Alte Witze Jack und Jill
Jack Sadelstein (Adam Sandler) ist Chef einer Werbeagentur und leidlich erfolgreich. Nur vor einer Zeit im Jahr graut es ihm - Thanksgiving. Denn dann kommt seine Schwester Jill (Adam Sandler) zu Besuch und mischt seinen Haushalt auf. Doch dieses Mal ist alles anders.
Denn zeitgleich mit Jills Besuch bekommt Jack von seinem wichtigsten Kunden, einer Donut-Bäckerei, die Ansage, dass sie Al Pacino als Gesicht ihrer neuen Werbekampagne haben wollen. Und zufälligerweise fährt der voll auf Jacks Schwester Jill ab.
Kritik:
Bewertung
"Zeitverschwendung!"
Dass Al Pacino und Adam Sandler mal zusammen in einem Film zu sehen sein werden, hätte vor ein paar Jahren in Hollywood bestimmt niemand für möglich gehalten, selbst die ärgsten Feinde des Oscar-Gewinners nicht. Dabei ist Pacinos (Selbst-) Darstellung als Schauspieler in einer Sinnkrise noch das mit Abstand originellste an "Jack und Jill". Daneben ist Katie Holmes als Sandlers Ehefrau und Johnny Depp in einem Kurzauftritt zu sehen. Wer hätte gedacht, dass sie alle Geld so nötig haben, dass sie bei Sandler anheuern.
Flachwitzparade mit Ekelgarantie
Dass Sandler in seinen Filmen selbstverständlich schmerzfrei ist, hat er ja schon hinlänglich bewiesen - und tut es auch hier wieder. In seiner Rolle als Frau ist er natürlich eine überbreite Schabracke mit Zickenattitüde, Sprachfehler, Erbsenhirn und enormem Fremdschäm-Potential. In seiner Rolle als Mann ein liebender aber leicht chaotischer Familienvater mit latent schlechtem Gewissen. Aber weil das noch nicht genug ist, gehen die Macher auf Nummer sicher und greifen ganz tief in die Kiste mit den Flachwitzen: Fürze, Schweiß, Ohrenschmalz und überlange Achselhaare dienen als Witzvorlage - warum sich Gedanken über Humor oder gar eine Handlung machen, wenn's mit ein bisschen Ekel auch geht?
Intelligenz- und Niveaufrei
Für einen Oscar, wie bei Al Pacino, wird es für Adam Sandler wohl nie reichen. Aber selbst für den Anti-Oscar, die Goldene Himbeere, die jährlich für die schlechtesten Filme und Schauspieler verliehen wird, ist "Jack und Jill" zu mies. Das einzig preiswürdige an diesem Film ist, wie erstaunlich mühelos es Sandler schafft, selbst die "Realitiy"- und Gerichtsshows, die nachmittags im Privatfernsehen laufen, an Inhalt und schauspielerischer Qualität um Längen zu unterbieten. In diesem Punkt hat es Sandler zu unbestreitbarer Perfektion gebracht. Das macht ihm so schnell keiner nach. Und mit "Jack und Jill" hat er es sogar geschafft, einen neuen Tiefpunkt auf der nach unten offenen Sandler-Skala zu erreichen.
Fazit: Die beste Szene im Film ist ein Papagei, der sich mit Whisky betrinkt. Es dem Vogel gleichzutun, wäre eine gute Idee für alle, die sich diesen Film wirklich ansehen wollen. Dann hat man wenigstens eine Entschuldigung. Und kann vielleicht sogar noch über ein oder zwei Witze lachen!
Infos:
- Originaltitel: Jack and Jill
- Genre: Komödie
- Regie: Dennis Dugan
- Drehbuch: Steve Koren, Adam Sandler
- Darsteller: Adam Sandler, Katie Holmes, Al Pacino
- Kamera: Dean Cundey
- Musik: Rupert Gregson-Williams
- Kinostart: 26.01.2012
- FSK-Freigabe: o.A.

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