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Flaschenpost ans Ocean College Unterricht an Bord

Ocean College heißt übersetzt "Ozeanschule". Seit sechs Wochen sind Tabea, Kira, Penelope, Theresa und Sophie mit 20 anderen Schülerinnen und Schülern auf der "Pelican of London" unterwegs und berichten regelmäßig von ihrer Reise. radiomikro-Hörerin Florence aus der Schweiz wollte von unserer Crew wissen: Wie ist das eigentlich mit dem Schulunterricht an Bord?

Stand: 07.05.2019

Ein echtes Klassenzimmer wie in der Schule gibt es für die 25 Schülerinnen und Schüler an Bord der "Pelican of London" nicht.

Theresa, Sophie und Penelope haben an Deck eine Lerngruppe gebildet.

"Meistens haben wir in der 'Messe', also dem Aufenthaltsraum, Unterricht. Aber bei gutem Wetter wird der Unterricht auch mal nach draußen verlegt."

Tabea

Dafür ist der Schulweg beim "segelnden Klassenzimmer" sehr kurz: Nur etwa zwanzig Schritte braucht man, um von seiner Koje ins Klassenzimmer zu gelangen. Allerdings ist es an Bord des Segelschiffs naturgemäss sehr schaukelig. Das wirkt sich auch auf den Unterricht aus.

"Wenn wir viel Wellengang haben, schaukelt es manchmal so heftig, dass mal eine Biologiestunde ausfällt, weil die Lehrerin sich Erbrechen muss. Häufig entschuldigen sich auch ein paar Schüler, um kurz draußen über der Reling zu hängen. Meistens verbringt man einen Großteil der Stunde damit, seine Schulsachen fest zu halten, da diese sonst durch den Raum fliegen."

Tabea

Damit die Schülerinnen und Schüler nach ihrem sechsmonatigen Segeltörn zu Hause wieder ins laufende Schuljahr einsteigen können, versuchen sie in den wichtigsten Fächern mitzulernen.

Chemieunterricht unter Deck mit Lehrerin Miriam.

"Wir haben im Moment drei Lehrer an Bord, die Mathe, Biologie, Geographie, Chemie und Deutsch unterrichten. In Costa Rica stößt dann noch ein Geschichts- und Physiklehrer zu uns. Die Lehrer unterrichten nur die Fächer, für die sie auch ausgebildet wurden, oder wie es unsere Deutschlehrerin Christin formuliert: 'Wenn ich Chemie unterrichten würde, wäre das Boot schon in Flammen aufgegangen.' Für Fremdsprachen oder Fächer wie Musik und Kunst haben wir Lerngruppen gebildet und helfen uns gegenseitig. Zusätzlich zur normalen Schule haben wir auch einmal pro Woche Navigationsunterricht und täglich 'Seamanshipsclass', wo wir Seemannsknoten und alles rund um Segeln lernen."

Tabea

Da jeder Jugendliche an Bord auch Aufgaben übernehmen muss, haben die Schülerinnen und Schüler etwas weniger Schulunterricht als zu Hause.

"Jeder von uns hat pro Tag vier Stunden Unterricht und zwar an jedem Tag außer Sonntag. Dabei ist der Unterricht in eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe geteilt. Wir haben entweder von 8 Uhr bis 12 Uhr oder von 14 Uhr bis 18 Uhr Unterricht, je nachdem wann wir Wache haben. Ich hatte heute zum Beispiel von 4 Uhr bis 8 Uhr morgens Wache, dann schlafe ich vormittags und habe nachmittags Schule."

Tabea

Schule an Bord - das bedeutet, dass natürlich auch Tests geschrieben werden müssen. Schließlich brauchen die Lehrer an den Heimatschulen auch Noten von den Schülerinnen und Schülern. Dabei läuft allerdings für alle an Bord nicht immer alles nach Plan, denn auf dem Segelschiff ist wenig Platz. Wie die Lehrer versucht haben, zu verhindern, dass alle voneinander abschreiben? Hör dir an, was Penelope und Theresa von ihrem ersten Test auf der Pelican of London erzählen.

Zu zweit macht das Lernen sowieso mehr Spass!

"Der Unterricht gefällt mir deutlich besser als zuhause, weil man einfach viel näher am Unterrichtsstoff dran ist. Wir waren in Marokko und danach haben wir uns das Klima und die Landschaft in Geographie angeschaut. Das macht die Schule einfach um einiges interessanter."

Tabea

Ich hoffe das beantwortet eure Fragen! Sonst schickt mir gerne wieder eine Flaschenpost!

Liebe Grüße von der Pelican!
Eure Tabea

P.S. Wer wissen möchte, wo wir gerade unterwegs sind, klickt sich am besten auf unsere Karte!


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