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Vorgestellt // Beißpony Musik mit Nähmaschine und Klamotten

Beißpony sind die untypischste Band der Welt. Sie verbinden Punk und Gender-Theorie zu glitzernden Kostümen und musizieren mit Nähmaschinen. Wer bei drei nicht auf dem Baum sitzt, könnte bald mit ihnen auf der Bühne stehen.

Von: Flo Kreier

Stand: 04.08.2016 | Archiv

Was man wissen muss...

Das Projekt Beißpony ist unmöglich in einem Text erklärbar. Sprache allein reicht nämlich nicht aus, um die fröhlich-versponnene 360-Grad-Kunst mit Audio-Schwerpunkt von Steffi Müller und Laura Theiß zu entschlüsseln. Das liegt erstens daran, dass bei Beißpony Kunst und nicht die Musik im Vordergrund steht. Zweitens ist Beißpony das Gegenteil von herkömmlichen Bandprojekten: Musik, Image und Besetzung wird ständig modifiziert, erweitert und in alle möglichen und unmöglichen Richtungen verbogen. #OpenBand.

Musik für…

Menschen, deren Open-Mindness einmal um den ganzen Globus reicht. Beißpony musizieren meistens mit Klavier und Nähmaschine (kein Scherz), besingen gerne Genderthemen, aber ohne dabei in Wut oder Theorie zu versinken. Sie produzieren Musikvideos wie andere Acts Twitter-Nachrichten und bei ihrem Kleiderschrank werden die größten Popdiven des Universums neidisch. Kein Wunder: Nähmaschinen-Virtuosin Steffi Müller musiziert auch mit Klamotten, das heißt sie näht Gedichte in Stoffform. Verrückt.

Ihr Problem ist…

Da Musik allenfalls ein Drittel des Phänomens Beißpony ist, tanzen die beiden Künstlerinnen oft zwischen den Stühlen. Da fühlen sich Beißpony zwar bestimmt sowieso am wohlsten, aber eigentlich sollten mehr Festivals, Veranstaltungsreihen und Clubs auf der Welt in den Genuss der Münchnerinnen kommen. 2016 haben sie übrigens auf dem SXSW-Festival in Austin, USA gespielt. Das ist schon mal ein Anfang.

Ihre neue Platte...

...ist ein Band-Mash-Up-Projekt namens ALLIGATOR GOZAIMASU – ein Zusammenschluss von insgesamt 27 Musikern und Künstlern aus über zehn Ländern. Relevante Hashtags: Völkerverständigung, Liebe und Frieden, Kunst über Kommerz. Dafür schlagen wir sie für den Friedensnobelpreis, den Golden Globe und den Europäischen Preis für Kunst-Verrücktheit vor. Letzteren gibt’s zwar noch nicht – er sollte aber für Beißpony erfunden werden.

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