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Uranus Der rollende Planet

Der 1781 entdeckte Uranus ist der Sonderling unter den Planeten: Er rollt seine Bahn seitwärts ab, dreht sich andersherum als die meisten Planeten und hat ein verrücktes Jahreszeitensystem. Damit stellt Uranus mehr wissenschaftliche Modelle in Frage als andere Planeten.

Stand: 25.09.2020

Uranus rollt in Seitenlage auf seiner Umlaufbahn. | Bild: NASA

Uranus ist ein im wahrsten Sinne des Wortes verrückter Planet: Er ist der einzige bekannte Planet in unserem Sonnensystem, der sich seitwärts dreht. Sein Äquator steht fast im rechten Winkel zu seiner Umlaufbahn und die Sonne dadurch manchmal direkt über den Polen. Am Nord-Pol von Uranus ist in Folge 21 Jahre lang Sommer und Tag sowie 21 Jahre lang Winter und Nacht sowie 42 Jahre lang Tag und Nacht im Frühling und Herbst. Wie die Venus dreht sich Uranus zudem von Ost nach West und damit andersherum als die anderen uns bekannten Planeten im Sonnensystem.

Rollt Uranus durch Zusammenprall im All?

Forscher glauben, dass die Achse von Uranus deshalb so verschoben ist, weil der Planet vor rund vier Milliarden Jahren mit einem jungen Proto-Planeten aus Stein und Eis zusammenstieß. Wie der Verkehrsunfall im All abgelaufen sein könnte, zeigt diese Simulation der Durham University. Hellgrau steht für das eisige Material des Uranus, Dunkelgrau für das Material aus Stein und Hellblau für die Atmosphäre von Uranus. In Violett ist das Eis-Material des Proto-Planeten zu sehen, während Braun sein Gesteinsmaterial darstellen soll.

Uranus und Erde im Vergleich

Wie Neptun ist der Uranus ein Gasriese und der siebte von acht Planeten in unserem Sonnensystem. Er ist 2.800 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Daher ist es wie auf dem Neptun auch auf dem Uranus lausig kalt, -214 Grad Celsius. Die Sonne umrundet Uranus gemächlich in 84 Jahren statt wie die Erde in 365 Tagen. Ein Tag auf dem Eisriesen ist dagegen schneller vorbei als auf der Erde: Er dauert 17 Stunden und 14 Minuten.

Uranus ist der drittgrößte Planet im Sonnensystem. Die Erde würde 64-mal in den Uranus passen. Laut NASA wäre die Erde ein großer Apfel, während der Uranus ein Basketball wäre. Soweit bisher bekannt, hat Uranus 13 Ringe und 27 Monde, die nach Werken von William Shakespeare und Alexander Pope benannt sind. Ein Bild können wir uns von Uranus machen, seit die Raumsonde Voyager 2 im Jahr 1986 an ihm vorbeiflog. Forscher sichteten die Daten der Sonde 2019 nochmal und stellten fest, dass der Uranus Gas leckt - und zwar deutlich mehr als andere Planeten. Die neuen Erkenntnisse wurde im August 2019 im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" veröffentlicht.

Wie der Uranus entdeckt wurde

Friedrich Wilhelm Herschel, später William Herschel, entdeckte den Uranus mit einem selbstgebauten Teleskop.

So ungewöhnlich wie der Planet ist auch sein Entdecker: Friedrich Wilhelm Herschel, später William Herschel, ein Deutsch-Brite, der von Hannover nach England übersiedelte. Er war bis zu seinem 43. Lebensjahr Musiker, bevor er sich durch die Entdeckung von Uranus im Jahr 1781 einen Namen machte und ganz der Astronomie widmen konnte. Herschel entwickelte und baute Spiegelteleskope, mit denen er den Himmel nach Planeten, Nebulae und Sternen absuchte. Und so gelang es dem Hobby-Astronomen auch, den Uranus zu entdecken. Er hielt ihn allerdings anfangs für einen Kometen.

Durch Beobachtungen des deutschen Astronomen Johann Elert Bode bestätigte sich jedoch, dass Herschel einen neuen Planeten entdeckt hatte. Der Uranus ist damit der erste Planet seit Vorzeiten, der mit einem Teleskop entdeckt wurde. Dass er Ringe hat, wurde erst 1977 erkannt. Seinen Namen Uranus, Gott des Himmels, erhielt er durch Johann Elert Bode.

Noch mehr Infos gibt's hier:

  • Planetenweg des Deutschen Museums in München: Vom Deutschen Museum bis zum Tierpark in Thalkirchen kann man unser Sonnensystem abspazieren. Die aufgestellten Infosäulen zeigen die Abstände unserer acht bekannten Planeten und des Zwergplaneten Pluto zur Sonne.
  • Eisriesen bei Twitter: Zu finden unter #IceGiants2020 und @IcyGiants
  • Sterngucker: Neptun und Uranus
  • Weltraumthemen für Kinder von der ESA

Quelle: Nasa.gov; Esa.int; Dlr.de; Encyclopædia Britannica; Deutsches Museum


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