Skaten in der DDR This Ain't California
Wenn Panik nicht gestorben wäre, dann hätten sie sich vielleicht nie wieder getroffen. Die alten Zeiten wären eine Erinnerung wert gewesen, - mehr nicht. Doch ausgerechnet Panik, der wildeste Skater von allen, ist in Afghanistan als Bundeswehrsoldat gefallen. Seine Beerdigung führt die alten Kumpels aus der Rollbrettzeit in der DDR wieder zusammen.
Wie alles begann wird hier gezeigt: von selbst gebauten Brettern bis zu internationalen Treffen der Skaterszene in Prag, die Stasi im Nacken und die Westkumpels als Verbündete. Dokumentarisch stilsicher und musikalisch mit einem ellenlangen Soundtrack, der von Anne Clark über Bürger Lars bis Alphaville einige Zwischentöne abdeckt.
Kritik:
Bewertung
"Echt klasse!"
Die DDR hatte tatsächlich Glamour und das wegen dieser Rollbrettfahrer, die dort in den 80er Jahren eine Szene aufbauten, die verrückt und bunt war. Der Film "This Ain't California" von Marten Persiel beweist es. Aus privaten Schmalfilmaufnahmen, aktuellen Interviews der Veteranen der Szene und einem eindringlichen Soundtrack, baut der Regisseur in seinem ersten Kinofilm eine Dokumentationscollage mit Kultcharakter.
Leidenschaften mit Tricks
Der Film ist weniger darauf aus über eine Zeitepoche zu informieren, sondern fängt sehr leichtfüßig eine Lebensphase ein, in der die Jugendlichen mit tiefsitzendem Ehrgeiz ihrer Leidenschaft frönten: dem Rollbrett. Und wenn man sie auf dem Berliner Alexanderplatz, Oberkörper frei im Handstand auf dem Skateboard kurven sieht, dann hat man wirklich das Gefühl: Nein, this ain't California, aber es sieht fast genauso gut aus.
Erfrischend anders
Ein Film, der, nach einem etwas pathetischen Anfang, sehr gut in Schwung kommt und in seiner collagenhaften Art erfrischend wirkt. Nicht nur Skater, werden an diesem Film ihre Freude haben. Es ist auch die Geschichte eines Rückblicks auf die eigene Jugend. Dabei spielt das politische System der DDR sicher eine Rolle, aber letztendlich ist es ein Film über die Leidenschaften der Jugend und die universelle Geschichte ihrer Nischenfindung im Establishment.
Fazit: Eine Dokumentation mit Pep, die die Jugendszene der DDR unterhaltsam in Szene setzt. Private Schmalfilmaufnahmen, ein breitgefächerter Soundtrack und Interviews geben eine Stimmung wieder, die der Westen nie vermutet hätte. Spaßig und erfrischend anders.
Infos:
- Originaltitel: This ain't California
- Genre: Dokumentation
- Regie: Marten Persiel
- Drehbuch: Marten Persiel, Ira Wedel
- Darsteller: -
- Kamera: Felix Leiberg
- Musik: Lars Damm, Marten Persiel
- Kinostart: 16.08.2012
- FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

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