34

Krötenwanderung Kröten und Frösche auf Wanderschaft

Kein Weg scheint ihnen zu weit oder zu gefährlich: Das milde Frühlingswetter lockt Kröten, Frösche und Molche auf Wanderschaft. Sie wollen zurück zu dem Gewässer, in dem sie geboren wurden. In den Seen, Teichen und Tümpeln wollen sie nämlich ihre Eier ablegen. Daraus schlüpfen Kaulquappen, die später zu Fröschen werden.

Von: Susanna Gruber, Veronika Baum und Ursel Böhm

Stand: 24.04.2019

In ganz Deutschland sind im Frühjahr Millionen Kröten und Frösche unterwegs - bis zu 10.000 pro Nacht. Aber viele Tiere überleben den gefährlichen Weg nicht, denn sie müssen dabei auch über Straßen hüpfen. Autofahrer können die kleinen Amphibien schlecht erkennen, denn sie wandern vor allem nachts.

Was sind eigentlich Amphibien?

Frösche und Kröten sind Amphibien. Das heißt, sie können sowohl im Wasser als auch an Land leben. Ihr Name kommt von dem griechischen Wort "amphibios", das bedeutet "doppellebig". Das Besondere ist, dass Amphibien, wenn sie im Wasser ausschlüpfen, Kiemen haben, durch die sie atmen können. Nach ein paar Wochen bilden sich diese Kiemen wieder zurück und die Kaulquappen bilden eine Lungenatmung aus, so dass sie auch an Land leben können.

Immer wieder an den gleichen Ort zurück

Erdkröten versuchen, zum Laichen, also zum Ablegen ihrer Eier, immer wieder zu dem Gewässer zurück zu kehren, in dem sie selbst geschlüpft sind. Denn sie wollen ihren Nachwuchs dort in die Welt setzen, wo sie selbst schon als kleine Kröte gute Lebensbedingungen hatten. Erdkröten gehören deshalb zu den ortsgebundenen Amphibien.

Um zu ihren ursprünglichen Laichgewässern zurück zu finden, haben die Erdkröten in ihrem Gehirn ein besonderes Organ. Damit können sie die verschiedenen Himmelsrichtungen feststellen. Außerdem können sie sich sehr gut an Waldwegen und Waldrändern orientieren. Und wenn sie in der Nähe ihres Gewässers angekommen sind, erkennen sie es sogar am Geruch.

Gefährliche Wanderung

Oft gibt es aber die Teiche, in denen die Erdkröten aufgewachsen sind, gar nicht mehr. Entweder sind sie vertrocknet oder durch Straßen verbaut. Dann machen sich die Erdkröten auf die Suche nach neuen Gewässern zum Ablaichen. Wenn Erdkröten im Frühling kein geeignetes Gewässer zum Ablaichen finden, dann können sie in Notfällen sogar ihren Laich im Körper wieder zurückbilden und aufs nächste Jahr warten.

Starkes Stück: Männchen lassen sich tragen

Ein Erdkrötenpaar paddelt im Wasser, das Männchen sitzt Huckepack auf dem Weibchen.

Während die Krötenweibchen teilweise bis zu fünf Kilometer Weg zum Tümpel auf sich nehmen, lassen sich die Krötenmännchen einfach tragen – huckepack. Es kann sogar passieren, dass eine Erdkrötendame bis zu zehn Männchen auf dem Rücken spazieren trägt.

Fleißige Helfer

Auch Anna von "Anna und die wilden Tiere" hat schon mal dabei geholfen, Kröten über die Straße zu bringen.

Naturschutzverbände kümmern sich darum, dass die Tiere bei ihrer Wanderung nicht unter die Räder kommen. An vielen Landstraßen wurden Zäune aufgestellt: Sie sind in etwa kniehoch, so dass die Kröten nicht drüber hüpfen können. Sie wandern dann immer weiter am Plastikzaun entlang und versuchen, über den Zaun zu springen. Alle paar Meter sind am Zaun Eimer in den Boden eingegraben. Früher oder später fallen die Kröten in so einen hinein. In diesen Eimern können die Kröten dann ganz einfach von Menschen über die Straße getragen werden. Zweimal am Tag werden die Eimer geleert, nämlich in der Früh und am Abend, da ist die Chance am größten, dass sich Kröten in den Eimern befinden.

Hier helfen ein Krötenzaun und ein Krötentunnel den Tieren über beziehungsweise unter der Straße hindurch.

An manchen Straßen helfen auch sogenannte Krötentunnel. Ein Zaun leitet die Tiere zu einer Röhre, durch die sie ohne Gefahr auf die andere Straßenseite kommen. Manchmal sperrt man auch eine Straße und leitet die Autos um, wenn dort besonders viele Kröten unterwegs sind.


34