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Klimawandel im Kalender Die Jahreszeiten verschieben sich

Die Erderwärmung bringt die Jahreszeiten in Bewegung. In den vergangenen fünf Jahrzehnten begannen Frühling, Sommer und Herbst bei uns immer früher. Das bedeutet: Der Winter wird immer kürzer.

Stand: 17.03.2020

Die Erderwärmung durch den Klimawandel wirkt sich auf Tiere und Pflanzen aus und damit auf die phänologischen Jahreszeiten: Ob Hasel, Kirsche oder Apfel - immer früher blüht es, immer eher beginnt der Frühling. Das ist in Bayern und ganz Deutschland feststellbar, aber auch in vielen anderen Regionen der Welt.

Blüten in Deutschland unter Beobachtung

Die Veränderung der phänologischen Jahreszeit wird bei uns ganz genau beobachtet: Ehrenamtliche Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) überwachen seit 1951, wie sich bestimmte Pflanzen im Laufe des Jahres entwickeln. Wenn zum Beispiel an einem bestimmten Ort die Haselnuss zu blühen beginnt, meldet dies der Beobachter an den DWD. In Bayern gibt es rund 250 solche sogenannten phänologischen Beobachtungsstationen. Diese Daten hat das Bayerische Landesamt für Umwelt im Jahr 2014 ausgewertet, um festzustellen, wie stark der Klimawandel die Jahreszeiten in Bayern beeinflusst.

Frühling, Sommer und Herbst beginnen dank Klimawandel früher

Die phänologische Uhr zeigt., wie sich die Jahreszeiten in Deutschland verschieben.

Als sogenannte "klimatologische Referenzperiode" dient den Wissenschaftlern die Zeit von 1961 bis 1990. Diese verglichen sie mit den Daten aus dem Zeitraum von 1991 bis 2019. Die Auswertung zeigte: In den beobachteten Jahren hat sich die Entwicklung der Pflanzen im Lauf der Jahreszeiten deutlich verändert: Frühling, Sommer und Herbst beginnen immer früher.

Erderwärmung lässt Winterzeit schmelzen

Wenn Frühling, Sommer und Herbst früher einsetzen, der Winter aber nicht, heißt das: Die kalte Jahreszeit wird immer kürzer, die Vegetationperiode von Frühlingsbeginn bis Vegetationsruhe hingegen immer länger. Laut dem Deutschen Wetterdienst DWD ist sie in den dreißig Jahren von 1991 bis 2019 im Schnitt um 18 Tage länger als im Durchschnitt der dreißig Jahre davor. Das bedeutet: Der Winter ist inzwischen durchschnittlich um fast drei Wochen kürzer.

Vom Klimawandel verschobene Jahreszeiten haben fatale Konsquenzen

Die Verschiebung der Jahreszeiten hat beträchtliche Folgen. So haben Forscher der Zürcher Universität ETH im August 2018 festgestellt, dass mit einem warmen Frühjahr das Risiko für Frostschäden bei Bäumen und Büschen steigen kann. Die Pflanzen treiben nämlich früher aus und sind so vor überraschender Kälte im späten Frühjahr schlechter geschützt. Auffällig war das zum Beispiel im April 2017. Besonders empfindlich sind Pflanzen, die in einer Höhe ab 1.100 Meter wachsen, zum Beispiel Lärchen.

Tiere und Pflanzen bekommen den Klimawandel zu spüren

Die frühe Wärme bringt Tier- und Pflanzenwelt in vielfältiger Weise durcheinander: Blüten werden nicht bestäubt, wenn die Insekten, die dafür zuständig sind, noch nicht geschlüpft sind. Oder diese sind verhungert, weil die Pflanzen, die sie als Nahrung nach dem Schlüpfen brauchen, nicht mehr oder noch nicht wachsen. Auch Zugvögeln kann es passieren, dass sie bei ihrer Rückkehr aus dem Süden nicht die Nahrung finden, die sie brauchen. Tiere, die im Winter ein weißes Fell bekommen, sind, wenn der Schnee ausbleibt, gefährdet statt geschützt. Und auch für den Menschen hat es Folgen, wenn die Winter kürzer und wärmer werden: Krankheitserreger und Schädlinge, die hier bislang nicht heimisch waren, können überleben und sich ausbreiten.


  • Wie ändert sich das Klima im Südwesten? 19.02.2019, 17.00 Uhr, odysso, ARD-alpha.
  • Pflanzen weltweit blühen immer früher: 14.02.2018, 18.05 Uhr, IQ, Bayern 2.
  • Beginnt der Sommer immer früher? 26.05.2018, 19.00 Uhr, Gut zu wissen, BR Fernsehen.

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