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Oasen in der Wüste Grüne Inseln im Sandmeer

Seit Jahrhunderten sind Oasen die Fixpunkte der Wüstenbewohner. Sie sichern das Überleben und bieten Schutz vor Trockenheit, Sand und Wind. Mitten in den ausgedörrten Weiten lässt das Wasser Pflanzen gedeihen.

Stand: 28.06.2017

Oase in der Wüste in Abu Dhabi | Bild: picture alliance / robertharding

Seit Menschengedenken sind die Wüsten bewohnt. Drei verschiedene Lebensformen gibt es dort: Jäger und Sammler, Nomaden und Halbnomaden und Bauern in Oasen. Diese "Grünen Inseln" haben unterschiedliche Ursprünge. Je nach der Herkunft des Wassers, das eine Oase speist, werden verschiedene Typen von Oasen unterschieden.

Wüsten-Oasen entlang des Ufers

Mitten in der Wüste: Der Nil - die bekannteste Flussoase der Welt:

Flussoasen sind Wasserläufe, die entweder ab und zu einmal, regelmäßig oder sogar das ganze Jahr Wasser führen. Die bekannteste Flussoase ist wohl die Niloase. Der Fluss kommt aus dem viel feuchteren östlichen Afrika und durchfließt dann die Wüste. Schon vor Jahrtausenden machte der Nil so eine Hochkultur möglich, die auf Bewässerungswirtschaft basierte.

Ein Tunnel für die Wüsten-Oase

Wasser für die Wüste: Bewässerungskanal eines Quanats oder Foggara in Marokko

Gab es keinen natürlichen Fluss, errichteten die Menschen künstliche Wasserläufe. Je nach Region heißen diese anders: auf Persisch "Kariz", auf der Arabischen Halbinsel "Falaj", in Nordafrika "Foggara" oder "Qanat". Wenn es in den Bergen regnet und das Wasser am Fuß des Gebirges wieder austritt, wird es durch Kanäle und Tunnel über viele Kilometer weit zur Oase geleitet. Manche davon entwickelten sich zu großen Städten wie Teheran und Damaskus.

Wüsten-Oase mit Wasser von weit weg

Wüsten-Oase mit Brunnen in der östlichen Sahara

Oasen können auch entstehen, wenn Niederschlagswasser versickert und sich über einer wasserundurchlässigen Schicht sammelt. Das unterirdische Wasserreservoir, das so entsteht, kann sich Hunderte Kilometer weit in die Wüste erstrecken. Das Wasser tritt entweder von selbst an die Oberfläche, dann spricht man von einer Quellwasseroase. Wird es mithilfe eines Brunnes angezapft, nennt man sie Grundwasseroase.

Mt Druck nach oben: Quellen in der Wüste

Wasser für und aus der Wüste: Wenn sich Wasser unterirdisch in einer Senke sammelt, baut es Druck auf und sprudelt nach oben.

Sammelt sich das unterirdische Wasser in einer Senke unterhalb des Grundwasserspiegels, entwickelt es so viel Druck, dass es von selbst aus der Erde sprudelt. Bohrt man das Wasserreservoir an, spricht man von einem Artesischen Brunnen. Wenn das Wasser von alleine ans Tageslicht kommt, handelt es sich um eine Artesische Quelle.

Aus großer Tiefe: noch mehr Wasservorräte in der Wüste

Tief unter manchen Wüsten schlummern große Vorräte an fossilem Wasser, das dort seit Jahrtausenden oder länger lagert. Es kann mit Pumpen nach oben gefördert werden. Diese uralten Wasservorräte sind allerdings begrenzt.

  • "Oasen: Inseln der Wüste?" Ein Beitrag in radioWissen am 29. Juni 2017 um 15:05 Uhr

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