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Uralter Beruf Schäfer - Hüter einer Herde

Schäfer ist einer der ältesten Berufe der Welt. Vor etwa 10.000 Jahren ist er in Asien entstanden, als die Menschen angefangen haben, Schafe als Nutztiere zu halten. Heute sind Schäfer und ihre Herden auch wichtige Naturschützer.

Von: Katharina Winter und Veronika Baum

Stand: 09.04.2019

Schäfer Willi Baumann treibt seine Schafherde über einen Feldweg. Während die Tiere grasen, folgt Baumann der Herde in einigen Metern Abstand, der Hütehund treibt die Tiere immer wieder zusammen. Baumann ist seit Jahrzenten als Schäfer im hessischen Ried unterwegs. | Bild: dpa-Bildfunk/Boris Roessler

Schafherden können ziemlich groß sein: Eine Herde von 300 bis 400 Schafen ist ganz normal. Immer alle im Blick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Deshalb haben die Schäfer oft einen Hund mit dabei, der ihnen hilft, auf die Schafe aufzupassen. Er sorgt dafür, dass die Schafe nicht einfach von Wiese zu Wiese weiterziehen, sondern in einem bestimmten Abschnitt bleiben. Der Hund ist wie ein lebender Zaun. Sobald die Schafe die Wiese verlassen, gibt der Schäfer ein Kommando, der Hund rennt los und treibt die Schafe wieder zurück auf die Wiese. 

Pro Tag ein Fußballfeld Wiese

Schafe sind bei Wind und Wetter auf der Weide: Ihren "Regenmantel" haben sie ja dabei. Die Wolle ist ein super Schutz!

Schäfer kennen ihre Schafe ganz genau. Sie können die Tiere an den Augen, den Ohren oder der Wolle voneinander unterscheiden. Die Schäfer hüten ihre Herde das ganze Jahr sieben Tage die Woche von morgens bis abends. Nur in der "Lammzeit", also wenn im Frühjahr die kleinen Lämmchen geboren werden, sind einige Schafherden im Stall untergebracht. Das ist für den Schäfer einfacher. Im Sommer fressen die Tiere das Gras von den Wiesen. Da kann es schon mal vorkommen, dass an einem Tag ein kleines Fußballfeld Wiese abgefressen wird. Dann müssen Schäfer und Herde am nächsten Tag weiterziehen. Im Winter, wenn der Boden zugefroren ist, bekommen Schafe Heu und Zuckerrüben. Außerdem kümmern sich die Schäfer um die Gesundheit der Tiere und pflegen ihre Klauen.

Pflege mit Schere und Distel

Ein Hausschaf muss mindestens einmal im Jahr geschoren werden, weil es sonst unter dem Gewicht seiner Wolle leiden würde.

Als es noch keine Maschinen gab, war der Beruf des Schäfers noch anstrengender. Die Tiere müssen nämlich regelmäßig geschoren werden. Aus der Wolle können Kissen, Decken oder Kleidungsstücke hergestellt werden. Heute schert man die Schafe mit einer Art Rasierapparat, früher haben die Schäfer das mit einer speziellen Schere gemacht. Dann muss die Wolle gewaschen und getrocknet werden. Anschließend wird sie mit speziellen Kämmen so lange gebürstet, bis sie glatt ist. Früher hat man das mit der getrockneten Blüte einer Distel gemacht. Mittlerweile gibt es auch Maschinen, durch die man die Schafswolle drehen kann, damit sie glatt wird.

Wie werde ich Schäfer?

Einmal im Monat wird durchgezählt: Mit Hilfe der Ohrmarken kontrolliert der Schäfer, ob seine Herde vollständig ist.

Wenn du Schäfer werden willst, kannst du eine Ausbildung zum Tierwirt - Fachrichtung Schäferei, kurz Schäfer machen. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Man lernt dabei unter anderem, wie man Schafe hält, hütet und schert. So romantisch wie auf vielen Bildern ist der Beruf nicht: Ein Schäfer hat viel Verantwortung für seine Herde und muss - bei Wind und Wetter - hart arbeiten.


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