhin auf Oktober verschoben.

Experimente an Bord der ISS

Gerst hat an Bord der ISS bereits viele wissenschaftliche Versuche durchgeführt. Deutsche Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR haben rund 40 Experimente zur Mission Horizons beigesteuert. Die Versuche sollen Fragen aus Biologie und Medizin beantworten. Weitere Wissenschaftsgebiete sind (Astro-)Physik, Materialwissenschaft und Technologie. Außerdem gibt es auch ein Bildungsprogramm für Kinder und Jugendliche.

Experimente während des zweiten ISS-Aufenthalts von Alexander Gerst

Myotones - Müde Muskeln im All

Im Rahmen des Experiments Myotones wollen Wissenschaftler der Berliner Charité und der Universität von Southampton an Alexander Gerst die biomechanischen Eigenschaften des ruhenden menschlichen Muskels untersuchen. Die Ergebnisse sollen für die astronautische Raumfahrt genutzt werden und künftig auch in die Rehabilitation nach Knochenbrüchen einfließen.

Metabolicspace - Kabelsalat ade

Metabolicspace heißt das Expermient des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Dresden. Dabei analysiert ein Gurt, den die Astronauten am Körper tragen, ihre Körper- und Stoffwechselfunktionen. Es soll die Überwachung und Auswertung des Trainings der ISS-Astronauten deutlich erleichtern und verbessern. Im Gegensatz zu bisherigen Messsystemen kommt Metabolicspace ohne hinderlichen Kabelsalat aus.

Flumias - Echtzeitmikroskop in 3D

Das Gerät Flumias ist nur so klein wie ein Schuhkarton. Es macht es aber möglich, feinsten Strukturen und schnelle Vorgänge in lebenden Zellen und Organismen in der Schwerelosigkeit zu bebachten. An Bord der ISS soll zum Bespiel die Entwicklung menschlicher Immunzellen in 3D und hoher Auflösung verfolgt werden.

Spacetex 2 - Schöner schwitzen

Das Experiment Spacetex 2 soll den Komfort von Astronauten während des Trainings verbessern. Die Astronauten tragen eine speziell für die ISS hergestellte Funktionskleidung, die von einem Forschungsverbund aus den Hohenstein-Instituten, der Charité Berlin und dem DLR entwickelt wurde. Die neuen Hightechstoffe sind für den Wärmeaustausch optimiert.

Asim - Gewitterstürmen auf der Spur

Mit Asim will die europäische Weitraumagentur ESA mehr über Gewitterstürme in der oberen Erdatmosphäre erfahren. Asim soll auf die untere Außenplattform des europäischen Columbus-Labors an der ISS montiert werden und von dort mindestens zwei Jahre lang die Wechselwirkung zwischen Gammastrahlung, Blitzen und Entladungen in der Hochatmosphäre beobachten.

EML - Neue Kamera für heißen Ofen

Den Elektromagnetischen Levitator (EML) installierte Gerst bereits 2014 auf der Raumstation. Im Zuge der Mission Horizons bekommt der Hightech-Schmelzofen nun eine Highspeed-Kamera. Mit dem EML werden materialwissenschaftliche Fragen untersucht. Die entsprechenden Daten sind zum Beispiel wichtig für die Optimierung von industriellen Gießprozessen, etwa von Motorgehäusen oder Flugzeugturbinenschaufeln.

DESIS - Ökosysteme unter Beobachtung

Das Spektrometer DESIS (DLR Earth Sensing Imaging Spectrometer) beobachtet die Erdoberfläche im Spektrum des sichtbaren Lichts und der Infrarotstrahlung, und zwar aus verschiedenen Blickwinkeln. An den gesammelten DESIS-Daten sollen sich Veränderungen im Ökosystem der Erdoberfläche ablesen lassen. Sie könnten beispielsweise dazu dienen, den Gesundheitszustand von Wäldern oder landwirtschaftlichen Flächen zu beurteilen und Ertragsprognosen zu treffen.

Gene Control Prime - Genregulation von Immunzellen

Beeinflusst die Schwerkraft Immunzellen und ihre Gene? Eine Serie von Experimenten in der Schwerelosigkeit soll klären, ob Immunschwäche möglicherweise genetische Ursachen hat. Die Erforschung der molekularen Mechanismen, die das Immunsystem regulieren, ist laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR nicht nur für zukünftige Langzeitmissionen von Astronauten von Bedeutung. Die Forschungsergebnisse sollen auch dazu beitragen, die generellen Ursachen von Immunschwäche zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln.

CompGran - Dynamik von Granulaten

Ein Granulat ist Materie, die aus Körnern oder Pulver besteht, zum Beispiel Sand oder Getreide. Je nach Zustand verhält sich ein Granulat unterschiedlich: Wenn man es verdichtet, wird es fest. Unverdichtet lässt es sich wie eine Flüssigkeit schütten. In der Schwerelosigkeit lassen sich die Dynamik und die physikalischen Eigenschaften von Granulaten leichter untersuchen. Daher kann das Volumen der ISS-Experimentzellen durch einen Kolben verändert und damit die Kompaktheit der Granulate variiert werden. Mittel- bis langfristig sollen die Forschungsergebnisse helfen, industrielle Prozesse von Schüttgütern wie Kohlenstaub, Mehl oder Getreide zu verbessern.

CAL - Minilabor für große Kälte

CAL (Cold Atoms Lab) ist ein Minilabor zur Erforschung ultrakalter Atome. Deutsche und US-Wissenschaftler werden bei diesem Experiment auf der Raumstation zusammenarbeiten. Im CAL werden Atomwolken fast auf den absoluten Temperaturnullpunkt von minus 273,15 Grad Celsius herabgekühlt. Das soll unter anderem bei der Messung von Gravitationswellen und der Entwicklung von Quantencomputern helfen.

Zeitkapsel - Wünsche von Schülern

Alexander Gerst hat sich auf der ISS auch mit einer Zeitkapsel befasst. Diese Aluminiumkugel ist allerdings kein Instrument für wissenschaftliche Experimente: Sie enthält, auf einem Datenträger gespeichert, die Zukunftsvorstellungen von Schülern. Gerst wollte die Zeitkapsel auf der ISS versiegeln und nach seiner Rückkehr dem Bonner Haus der Geschichte übergeben. Das zeitgeschichtliche Museum soll sie dann 50 Jahre lang verschlossen aufbewahren.

Weitere Experimente auf der ISS

Roboter als Reisebegleiter

Mit an Bord der ISS ist Cimon, ein fliegender Roboter. Er soll den Astronauten assistieren und sie bei Laune halten. Cimon kann sprechen, Witze erzählen, auf Sprachbefehle reagieren sowie Videos und Audios abspielen. Der etwa fünf Kilogramm schwere Roboter ist rund, damit er nichts beschädigt oder aus Versehen Knöpfe drückt, wenn er durch die Raumstation fliegt. Mit seinem eigenen Antrieb kann sich Cimon frei bewegen und dabei bis zu 0,36 Meter pro Sekunde zurücklegen. Im Durchmesser misst er 32 Zentimeter.

Bild für Bild mit Alexander Gerst zur ISS

Zur ISS gestartet war Alexander Gerst am 6. Juni 2018, pünktlich um 13:12 Uhr MESZ vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur. Der deutsche Astronaut flog an Bord einer Sojus-Raumkapsel zur Internationalen Raumstation (ISS), zusammen mit der US-Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor und dem russischen Kosmonauten Sergej Prokopjew.

34-mal um die Erde zur Raumstation

Bilderbuchstart in Baikonur

Bei ihrem Flug zur ISS kreiste die Sojus-Raumkapsel mit einer Geschwindigkeit von knapp acht Kilometern pro Sekunde um die Erde. Bei jeder der insgesamt 34 Erdumrundungen gewann die Kapsel an Höhe, bis sie die Umlaufbahn der ISS in etwa 400 Kilometer Höhe erreicht hatte. Am 8. Juni um 15.01 Uhr dockte die Raumkapsel an die ISS an. Dort erwarteteten sie die US-Astronauten Andrew Feustel und Richard Arnold sowie der Kosmonaut Oleg Artjemjew - in Haiwaiihemden.

So funktioniert das Andockmanöver

Die Sojus-Kapsel im Anflug auf die ISS

Das Andockmanöver einer Raumkapsel an die ISS läuft automatisch ab, wird aber von der Sojus-Besatzung mit Hilfe eines Monitors überwacht. Je näher die Raumstation heranrückt, desto stärker verringert die Sojus ihre Geschwindigkeit. Aus dem Raumschiff gleitet schließlich ein Drehstab in das Dockingmodul der ISS und zieht die Sojus immer näher heran. Bolzen und Haken sorgen für die sichere, endgültige Verbindung. Erst nachdem der Druckausgleich zwischen Sojus und ISS hergestellt ist, können die Astronauten die Luke zur Raumstation öffnen und zu den dort wartenden Kollegen an Bord schweben. Allein der Druckausgleich nimmt ein bis zwei Stunden in Anspruch.

Astro-Alex strahlt und winkt

Am Morgen des Starttages strahlte "Astro-Alex" beim Verlassen des Kosmonautenhotels und winkte in seinem blauen Overall in die Menge. Nach dem Wecken konnte er ein letztes Mal alltägliche Dinge auf der Erde genießen: "Eben aufgestanden und zum letzten Mal in 6 Monaten geduscht", twitterte er. Vom Hotel fuhren die Astronauten zum Weltraumbahnhof. Dort schlüpften sie in ihre Reise-Raumanzüge und sahen - getrennt durch eine Glasscheibe - noch einmal ihre Familien. Danach ging es im Bus zur Startrampe. Um kurz vor elf Uhr MESZ zwängten sich die drei in die Sojus-Kapsel auf der Rakete. Bis zum Start folgten Sicherheits-Checks.

Quarantäne in Baikonur

Gersts Musikwahl für die Rampe

Das sind die Musiktitel, die sich Alexander Gerst für den Start gewünscht hatte:

  • Captain Future Theme
  • Castle in the snow (The Avener)
  • Die Mensch-Maschine (Kraftwerk)
  • When You Go Forward (Triangle Sun)
  • Astronaut (Sido / Andreas Bourani)
  • Five Minutes (Her)
  • This morning there (Hannes Wader)
  • Destiny (Zero 7)
  • Sunny Road (Emiliana Torrini)

Die Astronauten waren, seit sie das Training im Sternenstädtchen bei Moskau Mitte Mai abgeschlossen hatten, in Baikonur, wo sich der russische Weltraumbahnhof befindet. Wie alle Astronauten und Kosmonauten verbrachten sie die letzten Tage vor dem Start in Quarantäne, damit sie keine Infektionen mit auf die Station nehmen. Bis zum Start hatten die Astronauten noch alle Hände voll zu tun: Training in der Raumkapsel, ein Fitnessprogramm, tägliche medizinische Tests, Kontrollen der Raketensysteme und andere Vorbereitungen für den Start. Und natürlich: einen Baum pflanzen und die jeweilige Landesfahne hissen, das ist Tradition in Baikonur.

Tradition in Baikonur: der vorerst letzte Austritt

Eine weitere Tradition ist ein vorerst letzter Austritt vor dem Start: Auf dem Weg zur Startrampe ist es Brauch, an einen der Reifen des Busses zu urinieren. Angeblich geht dies auf Raumfahrtpionier Juri Gagarin zurück, der bei seinem historischen Flug 1961 keinen Harndrang riskieren wollte. Heute wäre dies nicht mehr nötig, denn die Raumfahrer tragen Windeln unter ihrem Anzug.

Was liegt hinter dem Horizont?

Ein gut gelaunter Alexander Gerst bei der Pressekonferenz in Moskau

Der Name der zweiten Mission von Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation war Horizons (Horizonte). Er reiste an Bord einer Raumkapsel vom Typ Sojus MS-09 dorthin. Das Kommando auf dem Flug zur ISS hatte der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew, Gerst war Copilot. Drittes Crew-Mitglied war die US-amerikanische NASA-Astronautin Serena Auñón-Chancellor.

"Horizonte stehen für mich für das Unbekannte. Wenn ich einen Horizont sehe, frage ich mich als Erstes: Was liegt dahinter? Deshalb betreiben wir Wissenschaft auf der ISS. Wir wollen unseren Horizont erweitern."

Alexander Gerst

Essens-Auswahl für die ISS

Weil Alexander Gerst im Jahr 2014 schon einmal auf der ISS war, hat der Astronaut wichtige Erfahrungen im Gepäck, die ihm für die zweite Reise von Vorteil waren. Und nicht immer sind sie rein technischer Natur:

"Die Frage des Essens wird wirklich unterschätzt, solange man noch am Boden ist. Aber nach einem Monat auf der ISS ist es Dir nicht mehr egal - und wenn Du die falschen Entscheidungen getroffen hast, dann werden die verbleibenden fünf Monate hart!"

Alexander Gerst

Kosmonauten-Training im Sternenstädtchen

Mit einer Sojus-Rakete ins All


  • Alexander Gerst gibt seine erste Pressekonferenz nach der Landung. Rundschau, 22.12.2018 um 16:00 Uhr, BR Fernsehen
  • Alexander Gerst: ein Astronaut mit Haltung. radioWelt, 20.12.2018 um 06:05 Uhr, Bayern 2
  • Nach der Landung von Alexander Gerst. radioWelt, 20.12.2018 um 13:05 Uhr, Bayern 2
  • Alexander Gerst übernimmt das Kommando auf der ISS. radioWelt, 02.10.2018, 06.05 Uhr, Bayern 2
  • Kommandant Alexander Gerst. Rundschau, 03.10.2018, 18.30 Uhr, BR Fernsehen
  • Bereit für den Weltraumeinsatz - Gersts neue ISS-Mission: IQ - Wissenschaft und Forschung, 16.04.2018, 18.05 Uhr, Bayern 2
  • Alexander Gerst - Astronaut: alpha-Forum, 20. April 2017, 20.15 Uhr, ARD-alpha

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