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Harmlose Komödie Ein Jahr vogelfrei

Für die drei Ornithologen Kenny Bostick (Owen Wilson), Stu Preissler (Steve Martin) und Brad Harris (Jack Black) läuft es im Privatleben nicht so richtig rund. Also flüchten sie sich in das sogenannte "Big Year", den inoffiziellen Wettbewerb der American Bird Association.

Von: Tobias Martin Stand: 13.06.2012
Ein Jahr vogelfrei - Filmszene | Bild: 2012 Twentieth Century Fox

Das Big Year gewinnt der Ornithologe, der innerhalb eines Jahres in Amerika die meisten Vögel beobachtet. Was relativ einfach klingt, ist nicht nur finanziell kein Zuckerschlecken, sofern man mit dem richtigen Ehrgeiz an die Sache herangeht: Genaue Zeitpläne müssen geschmiedet werden, wann welcher Vogel wo Rast auf seiner Reise macht, um dann zum richtigen Zeitpunkt selbst vor Ort zu sein. Dafür vernachlässigen die drei Rivalen ihre Frauen, Familien und beruflichen Aussichten. Alle drei sind getrieben und besessen von dem Wunsch, den aktuellen Rekord von Kenny Bosstick zu brechen und als größter Vogelbeobachter in die Annalen der American Bird Association einzugehen.

Kritik:

Bewertung

Filmbewertung: zwei von fünf Sternen | Bild: BR

"Harmlos!"

"Ein Jahr vogelfrei" besticht durch toll gefilmte Landschaftsaufnahmen, die erahnen lassen, was für Naturschätze und –wunder die USA abseits der ausgetretenen Touristen-Pfade bereithalten. Stimmungsvoll in Szene gesetzt glaubt man fast, den Wind im Gesicht zu spüren oder die Gräser riechen zu können. Zusammen mit den drei großen Komikern Owen Wilson, Steve Martin und Jack Black hätte „Ein Jahr vogelfrei“ das Potential ein großer, schräger und eigenwilliger Film zu sein. Doch das Team um Regisseur David Frankel hat sich anders entschieden und eine behäbige, hausbackene Komödie daraus gemacht.

Zahm und kindgerecht

Statt respektlosem Slapstick und ironischen Gags, die Jack Black und Owen Wilson immer zur Hochform auffahren lassen, gibt es in "Ein Jahr vogelfrei" milden Wortwitz, garantiert zoten- und jugendfrei. Die großen Lacher bleiben aus, es ist eher Schmunzeln angesagt.

Familienwerte

Auch die auf den ersten Blick nachdenklichen Momenten entpuppen sich bei näherem Hinsehen als konservative amerikanische Allgemeinplätze: "Harte Arbeit und der unerschrockene Glaube an sich selbst garantieren letztendlich Erfolg" und "Familienwerte sind wichtiger als alles andere im Leben". Darauf lassen sich die Kernbotschaften reduzieren.

Fazit: Gegenüber grandiosen Landschaftsaufnahmen und einer pfiffigen Grundidee steht die Botschaft der amerikanischen Family-Values, Arbeitsmoral und zahme Gags. Aber wenigstens einige der gezeigten Vögel schillern bunt in der sonst ziemlich biederen Komödie.

Infos:

  • Originaltitel: The Big Year
  • Genre: Komödie
  • Regie: David Frankel
  • Drehbuch: Howard Franklin
  • Darsteller: Steve Martin, Jack Black, Owen Wilson, Brian Dennehy, Anjelica Huston
  • Kamera: Lawrence Sher
  • Musik: Theodore Shapiro
  • Kinostart: 14.06.2012
  • FSK-Freigabe: o.A.

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