River-Surfen in Bayern Alle wollen Wellen!

Welle für Passau, Dauerwelle Nürnberg oder River Surfing Wolfratshausen, die jetzt ein Crowdfunding gestartet haben: Viele bayerische Initiativen kämpfen für eine Welle. Wie viel Erfolg haben sie und wo gibt's schon Flusswellen?

Von: Oliver Stroh

Stand: 07.12.2017 | Archiv

Paddel-Aktion in Passau für Flusswelle | Bild: Alexander Eckmeier

"Wir brauchen eine Welle, das ist sicher!" Die Passauer Surfer sind sich alle einig - sie wollen eine Flusswelle. Und nicht nur die, auch die Stand Up-Paddler und Kajakfahrer. Im Unterschied zu anderen Wellen in Bayern soll die Flusswelle in Passau nämlich für viele Wassersportler da sein, sagt Christian Müller – begeisterter Surfer und Stand Up-Paddler, der die Initiative "Welle für Passau" vor fünf Jahren gegründet hat.

"Das heißt im Umkehrschluss, dass wir vielleicht nicht eine mega steile Welle, wie den Eisbach mit super viel Druck hätten, sondern vielleicht eine eher flache Welle oder bei gewissen Wasserständen eine Walze. Die kann man zwar nicht so toll surfen, aber mit Kajaks oder Freestyle-Rodeo-Kajaks macht das dann richtig Spaß und ist eine super Trainingsstelle."

Christian Müller, Initiator von Welle für Passau

Christian Müller (r.o.) von "Welle für Passau"

Nicht ganz perfekt für die Surfer, aber dafür für alle was. Passau steht allerdings noch am Anfang, andere Initiativen in Bayern sind schon ein Stückchen weiter. Die Initiative "River Surfing Wolfratshausen" zum Beispiel hat schon die Machbarkeitsstudie auf dem Tisch, gerade ist eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Auch die Stadt ist von der Idee begeistert und selbst die Finanzierung ist nicht das größte Problem, sagt Steffi Kastner, die das Projekt mit ihrem Mann Marcus 2013 gestartet hat.

"Wir haben das Glück, dass unser Kanal nicht an einem Naturschutzgebiet liegt, aber trotzdem muss man natürlich den Bund Naturschutz auch miteinbinden. Und dann gibt’s noch einen spannenden Punkt: das Thema Haftung."

Steffi Kastner, Initiatorin von River Surfing Wolfratshausen

Steffi und Marcus Kastner

Bei der Haftung geht's konkret darum: Wer ist verantwortlich, wenn sich jemand auf der gebauten Welle verletzt? Das muss juristisch geprüft werden, denn Beispielfall gibt es keinen, da die Welle in Wolfratshausen dann die erste, künstlich gebaute Welle in Deutschland wäre. Mit ähnlichen Problemen haben eigentlich alle bayerischen Initiativen zu kämpfen. In Nürnberg und Bad Reichenhall fehlen noch Geld und genauere Untersuchungen, obwohl auch da die Unterstützung von Stadt und Mitbürgern da ist. Die Welle sehen viele als ein gutes Aushängeschild.

"Ich denke, dass in ein paar Jahren in vielen Städten so eine Welle stehen kann, wenn die Erste mal gebaut ist. Wir sind erst am Anfang."

Steffi Kastner, Initiatorin von River Surfing Wolfratshausen

Jetzt muss nur noch jemand mit dem Bauen anfangen. Vor 2018 wird es allerdings in keiner bayerischen Stadt losgehen. Wem die Wartezeit zu lang ist, der muss vorerst sein Brett packen und zum Beispiel nach München, Plattling oder Salzburg fahren.

Wie steht's um die Flusswellen in Bayern?