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Pro & Contra Freihandels-Abkommen Biete Absatzmarkt, nehme Chlorhähnchen

Wer darf was verkaufen? Gespräche über das Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA gehen in die vierte Runde. Der Widerstand dagegen wächst. Was Gegner und Befürworter dazu sagen und warum uns das durchaus konkret betrifft.

Stand: 10.03.2014 | Archiv

Freihandelsabkommen Pro & Contra | Bild: BR

Deutschland ist Export-Weltmeister. Den meisten Umsatz macht die Bundesrepublik im europäischen Ausland, weil die EU einen einfachen, grenzüberschreitenden Handel ermöglicht. Schwieriger ist es, wenn wir etwas in Länder außerhalb der EU verkaufen oder daraus ankaufen wollen. Viele Waren scheiden für den internationalen Handel aus, weil sie nicht die richtigen Standards erfüllen.

Abhilfe soll das Freihandelsabkommen schaffen, das TTIP: Transatlantic Trade and Investment Partnership. Seit 2013 verhandeln die USA mit der EU über das TTIP, das den Handel zwischen ihnen vereinfachen und zum Beispiel Zölle aufheben soll. Kommt das Abkommen durch, entstünde die weltweit größte Freihandelszone mit 800 Millionen Bürgern.

Die Gespräche erzeugen allerdings immer mehr Widerstand unter den Gegnern, vor allem weil die Verhandlungen teils im Geheimen geführt werden und intransparent sind. Was soll das Freihandelsabkommen genau bringen und was sind die Gefahren? Und wieso sollte uns das etwas angehen?

Contra: Chlor-Hähnchen in deutschen Regalen

Bisher hat die EU in der Regel höhere Standards für ihre Waren als die USA, vor allem im Umwelt- und Verbraucherschutz. Gegner befürchten, dass die EU-Standards durch das TTIP aufgeweicht und an die niedrigeren Standards der USA angepasst werden könnten. Kommt das TTIP durch, sollen auch doppelte Zulassungstest für Waren in der EU und den USA wegfallen. Eine Ware muss dann nur noch in einem Land zugelassen werden und ist für alle TTIP-Partner gültig.

Heißt für uns:

Bisher konnte man beispielsweise in der EU keine gemanipulierten Lebensmittel kaufen. Gegner befürchten, dass das Abkommen die Tür für bisher verbotene Lebensmittel öffnen könnte, egal ob wir das wollen oder nicht und ob es durch andere Gesetze verboten ist. Einmal in den USA zugelassen, könnte zum Beispiel das gechlorte Hähnchen mit dem TTIP auch in die EU verschifft werden.

Pro: Mehr Wohlstand und mehr Arbeitsplätze

Befürworter sind sich sicher, dass auch die Industrie bisherige Standards nicht abschaffen wird. Der Aufdruck "made in EU" stünde für Qualität und sei ein Verkaufsargument, da hohe Standards erfüllt werden, die weltweit angesehen sind. Eine Aufweichung dieser Standards würde zu weniger Gewinn führen und sei damit nicht akzeptabel für die Wirtschaft. Durch Aufhebung der doppelten Zulassungstests sparen laut der Befürworter Unternehmen und Verbraucher sehr viel Geld. Ihrer Prognosen nach könnten zwei Millionen Arbeitsplätze entstehen und die Zahl der Exporte in die USA sich um ein Viertel erhöhen.

Heißt für uns:

Befürworter prophezeien, dass das TTIP hier in Deutschland zu noch mehr Wohlstand, einer größeren Wirtschaftsleistung und mehr Arbeitsplätzen führen wird, sprich mehr Geld für alle.


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Kommentieren

Susi&Kriss, Dienstag, 09.Dezember 2014, 10:00 Uhr

12. contra

Hallo liebe Redaktion! Wie geht es euch so? Wir sitzen hier total gelangweilt in Politik und müssen pro und contra über den Freihandel finden. Leider beobachtet uns unsere Lehrerin und deshalb müssen wir jetzt aufhören. Viel Spaß noch bei der Arbeit :) xoxo gossip girl

  • Antwort von Die liebe Redaktion, Dienstag, 09.Dezember, 13:46 Uhr

    Hallo Susi & Kriss,

    na, da hoffen wir doch inständig, dass ihr den Politikunterricht unbeschadet überstanden habt und unser Artikel euch ein wenig helfen konnte. Wir haben tatsächlich wie immer jede Menge Spaß hier und futtern grad die letzten Schokonikoläuse.

    Beste Grüße und auf bald!

7, Dienstag, 04.November 2014, 12:34 Uhr

11. 7

7

Babist, Mittwoch, 22.Oktober 2014, 11:36 Uhr

10.

"Befürworter prophezeien, dass das TTIP hier in Deutschland zu noch mehr Wohlstand, einer größeren Wirtschaftsleistung und mehr Arbeitsplätzen führen wird, SPRICH MEHR GELD FÜR ALLE."

Genau! Deswegen brauchen wir dieses Abkommen.

Um dann noch mehr Geld für Schwachsinn aus dem Fenster zu werfen!

Es muss immer mehr mehr mehr werden!

Wir sollten unseren Politikern einfach mal beibringen mit Geld anständig zu wirtschaften!
Somit stelle ich nämlich nicht nur das Problem eines angeblichen Geldmangels ab sondern den eigentlich Grund für fehlendes Geld!

  • Antwort von dieter, Dienstag, 10.Februar, 16:37 Uhr

    Mehr Geld für alle heißt im Umkehrschluss dass man weniger arbeiten muss um die gleiche Menge Geld zu erhalten. Das ist doch super! und mehr Geld heißt auch dass du mehr Geld hast um Bedürftigen in anderen Teilen der Welt zu helfen.

Schulz, Mittwoch, 24.September 2014, 20:46 Uhr

9. Bisher konnte man beispielsweise in der EU keine gemanipulierten Lebensmittel ka

Der Artikel liest sich so, als wenn Europa eine Insel ohne gentechnisch veränderte Organismen ist. Ich bin anderer Ansicht und möchte das hier begründen.

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Im Gesetz zur Regelung der Gentechnik vom 20. Juni 1990, geändert am 9. Juni 2010, wird in der Präambel ausgedrückt, dass das Gesetz die Gentechnik fördern soll. Wenn man die § 3b und 34 liest, kann man sagen: Hier wird dem unbedarften Bürger das Wort im Munde umgedreht, indem per Gesetz aus dem Begriff „mit Gentechnik“, „gentechnikfrei“ wird. Dazu zitiere ich aus dem Gentechnikgesetz §3 Absatz 3b: „...nicht als Verfahren der Veränderung genetischen Materials gelten a) In-vitro-Befruchtung, b) natürliche Prozesse wie Konjugation, Transduktion, Transformation, c) Polyploidie-Induktion ...“ usw. Zudem gehe ich davon aus, dass die Produkte der EU sich in Bezug auf Gentechnik kaum von den Lebensmitteln in aller Welt unterscheiden. Das Problem ist, dieser Weg ist nicht umkehrbar. Dazu kommt, dass zur Zeit kein Gesetz analog des Pflanzenschutzgesetzes dieses generell überprüft. Das ist alles ist seit über 20 Jahren ohne Widerspruch unserer moralischen Instanzen, wie Kirche, Greenpeace und Ökoverbände, geblieben.
Klaus-Hinrich Schulz,
Katzien/Niedersachsen

Lothar, Dienstag, 23.September 2014, 11:40 Uhr

8. Contra TTip

Es gibt seit Neuestem in Deutschland eine Partei die dieses Abkommen ablehnt.
Sie kämpft auch bereits in Brüssel dagegen an. Wir sollten sie noch stärker machen!!!