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Simon Marius Der Entdecker der Jupiter-Monde aus Franken

Vor 400 Jahren entdeckte Simon Marius, Hofastronom in Ansbach, die vier großen Jupitermonde. Doch Galileo Galilei diffamierte ihn als Plagiator. Jetzt soll der Ruf des fränkischen Wissenschaftlers wiederhergestellt werden.

Stand: 15.04.2014 | Archiv

Simon Marius | Bild: EAureus, gemeinfrei

Simon Marius richtete zur gleichen Zeit wie der berühmte italienische Naturwissenschaftler Galileo Galilei ein Fernrohr auf den Planeten Jupiter. Genau wie dieser konnte er die vier größten Monde des Jupiters erkennen. Die Forschungen des Bürgersohns aus Gunzenhausen wurden von Galilei allerdings als Plagiat bezeichnet. Das beschädigte Marius Ruf für lange Zeit. 400 Jahre nach der Veröffentlichung seiner Entdeckung soll nun der Schatten weichen, der auf seinem Werk liegt.

Arzt und Astronom

Simon Marius' erste Darstellung der Jupiter-Monde

Simon Marius hieß eigentlich Simon Mayr und kam am 10. Januar 1573 in Gunzenhausen zur Welt. Von 1586 bis 1601 besuchte er die Heilsbronner Fürstenschule, wo er großes Talent für Mathematik und Astronomie zeigte. Nach seinem Schulabschluss reiste Marius nach Prag, um dort die neuartigen Techniken der Himmelsbeobachtung bei Tycho Brahe kennenzulernen. Der berühmte Astronom verstarb jedoch kurz nach seiner Ankunft. Marius ging daraufhin nach Padua, wo er bis 1605 Medizin studierte und dabei vermutlich Galilei begegnete. Von 1606 bis zu seinem Tod am 5. Januar 1625 war er Hofmathematicus in Ansbach. Zu seinen Aufgaben gehörte unter anderem, Kalender und Horoskope zu erstellen.

Marius-Portal zum Jubiläum

Die Nürnberger Astronomische Gesellschaft (NAG) hat das Jahr 2014 zum "Simon Marius-Jubiläum" erklärt. Es soll das Jahr der Ehrenrettung des fränkischen Wissenschaftlers werden. Dazu dient auch ein Webportal, das am 18. Februar 2014 online gehen soll.

Neuartiges Teleskop

So ähnlich könnte Marius die Monde der Jupiter gesehen haben.

Schon zu der Zeit, als es noch keine Teleskope gab, beobachtete Simon Marius den Himmel eingehend. Er publizierte unter anderem über den Kometen von 1596. Ab Sommer 1609 konnte er ein damals neuartiges Fernrohr aus Belgien benutzen. Mit dessen Hilfe entdeckte er, dass der Jupiter vier Monde hat. Als Datum für seine Entdeckung gab er den 29. Dezember 1609 an, allerdings gemäß des julianischen Kalenders. Das protestantische Nürnberg und viele angrenzende Gebiete unterwarfen sich erst später der katholischen Kalenderreform.

Nur ein Tag Unterschied

Die vier großen Monde des Jupiter; Io, Europa, Ganymed und Callisto.

Dem heute noch gültigen gregorianischen Kalender folgend hatte Marius am 8. Januar 1610 die Jupitermonde beobachtet. Die beiden Angaben differieren zwar nur um wenige Tage, doch der Unterschied ist bedeutsam, denn Galilei reklamierte für sich, die Monde einen Tag vorher, nämlich am 7. Januar 1610, entdeckt zu haben. Zudem beschrieb Marius seine Beobachtung der "Pünktchen beim Jupiter" und ihre Bewegung erst 1614 in seinem Buch "Mundus Iovialis". Galilei hatte die Entdeckung der Jupitermonde hingegen schon 1610 veröffentlicht und konnte so Marius des Plagiats bezichtigen. Heute ist aber klar, dass Marius die Jupitermonde völlig unabhängig von Galilei entdeckt hat. Seine Beobachtungen waren zum Teil sogar etwas genauer.

Andromedanebel und Sonnenflecken

Marius beobachtete als erster den Andromedanebel.

Die Jupitermonde waren nicht die einzige Entdeckung, die Marius am Himmel machte. Schon zu seinen Lebzeiten war unbestritten, dass er als erster den Andromedanebel beobachtet hatte. Marius verfolgte auch Sonnenflecken und deren regelmäßiges Auftauchen und Verschwinden. Höchste Zeit also, dass Simon Marius, der "Fränkische Galilei", vollständig rehabilitiert und seiner Bedeutung entsprechend gewürdigt wird.

Simon Marius am Himmel verewigt

Illustration des Asteroiden "(7984) Marius", wie er sich im Asteroidengürtel um die Sonne bewegt.

Im März 2014 hat die Internationale Astronomische Union (IAU) passend zum Jubiläum einen Asteroiden nach Marius benannt: Der Kleinplanet "1980" aus dem sogenannten Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter heißt nun "(7984) Marius". Der Asteroid war erstmals am 29. September 1980 am Klet' Observatorium von der tschechischen Astronomin Zdeňka Vávrová entdeckt worden. "Marius" kreist in 4,27 Jahren und dem 2,63-fachen Abstand Erde-Sonne um unser Zentralgestirn. Seine Geschwindigkeit beträgt durchschnittlich 7,57 Kilometer pro Sekunde.


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