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klaro-Lupe: Waschbärenplage Ein Gesetz gegen Waschbär und Co.

Er sieht so niedlich aus mit seinem schwarz-weißen Gesicht und seinem kuscheligen Fell, doch der Bundestag will ihm an den Kragen: Der Waschbär steht nämlich auf einer Liste von in Europa unerwünschten Arten. Warum Politiker ein Gesetz gegen "unerwünschte Arten" beschlossen haben, steht in der Lupe.

Von: Anne Buchholz und Veronika Baum

Stand: 07.07.2017

Weint der Waschbär? Zum Glück kann er das neue Gesetz nicht lesen.

Das neue Gesetz, das unter anderem gegen die niedlichen Waschbären vorgehen will, klingt auf den ersten Blick ziemlich gemein, hat aber einen wichtigen Hintergrund. Waschbären gehören eigentlich nicht in unser heimisches Ökosystem. Sie wurden vor Jahrzehnten hier ausgesetzt oder sind aus Pelztierfarmen entwischt. Und jetzt bringen sie hier das natürliche Gleichgewicht durcheinander und machen sich zum Beispiel über Nester gefährdeter Vogelarten her.  

Pflanzen als Eindringlinge

Hier sieht man, mit welcher Macht sich der Bärenklau bei uns ausbreitet.

Auch Pflanzen stehen auf der Liste der "invasiven" - das heißt übersetzt "eindringenden" - Arten. Der prächtige, weiß blühende Riesen-Bärenklau zum Beispiel sieht zwar toll aus, aber wenn man ihn berührt, verursacht sein Gift schlimme Hautverletzungen. Außerdem produziert er so viele Samen, dass er Flächen einfach zuwuchert und heimische Pflanzen keinen Platz mehr finden.

Ein Gesetz zum Schutz der heimischen Arten

Die Politiker im Bundestag haben deshalb neue Maßnahmen beschlossen, mit denen die Ausbreitung von Arten, die Mensch und Natur gefährlich werden können, kontrolliert werden soll. Übrigens: In Tierheimen und Zoos dürfen weiterhin Tiere, die als "Eindringlinge" gelten, gehalten werden.


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