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Voyager-Raumsonden Die Voyager-Raumsonden im interstellaren Raum

Keine anderen Raumsonden sind bisher so weit ins All vorgedrungen wie die beiden Weltraum-Veteranen Voyager 1 und Voyager 2. Die beiden Sonden durchqueren seit einigen Jahren den interstellaren Raum.

Stand: 19.02.2021

Raumsonde Voyager 1 | Bild: NASA

Voyager 2 hat am 5. November 2018 die Heliosphäre, den Bereich der Magnetfelder um die Sonne, verlassen. Die Sonde ist inzwischen fast 19 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, kann aber noch mit den Forschern kommunizieren. Allerdings dauert jede Übertragung von Information über 17 Stunden.

Voyager 2 blickt in "wahrlich unerforschtes Gebiet"

So weit wie Voyager 2 kam bisher nur Voyager 1. Voyager 1 ist inzwischen über 22 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Würde man jetzt auf der Erde ein Radiosignal gen Sonde schicken, es würde über 21 Stunden brauchen, bis Voyager 1 es empfangen könnte. Bei Voyager 2 funktioniert noch das sogenannte Plasma Science Experiment (PLS). Die Messungen des Instruments ermöglichten nun einen "noch nie dagewesenen Blick in wahrlich unerforschtes Gebiet", sagte die Leiterin der zuständigen NASA-Abteilung, Nicky Fox. Bei Voyager 1 war das PLS-Instrument bereits 1980 ausgefallen und damit lange, bevor die Sonde die Grenze der Heliosphäre im Jahr 2012 erreichte.

Immer noch im Sonnensystem

Dass die beiden Sonden die Heliosphäre verlassen haben, bedeutet nach Angaben der NASA aber nicht, dass sie auch das Sonnensystem verlassen haben. Dies werde "sobald" auch nicht geschehen. Als Grenze des Sonnensystems gilt eine Region außerhalb der Oortschen Wolke. Es werde rund 300 Jahre dauern, bis Voyager 2 die Oortsche Wolke erreicht. Bis sie an deren äußerem Ende ankommt, vergehen wahrscheinlich noch einmal 30.000 Jahre. Trotzdem liefern sie bereits jetzt Daten, die keine andere Sonden sammeln können. Voyager 1 und 2 verraten Forschern beispielsweise, welche Form die Heliopause hat, also die Grenze zwischen Heliosphäre und interstellarem Raum.

Mehr als vierzig Jahre unterwegs

Die Voyager-Sonden sind unterwegs im interstellaren Raum.

Eigentlich waren die Missionen von Voyager 1 und Voyager 2 nur auf vier Jahre angesetzt. Jetzt sind sie schon mehr als zehnmal so lange unterwegs und senden immer noch munter Daten. Voyager 2 startete am 20. August 1977 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus. Die Schwestersonde Voyager 1 folgte ihr am 5. September 1977.

Jede Voyager-Sonde hält einen eigenen Rekord

Voyager 1 ist von allen Raumsonden, die die Menschheit gen All geschickt hat, am Weitesten von der Erde entfernt. Mehr als 21 Stunden dauert es, bis Funksignale von Voyager 1 auf der Erde empfangen werden. Sie verließ 2012 als erste Raumsonde überhaupt die Heliospäre. Voyager 2 tat das erst 2018. Sie gilt dafür wegen ihres früheren Starts als die am längsten kontinuierlich betriebene Raumsonde.

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Voyager verlässt unser Sonnensystem | Bild: ARD Mittagsmagazin (via YouTube)

Voyager verlässt unser Sonnensystem

Bei Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun

Voyagers Blick auf den Jupiter

Beide Sonden hatten ein Rendevous mit Jupiter und Saturn, Voyager 2 besuchte außerdem noch Uranus und Neptun. Insgesamt nahmen die je eine Tonne schweren Voyager-Zwillinge 48 Monde unter die Lupe. Voyager 1 und 2 haben es mittlerweile in den interstellaren Raum geschafft.

Voyager-Sonden knipsten Bilder von allen äußeren Planeten

Planet Neptun, aufgenommen von Voyager 2

Ziel der Voyager-Mission war es ursprünglich, die großen Gasplaneten zu erkunden. Voyager 1 besuchte am 5. März 1979 den Planeten Jupiter und am 11. November 1980 den Saturn. Die Raumsonde funkte die ersten detaillierten Bilder von deren Monden zur Erde. Voyager 2 passierte am 9. Juli 1979 den Planeten Jupiter und am 25. August 1981 den Saturn. Am 24. Januar 1986 flog die Raumsonde an Uranus vorbei und am 25. August 1989 an Neptun, mit nur knapp 5.000 Kilometern Abstand. Bis heute ist sie die einzige Sonde, die jemals dem blauen Gasriesen Neptun nahe kam. Die Bilder, die Voyager 2 von Neptun machte, prägen immer noch unser Bild von ihm.

Die Bilder und Daten, die die beiden Sonden zur Erde zurückfunkten, versetzten Forscher in Begeisterung. Bis heute sind nur wenige Sonden so weit in die Tiefe des Sonnensystems vorgedrungen, zuletzt die Pluto-Mission New Horizons.

"Wenige Missionen können je die Errungenschaften der Voyager-Sonden erreichen. Sie haben uns über die zuvor unbekannten Wunder des Universums aufgeklärt und die Menschheit inspiriert, unser Sonnensystem und alles darüber hinaus zu entdecken."

Thomas Zurbuchen, NASA-Manager

Rüstige Voyager-Rentner - auch auf der Erde

Die Voyager-Sonden sind besonders robust gebaut und mit Backup-Systemen versehen. Betrieben werden sie mit langlebigen Plutonium-Generatoren. Trotzdem schwinden ihre Kräfte Jahr für Jahr. Bei technischen Problemen müssen jahrzehntealte Dokumente oder gar in Rente gegangene NASA-Ingenieure konsultiert werden. "Die Technologie ist viele Generationen alt und es braucht jemanden mit Design-Erfahrung aus den 1970er-Jahren, um zu verstehen, wie die Sonden funktionieren und welche Updates gemacht werden können, damit sie heute und zukünftig weiter funktionieren können", sagt NASA-Managerin Suzanne Dodd.

Bis 2030 könnten einige der wissenschaftlichen Instrumente an Bord noch halten, vermutet die NASA. Aber selbst nach deren Ausfall muss die Reise der Voyager-Zwillinge nicht zu Ende sein. Wenn ihnen sonst nichts passiert, sausen sie auch dann noch mit einer Geschwindigkeit von rund 48.000 Stundenkilometern weiter durchs All.

Goldene Schallplatte für Außerirdische

Falls die Voyager-Sonden jemals auf Leben treffen sollten, sind sie bestens gerüstet. Beide Sonden transportieren eine goldene Schallplatte mit dem Titel "Sounds of Earth". Die vergoldeten Kupferscheiben mit einer Lebensdauer von angeblich 500 Millionen Jahren enthalten Bild- und Audiodateien über die Erde inklusive einer Anleitung zum Abspielen. "Freunde des Weltraums, wie geht es Euch. Habt Ihr schon gegessen? Besucht uns, wenn Ihr Zeit habt", so eine Grußbotschaft auf der Platte in der ostchinesischen Sprache Amoy. Insgesamt 55 verschiedene Sprachen kann sich der interessierte Außerirdische auf "Sounds of Earth" anhören. Die deutsche Botschaft lautet zum Beispiel "Herzliche Grüße an alle". Darüber hinaus sind auf der Platte diverse Geräusche und eine Musikauswahl gespeichert, die von Chuck Berry und Louis Armstrong über melanesische Panflöten bis Mozart und Beethoven reicht.

"Da die Sonden Milliarden von Jahren halten könnten, könnten diese Datenträger-Zeitkapseln einmal die einzigen verbliebenen Spuren der Menschheit sein."

NASA

  • Voyager 2 - Raumsonde sendet seit 40 Jahren aus den Tiefen des Alls: 20. August 2017, Aus Wissenschaft und Technik, B5 aktuell.
  • Seit 40 Jahren fliegt die Voyager-Sonde durchs All: 19. August 2017, orange, Bayern 2.
  • Raumfahrtrentner Voyager: 25. Oktober 2015, Aus Wissenschaft und Technik, B5 aktuell.
  • Spacecowboys - Die NASA-Rentner für die Voyager-Sonden: 21. Oktober 2015, IQ, Bayern 2.
  • Voyager - Wer kümmert sich um alte Sonden?: 5. September 2012, IQ, Bayern 2.

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