Wissen - Rote Liste


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CITES, IUCN & Co. Das Who's who im Artenschutz

Mal ist es eine UN-Resolution gegen Wilderei, dann der Appendix des Washingtoner Artenschutzabkommens, ein Kongress der IUCN oder die Konferenz von CITES. Klar, immer geht es dabei um Artenschutz - aber wer ist da eigentlich wer?

Stand: 27.01.2017

Plenum auf der 17. CITES-Welt-Artenschutzkonferenz im Herbst 2016 in Johannesburg | Bild: picture-alliance/dpa

Die verschiedenen Organisationen im Artenschutz

Die einen erstellen Rote Listen bedrohter Arten, die anderen erlassen tatsächlich Verbote, um gefährdete Pflanzen- und Tierarten zu schützen. Mal sind es internationale, mal deutsche oder bayerische Institutionen - wir stellen Ihnen die wichtigsten hier vor.

CITES - das Washingtoner Artenschutzabkommen

CITES steht für die "Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora", zu deutsch das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen. Oft spricht man auch vom Washingtoner Artenschutzabkommen, denn der Beginn von CITES war der 3. März 1973, als 80 Staaten dieses in Washington unterschrieben, um den Handel mit gefährdeten Arten zu kontrollieren. Das Abkommen trat am 1. Juli 1975 in Kraft.

Es ist nicht bei einer einmaligen Unterschriftensammlung geblieben: Entstanden ist aus dem Abkommen die internationale Organisation CITES unter Verwaltung der UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Sitz des CITES-Sekretariats ist in Genf. Bis Anfang September 2016 haben 183 Länder das Abkommen unterzeichnet. Deutschland ist seit 1976 dabei.

In internationalen Artenschutzkonferenzen, die etwa alle drei Jahre stattfinden, sollen immer mehr Arten unter den Schutz des Abkommens gestellt werden. Knapp 36.000 Tier- und Pflanzenarten finden sich auf drei verschiedenen CITES-Listen: Arten im "Appendix I" (Appendix: dt. Anhang) dürfen demnach überhaupt nicht gehandelt werden, weil sie vom Aussterben bedroht sind, etwa Gorillas oder Wale. Wer im "Appendix II" steht, ist noch nicht vom Aussterben bedroht, aber durch den Handel gefährdet, wie etwa Falken oder Alpenveilchen. Bei ihrer Ein- und Ausfuhr muss ein Nachweis erbracht werden, dass der Bestand durch den vorliegenden Handel nicht gefährdet wird. Eine dritte Liste, der "Appendix III" versucht Arten gezielt in einzelnen Ländern mit nationalen Sonderregelungen zu schützen – beispielsweise den Königsgeier aus Honduras.

Die Pflanzen- und Tierarten, die sich auf den drei Listen von CITES befinden, sind nicht diesselben wie auf der Roten Liste der IUCN - das würde Naturschutzorganisationen sehr freuen. Damit eine Tierart auf einen Appendix von CITES kommt, müssen sich die Nationen erst darauf einigen, die gefährdete Tierart auch zu schützen.

Vereinte Nationen (UN)

Auch im Rahmen der Vereinten Nationen, dem Bündnis von 193 Staaten, finden alle zwei Jahre Artenschutzkonferenzen statt, basierend auf der Artenschutzkonvention aus dem Jahr 1992, die im brasilianischen Rio de Janeiro unterzeichnet wurde. Darin verpflichtet sich der überwiegende Teil der UN-Mitgliedsstaaten, Biodiversität zu schützen.

IUCN - Weltnaturschutzunion

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature), die Weltnaturschutzunion, wurde 1948 im französischen Fontainebleau gegründet. Seit 1956 ist der Sitz in Gland in der Schweiz. Sie zählt mehr als 1.300 Organisationen als Mitglieder, die aus 161 Ländern kommen. Über 16.000 Wissenschaftler und Experten arbeiten in sechs Kommissionen zu Themen wie Artenschutz, Schutz und Entwicklung von Ökosystemen, Wald-, Wasser- und Meeresschutz, Gesetzgebung oder soziale und ökonomische Faktoren, die die Natur beeinflussen.

Die IUCN erstellt und aktualisiert die internationale Rote Liste, die Artenschutz-Kongressen als Grundlage dienen. Die Aufnahme einer Art hat noch keinerlei Auswirkungen - weder auf Gesetze noch Schutzmaßnahmen. Die Rote Liste ist gewissermaßen eine Datenbank mit Warnblinkanlage: Hier sollen die aktuellsten Daten im Arten-Monitoring zusammenfließen und vor Gefährdung von Arten gewarnt werden.

BfN und LfU für Deutschland und Bayern

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ist die Behörde des Bundesumweltministeriums, die für Naturschutzprojekte, Studien oder auch Genehmigung von Import und Export geschützter Arten zuständig ist. Das BfN veröffentlicht die Rote Liste für Deutschland und koordiniert Programme zur biologischen Vielfalt.

Die entsprechende Behörde auf Landesebene ist in Bayern das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU). Das LfU veröffentlicht entsprechend die Rote Liste Bayern.

Naturschutzorganisationen

Außerdem gibt es zahlreiche Verbände und Vereine, die sich im Naturschutz stark machen, auf internationaler Ebene (wie beispielsweise Greenpeace, BirdLife International oder WWF), deutschlandweit (Deutscher Alpenverein, BUND, NABU; organisiert im Dachverband Deutscher Naturschutzring DNR) oder auf Landesebene (wie den Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV)).


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