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Kurz gemeldet Die Meldungen aus der Oberpfalz

Stand: 24.03.2017

Pilger auf Abwegen

Neukirchen beim Heiligen Blut (Lkr. Cham): Ein 29 Jahre alter Pilger aus Tschechien ist mit Drogen bepackt gewesen und wurde von der Polizei im Landkreis Cham am Donnerstag (23.03.17) aufgehalten. Wie die Polizei mitteilt, gab der Mann an, dass er sich auf dem Jakobsweg nach Spanien befindet. Bei der Kontrolle wurden bei ihm Marihuana, halluzinogene Pilze und ein Springmesser gefunden. Wegen des zu erwartenden Strafverfahrens musste der Pilger einen Großteil seiner Reisekasse als Sicherheit hinterlegen. Danach konnte er seine Fußreise auf dem Jakobsweg fortsetzen, so die Polizei.

Mädchen von fremden Männern angesprochen - Missverständnis klärt sich auf

Aufhausen (Lkr. Regensburg): Als Missverständnis hat sich laut Polizei herausgestellt, dass zwei Mädchen am Mittwoch (22.03.17) in Aufhausen "in verdächtiger Weise" von zwei Männern angesprochen wurden. Einer der beiden Männer meldete sich mittlerweile bei der Polizei und klärte den Sachverhalt. Demnach hätten er und ein Bekannter die neun- und zehnjährigen Mädchen an einer Bushaltstelle angesprochen, nachdem die beiden Hunde in ihrem Auto im Vorbeifahren gebellt hatten. Die Männer fragten nach eigenem Bekunden "ohne weitere Hintergedanken", ob die Mädchen die Tiere streicheln möchten, um zu zeigen, dass sie keine Angst haben müssten. Die Polizei glaubt nach weiteren Befragungen diesen Sachverhalt. Nachdem die Männer die Mädchen angesprochen und diese ihren Eltern davon erzählten, war nach den zwei Männern gefahndet worden.

Landkreis Cham bekommt "Landschafft 2017"-Preis

Cham: Der Oberpfälzer Landkreis Cham ist der diesjährige Preisträger für die Auszeichnung "Landschafft 2017". Das hat die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft am Freitagvormittag (24.03.17) in Berlin bekannt gegeben, die diesen Preis alle zwei Jahre vergibt. Die Preisträger werden aus den insgesamt 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland ausgesucht. Bewertet wird, wie erfolgreich sich ein Landkreis für gleichwertige Lebensverhältnisse seiner Bewohner eingesetzt hat. Für den Landkreis Cham sei vor allem "die beachtliche Entwicklung" vom strukturschwachen Landkreis mit hohen Arbeitslosenquoten hin zur Technologieregion entscheidend gewesen, so Landrat Franz Löffler (CSU). Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro soll im Juli bei einer Kreistagssitzung in Cham übergeben werden. Der Landkreis will das Geld in eine Smartphone-App investieren, mit der der öffentliche Nahverkehr im Landkreis noch einfacher genutzt werden kann.

Albert Schmid gibt Führung des Landeskomitees ab

Laaber (Lkr. Regensburg)/Eichstätt: In Eichstätt beginnt am Freitag (24.03.17) die Frühjahrstagung des Landeskomitees der Katholiken. Die Leitung hat dann zum letzten Mal Albert Schmid aus Laaber bei Regensburg. Der frühere SPD-Politiker stand acht Jahre an der Spitze des obersten Laiengremiums der Katholiken in Bayern. Am Samstag wird das Landeskomitee die Nachfolge für Schmid bestimmen: Zur Wahl stellen sich die Eichstätter Professorin Renate Oxenknecht-Witzsch und der CSU-Landtagsabgeordnete Joachim Unterländer aus München.

Marktschreier auf dem Amberger Dultplatz

Amberg: Auf dem Amberger Dultplatz geht es ab Freitag (24.03.17) laut zu: Die Marktschreier sind wieder da. Bis Sonntag liefern sich Käse-Alex, Wurst-Jan, Nudel-Ralli, Blumen-Jan und Keks-Sascha wieder erbitterte Wortgefechte im Kampf um die besten Preise und Kunden. Um 11 Uhr wird das Spektakel offiziell von OB Michael Cerny (CSU) eröffnet. Bis Sonntag (jeweils zwischen 9 und 20 Uhr) warten auch mehrere Stände und Fieranten rund um die Wagen der Marktschreier mit den verschiedensten Marktartikeln. Kulinarisch gibt es viel Fisch, aber auch traditionelle Bratwürste und Steaks. Die Marktschreier ziehen das ganze Jahr über durch Städte in Deutschland und Österreich. Die Tradition stammt vom Hamburger Fischmarkt.

Chamer Fachakademie für Raum-und Objektdesign sperrt endgültig zu

Cham: Die Fachakademie für Raum-und Objektdesign in Cham wird zum Ende dieses Schuljahres endgültig geschlossen. Das hat am Donnerstag (23.03.17) der Bezirk Oberpfalz in seiner Sitzung in Schmidmühlen beschlossen. Mit dem Personal sollen einvernehmliche Regelungen gefunden werden. Grund für die Schließung der Traditionseinrichtung, die seit 1988 in Cham besteht und in der zum Beispiel Schreiner eine anspruchsvolle Weiterqualifizierung machen können, sind die seit Jahren rückläufigen Schülerzahlen. Derzeit hat die Fachakademie nur noch fünf Studierende, die im Sommer ihre Prüfungen zum staatlich geprüften Raum-und Objektdesigner ablegen werden. Trotz guter Berufsaussichten entscheiden sich immer weniger Bewerber für diese Qualifizierung. Als Grund führt die Akademie zum einen die rückläufigen Ausbildungszahlen an, die es generell im gestaltenden Handwerk gibt. Zum anderen hätten Gesellen und Meister inzwischen einen leichteren Zugang zu den normalen Hochschulen. In intensiven Gesprächen mit der OTH Regensburg wurde zwar zuletzt ein Konzept für einen neuen Studiengang entwickelt, in den die Chamer Akademie miteingebunden worden wäre. Aber auch hier hätte es keine Garantie gegeben, dass die Nachfrage unter Studenten steigt.

Jüdische Gemeinde Regensburg erhält Förderbescheid

Regensburg: Der Freistaat Bayern übernimmt die Hälfte der Kosten der Generalsanierung des Altbaus der Jüdischen Gemeinde Regensburg. Der Regierungspräsident der Oberpfalz, Axel Bartelt, übergab jetzt den entsprechenden Förderbescheid in Höhe von 1.215.430 Euro an die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Regensburg, Ilse Danziger. "Das Gemeindezentrum und die neue Synagoge sind der Nährboden für ein aktives jüdisches Gemeindeleben. Ich freue mich, dass das jüdische Leben in Regensburg, das bereits seit über 1.000 Jahren in dieser Stadt tief verwurzelt ist, dadurch wieder sichtbarer wird", so Bartelt in einer Mitteilung. Seit Oktober 2016 laufen in Regensburg die Bauarbeiten für eine neue Synagoge. Die Gesamtkosten für den Neubau sind mit fünf Millionen Euro veranschlagt. Zugleich wird der Altbau für fast 2,5 Millionen Euro saniert. Die Finanzierung der Neubauten werden auch von Bund und Stadt Regensburg gefördert.

Bei Krones "sprudeln" die Geschäfte

Neutraubling (Lkr. Regensburg): Der Oberpfälzer Maschinenbauer Krones stellt auch in diesem Jahre sprudelnde Geschäfte mit seinen Getränkeabfüllanlagen in Aussicht. Das Unternehmen erwartet nach Angaben vom Donnerstag (23.03.17) ein Umsatzwachstum von vier Prozent und steigenden Gewinn. Die Dividende wird aber nur leicht um zehn Cent auf 1,55 Euro pro Aktie steigen. Da Analysten mehr erwartet hatten, gaben die Krones-Papiere am Donnerstagvormittag an der Börse sogar leicht nach. Krones ist nach Unternehmensangaben Weltmarktführer bei den Getränkeabfüllanlagen. Im vergangenen Jahr hatte Krones den Umsatz - auch dank Zukäufen - um 6,9 Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Euro erhöht. Der Nettogewinn stieg sogar um 8,2 Prozent auf 169,1 Millionen Euro. Und wie in den Vorjahren stieg die Mitarbeiterzahl des expandierenden Unternehmens: Zu Jahresende beschäftigte Krones 14.400 Menschen, davon gut 10.000 in Deutschland.

Besuch des britischen Botschafters in Regensburg

Regensburg/London: Unter dem Eindruck des mutmaßlichen Terroranschlags von London hat am Donnerstag (23.03.17) der britische Botschafter in Deutschland, Sir Sebastian Wood, Regensburg besucht. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) hat den Diplomaten im Historischen Rathaus empfangen. Sir Sebastian wollte Regensburg bereits im vergangenen Juni einen Besuch abstatten. Sein damals geplanter Auftritt beim Empfang der ostbayerischen Wirtschaft wurde aber abgesagt, nachdem die Briten tags zuvor in einer Volksabstimmung für den EU-Austritt votiert hatten.

Bürgermeisterwahl von Fensterbach vor dem Verwaltungsgericht

Regensburg/Fensterbach (Lkr. Schwandorf): Die Bürgermeisterwahl von Fensterbach aus dem Jahr 2015 muss nicht wiederholt werden. Das Verwaltungsgericht Regensburg hat am Donnerstagvormittag (23.03.17) die Wahlanfechtungsklage eines Bürgers aus der 2.400-Einwohner-Gemeinde als unzulässig abgewiesen. Der Mann sei nicht klagebefugt gewesen, sagte ein Sprecher des Gerichts auf BR-Anfrage. Er hätte von der Wahl unmittelbar betroffen sein müssen, zum Beispiel als Bewerber um das Bürgermeisteramt. Oder er hätte Personen nennen müssen, die ihn in seiner Klage unterstützt hätten. Beides sei nicht der Fall gewesen. Der Kläger hatte die Wahl wegen zwei mutmaßlichen Formfehlern angefochten, ohne selber von der Wahl direkt betroffen zu sein. Laut Gericht hat der Kläger noch die Möglichkeit, Antrag auf Zulassung der Berufung zu stellen. Über diesen Antrag müsste dann der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entscheiden.

Regensburger Wissenschaftler erforschen Glaubwürdigkeit sozialer Medien

Regensburg: Wie glaubwürdig sind soziale Medien, wie leicht kann man mit deren Mitteilungen die Wahrnehmung beeinflussen? Mit diesen Fragen hat sich jetzt ein Forscherteam um David Elsweiler, Professor für Informationslinguistik an der Universität Regensburg, befasst. 126 Versuchspersonen mussten jeweils die Glaubwürdigkeit von zwölf Tweets einschätzen. Dabei wurden den Probanden jeweils sechs Paare, bestehend aus einem Originaltweet und einer veränderten Fassung, in zufälliger Reihenfolge vorgelegt. Alle Tweets standen in thematischem Bezug zu "Flüchtlingen in Deutschland". Die Ergebnisse sind laut Forscher verblüffend: Es genüge bereits das Vorhandensein eines Links, um einen Tweet als glaubwürdiger einzustufen. Entscheidend dabei sei, dass das Ziel des Links hierfür belanglos ist. Außerdem spiele die Popularität eines Tweets, also die Anzahl sogenannter Likes und Retweets, eine entscheidende Rolle. Je größer die Popularität, umso glaubwürdiger werde ein Tweet eingeschätzt. Die Untersuchungsergebnisse zeigten einerseits die Notwendigkeit auf, Benutzern sozialer Medien zu verdeutlichen, wie leicht ihre Einschätzungen beeinflussbar seien. "Popularität ist gerade im Fall von Twitter mit automatischen Methoden manipulierbar", warnen die Regensburger Forscher.


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