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Faultier Macht seinem Namen alle Ehre!

Faultiere sind bekannt für ihren gemütlichen Lebensstil. Meist hängen sie mit dem Rücken nach unten in dem Bäumen herum - und sind faul. Warum bewegen sich die Tiere so wenig? Wieso fallen sie beim Schlafen nicht von den Bäumen?

Von: Mischa Drautz und Veronika Baum

Stand: 23.09.2020

Ein Dreifinger-Faultier hängt in einem Baum | Bild: colourbox.com

Ein Faultier kriegt man selten zu Gesicht. Faultiere wohnen vor allem in Mittel- und Südamerika – in den Kronen der bis zu dreißig Meter hohen Bäume. Anders als ein Affe, der sich von Ast zu Ast schwingt, bewegt sich ein Faultier nur langsam und - typisch für seinen Namen - ganz wenig. Dabei sind Faultiere nicht wirklich "faul": Sie haben sich ganz geschickt ihren Lebensbedingungen angepasst!

Nicht faul, sondern clever!

Auch BR-Tierreporterin Paula hat Faultiere in einer Auffangstation in Costa Rica besucht. Schau dir Paulas Blog dazu an!

Meist liegt das Faultier zusammengerollt auf einem Ast und schläft, so dass es wie ein lebloses, basketballgroßes Wollknäuel aussieht. Ab und zu frisst ein Faultier mal ein paar Blätter, Früchte oder Moose, aber auch das ist ihm fast zu anstrengend. Ein Faultier schläft bis zu zwanzig der vierundzwanzig Stunden am Tag. Das liegt daran, dass die Tiere eine fürchterlich komplizierte Verdauung haben. Die Blätter, die sie fressen, sind recht hart und es dauert sehr, sehr lange, bis sich Magen und Darm eines Faultiers die wichtigen Nährstoffe aus den Blättern geholt haben. Das kostet einfach Kraft! Und damit sie nicht so viel Energie verbrauchen, bewegen sie sich - genau - ziemlich langsam und träge.

Klettern?! Viiieeel zu anstrengend ...! 

Gut festhalten! Faultierjunge krallen sich mit ihren Haken im Fell der Mutter ein.

Dabei sind Faultiere extrem gute Kletterer. Ihre Arme und Beine sind perfekte Kletterhaken. Sie haben zwar nur zwei oder manche Faultiere drei Finger, dafür aber auch Krallen daran. Ihre sichelförmigen Klauen verhaken sie so ineinander, dass sie selbst im Tiefschlaf nicht von den Bäumen fallen. An ihrem behaarten Kopf haben sie Knopfaugen wie Teddybären und eine glatte schwarze Nase wie Hunde. Ihr Fell ist weiß, braun, schwarz oder grau. In freier Wildbahn hat das Fell aber fast immer einen grünlichen Schimmer, was in den Blättern eine gute Tarnung darstellt. Der Grünschimmer kommt daher, dass es im Urwald oft so feucht ist und so lange regnet, dass sich im Fell der Faultiere tatsächlich Algen ansetzen. Im dichten Fell eines Faultiers leben auch drei Schmetterlingsarten. Übrigens: Die Haare des Faultiers sind nicht auf dem Rücken, sondern auf dem Bauch gescheitelt. Sie wachsen also quer vom Bauch zum Rücken. Da Faultiere ja den ganzen Tag mit dem Bauch nach oben in den Bäumen hängen, läuft so das viele Regenwasser besser nach unten ab. 

Runter vom Baum?! Nur wenn es (sein) muss

Immer schön langsam: Angeblich bewegen sich Faultiere mit einer Geschwindigkeit von maximal zwei Metern in der Stunde.

Herunter von den Bäumen kommen Dreifingerfaultiere nur, wenn sie ihren Kot absondern. Und weil Faultiere ja nun mal wirklich faul sind, kommt das nicht oft vor. Auf dem Boden können sie wegen ihrer langen Krallen nur kriechen und sind deshalb ziemlich ungeschickt. Faultiere verdauen ihre Nahrung so langsam, dass sie manchmal vierzehn Tage durchhalten, ohne ihr Geschäft zu verrichten. Ihren Verwandten, den Zweifingerfaultieren, ist selbst das zu viel Aufwand: Sie verrichten ihr Geschäft gleich vom Baum aus.


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