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Pflanzen und Tiere auf Wanderschaft

Stand: 18.01.2018

Der Waschbär gehört zu den Neozoen, den nach Deutschland eingewanderten, invasiven Tieren. | Bild: picture-alliance/dpa

"Neophyten" und "Neozoen"

Als Neophyten werden Pflanzenarten bezeichnet, die seit der Entdeckung Amerikas 1492 durch den Einfluss des Menschen in eine für sie neue Region gelangt sind. Der Begriff ist aus dem Griechischen abgeleitet und bedeutet so viel wie "Neu-Pflanzen". Die entsprechenden Tiere heißen Neozoen.

Waschbären, Grauhörnchen oder der Riesenbärenklau sind Beispiele für Arten, die erfolgreich bei uns eingewandert sind. Die Ausbreitung von eingewanderten Pflanzen (Neophyten) und Tieren (Neozoen) geht oft auf Kosten ihrer neuen Heimat. Neben dem Verlust von Lebensraum gelten diese invasiven Arten als größte Bedrohung für die heimische Artenvielfalt. Und verursachen dazu auch ökonomischen Schaden: Rund zwölf Milliarden Euro Schäden verursachen invasive Arten EU-weit, schätzt die EU-Kommission.

Schwarze Liste für eingewanderte Tiere und Pflanzen

Die Europäische Union hat im Jahr 2016 ihre erste Liste mit eingewanderten Arten herausgebracht, mit 37 eingewanderten Arten, die sie als besonders gefährlich einstuft. Im Jahr 2017 wurde sie aktualisiert - nun stehen 49 invasive Arten darauf, darunter das Drüsige Springkraut, die Nilgans, der Marderhund und die Bisamratte. Für diese Arten gelten jetzt strenge Regeln. Sie dürfen zum Beispiel nicht mehr gezüchtet oder von einem Ort zum anderen transportiert werden. Eines der Tiere auf dieser "schwarzen Liste" ist der chinesische Muntjak, eine Art Mini-Hirsch mit einem großen Zahn, der aus seinem Maul ragt. Kritiker sind unzufrieden mit der EU-Liste, denn sie hat nur einen Bruchteil der Arten aufgenommen, die innerhalb der EU als invasiv gelten. Allein in Deutschland seien mindestens 168 Tier- und Pflanzenarten bekannt, die negative Auswirkungen haben könnten, sagt der Naturschutzbund NABU.

  • "Neophyten - Chance oder Risiko für unsere Fauna und Flora": am 16. März 2017 um 10.05 Uhr im "Notizbuch", Bayern 2
  • "Der Marderhund vom Böhmerwald": am 04.02.2017 um 9:30 Uhr, "Welt der Tiere", BR Fernsehen
  • "Die biologische Invasion: Wie gefährlich sind fremde Arten": am 5. Januar 2017 um 19.30 in "Faszination Wissen", BR Fernsehen

Neophyten

Eine invasive Pflanzenart: der Essigbaum - ein Neophyt | Bild: picture-alliance/dpa zur Bildergalerie mit Informationen Neophyten Gefahr für heimische Pflanzenarten

Vor Jahren wurde der Riesenbärenklau als Futterpflanze nach Bayern geholt - jetzt wird man ihn nicht mehr los. Wie das Indische Springkraut und andere Neophyten breitet sich die Pflanze unkontrolliert aus und droht heimische Arten zu verdrängen. [mehr]


Ist auch eine eingewanderte Pflanzenart: der Sommerflieder - ein Neophyt | Bild: picture-alliance/dpa zur Bildergalerie Neophyten Pflanzen auf Wanderschaft

Breiten sich eingewanderte oder importierte Pflanzen unkontrolliert aus, gelten sie als invasiv. Bilder von Riesenbärenklau, Topinambur, Sommerflieder, Indischem Springkraut, der beifußblättrigen Ambrosie und anderen Neophyten zum Klicken. [mehr]

Neozoen

Mink, nordamerikanische Nerzart - eingewanderte Tierart und hier heimisch geworden - also auch ein Neozoon. | Bild: picture-alliance/dpa zur Bildergalerie mit Informationen Neozoen Fast zu pudelwohl im fremden Land

Waschbären, Grauhörnchen, Minks und Flohkrebse haben eines gemeinsam: Sie sind weit verbreitet, gehören aber eigentlich nicht in unsere Breiten. Fremde Tierarten, die Neozoen, können zur Bereicherung oder zur Bedrohung der Artenvielfalt führen. [mehr]


Freilebender Nandu in Mecklenburg-Vorpommern -auch er gehört zu den Neozoen, den nach Deutschland eingewanderten, invasiven Tieren. | Bild: picture-alliance/dpa zur Bildergalerie Neozoen Tiere auf Wanderschaft

Neozoen sind Tierarten, die seit der Entdeckung Amerikas vom Menschen in Gebiete außerhalb ihrer Heimat verschleppt wurden und die dort über längere Zeit wild leben. In Deutschland sollen sich inzwischen rund 300 Neubürger etabliert haben. [mehr]


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