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Freitag, der 13. (K)ein Tag wie jeder andere

Sind Sie heute gut drauf? Oder würden Sie am liebsten das Haus gar nicht verlassen? Heute ist schließlich Freitag, der 13. - der klassische Unglückstag. Doch so klassisch ist er gar nicht ...

Stand: 13.10.2017

Freitag, der 13., auf einem Kalenderblatt  | Bild: picture-alliance/dpa

Pannentag der Pechvögel - fällt der 13. Tag eines Monats auf einen Freitag, so spricht der Volksmund von einem Unglückstag. Also lieber gar nicht vor die Tür gehen? In Deutschland glaubt immerhin jeder Vierte, dass ein Freitag, der 13., ein Unglückstag ist. Und immerhin 28 Prozent der Deutschen finden, dass allein die Zahl 13 schon Schlimmes verheißt - so das Ergebnis einer Allensbach-Umfrage im Jahr 2010. Zu Recht?

Der Unglückstag hat die besseren Karten

Dass die "13" im Kalender auf einen Freitag fällt, passiert ein- bis dreimal pro Jahr.

Die schlechte Nachricht vorab: Freitag, den 13., gibt es relativ häufig: Ein- bis dreimal pro Jahr ereilt uns dieser Termin. Denn Freitage fallen häufiger auf einen 13. als andere Wochentage. Das zumindest errechnete der amerikanische Mathematiker Joseph Oscar Irwin. Da sich der Kalender alle 400 Jahre wiederholt, hatte er 4.800 Monate als Berechnungsgrundlage. Und in jedem gibt es einen 13. Die Verteilung auf die Wochentage war nicht gleich: Je 684-mal fällt der 13. auf einen Donnerstag oder Samstag, in 685 Fällen ist der 13. ein Montag oder Dienstag, 687-mal ein Mittwoch oder Sonntag und 688-mal eben ein Freitag. Ein minimaler Vorsprung.

Freitage sind generell unfallträchtiger - aber nicht am 13.

Am Freitag passieren die meisten Unfälle. Aber nicht an einem Freitag, 13.

Die Analysen der Zurich-Versicherung in Deutschland lassen auf einen harmlosen Freitag, den 13., schließen: Seit 2009 untersucht der Versicherer regelmäßig den "schwarzen Freitag". Die Schadenauswertung zeigt, dass an diesem Tag im Schnitt sogar weniger passiert: An allen Freitagen, die von 2009 bis einschließlich 2016 auf einen 13. gefallen sind, sind im Schnitt knapp 1.900 Schäden gemeldet worden - an allen anderen Tagen rund 2.000. Insgesamt wurden an Freitagen, die auf den 13. fallen, sogar rund zehn Prozent weniger Schäden verzeichnet als an allen übrigen Freitagen. Grundsätzlich ist der Freitag mit durchschnittlich knapp 2.100 Meldungen nämlich der schadenreichste Tag der Woche. Aus einem ganz profanen Grund: Freitage sind wegen des hohen Verkehrsaufkommens einfach unfallträchtiger als andere Wochentage. Die Erhebungen zeigen auch, dass am 13. eines Monats erheblich weniger Schäden auftreten als an anderen Tagen. Durchschnittlich gingen hier nur rund 1.700 Schadensmeldungen ein.

Die richtige Dosis Furcht macht vorsichtig

Kommende schwarze Freitage:

Freitag, 13.04.2018
Freitag, 13.07.2018

Offenbar verhalten sich die Menschen an einem "schwarzen Freitag" aus Furcht so vorsichtig, dass nicht mehr, sondern weniger passiert als sonst. Nur übertreiben darf man es mit der Vorsicht nicht, sonst wird die Angst vor dem Freitag, dem 13., am Ende zur "selbsterfüllenden Prophezeiung".

Krankhafte Furcht

Paraskavedekatriaphobie

Diesen wissenschaftlichen Namen trägt die krankhafte Angst vor einem Freitag, den 13. Abgleitet wird die Bezeichnung von den griechischen Worten "Paraskave" = Freitag, "Dekatria" = 13. Paraskavedekatriaphobiker trauen sich an einem solchen Datum buchstäblich nicht aus dem Bett. Der österreichische Komponist Arnold Schönberg etwa litt unter dieser Angst. Und starb ausgerechnet an einem Freitag, den 13.

Triskaidekaphobie

So wird die generelle Furcht vor der Zahl 13 genannt. Der Regensburger Volkskundler Gunther Hirschfelder begründet sie damit, dass die Zahl knapp aus dem uns vertrauten Zwölfersystem herausfällt: So gibt es zwölf Monate, zwölf Tierkreiszeichen und zwölf Jünger Christi.

Echte Panik oder Nervenkitzel?

Psychologen beruhigen: Echte Angst vor einem Freitag, den 13., hat kaum jemand. Eher fühlen Menschen, die diesen Tag für einen Pechtag halten, "ein gewisses Unbehagen", so der Psychologe Peter Beckwermert. In der Regel ist die Aufmerksamkeit, die dieser Tag erhält, ein Kulturphänomen, das der Unterhaltung dient.

Eine neue Angst

Die Idee, dass ein Freitag, der 13., ein Unglückstag ist, ist zudem noch ziemlich neu. Erst in den 50er-Jahren taucht sie hier in Deutschland auf. Zwar ist die Zahl 13 schon sehr lange ungern gesehen. Sie störte schon in alten Hochkulturen die harmonische 12. Im Volksmund wird die 13 auch "Dutzend des Teufels" genannt. Und auch der 13. Gast beim letzten Abendmahl, der Verräter Judas, hat ihr Image nicht verbessert. Der Freitag hingegen war in der Antike ein positiv besetzer Tag - der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Doch das Christentum war dem Freitag nicht hold: Adam und Eva sollen am fünften Tag - dem Freitag - vom verbotenen Apfel gegessen haben. Und dass Jesus an einem Freitag gekreuzigt wurde, machte den Freitag zu einem Tag der Trauer und des Fastens.

Der Horror: Fliegen in Reihe 13

Die Angst vor der 13 hat längst ihren Platz in unserem Alltag: Viele Hotels haben keine Zimmernummer 13, einige Fluggesellschaften wie die Lufthansa verzichten in ihren Maschinen auf eine Sitzreihe mit der Nummer 13. Wirklich konsequent ist die Lufthansa dann aber doch nicht: Täglich gibt es den Flug LH 013 von Hamburg nach Frankfurt - auch am Freitag, den 13.

Importierter Aberglaube

Freitag, 13.: ein reiner Kunsttermin.

Doch lange Zeit waren der Freitag und die Zahl 13 in keinerlei Aberglaube miteinander verbunden. Der Ethnologe Gunter Hirschfelder untersuchte, wann die beiden Unglücksraben zusammenkamen: 1869 brachte erstmals ein US-amerikanischer Journalist Kursschwankungen an der Börse mit einem Freitag, den 13., in Verbindung. Und in den 50er-Jahren tauchte der Unglückstag als solcher erstmals in der deutschen Presse auf. Er ist also importiert, ähnlich wie der Valentinstag oder Halloween. Und warum streichen wir solche Daten gerne in unseren Kalendern rot an? Für Hirschfelder ganz einfach: Wir suchen uns neue Kunst-Termine, weil traditionelle Strukturierungen wie Aussaat, Ernte oder das Kirchenjahr heute kaum noch eine Rolle spielen.

Lichtblick: Glückszahl 13 im Judentum

Im Judentum verheißt die 13 übrigens Glück. Nach den jüdischen Phasen des Lebens ist 13 das Alter der Reife oder Verantwortung. Das Buch Exodus schreibt Gott 13 Eigenschaften zu.

Die Todesboten "17" und "4"

Andere Nationen haben andere Unglückszahlen. In Italien und Brasilien ist es beispielsweise die 17. Denn schreibt man die Zahl in römischen Ziffern XVII, kann man sie zum lateinischen Wort VIXI umstellen. Das bedeutet: Ich bin tot. So wurde in Italien nie ein Renault 17 verkauft, stattdessen firmierte das Modell dort als Renault 117. Oder wir übernehmen die Furcht der Japaner und Chinesen vor der Vier. In beiden Sprachen erinnert der Wortlaut der Vier an Tod, im Japanischen auch an ein Leichenhemd - kein gutes Omen.

In Spanien und Lateinamerika ist übrigens nicht Freitag, der 13. ein Unglückstag, sondern Dienstag, der 13. Denn der Freitag, im Spanischen "viernes", eignet sich als Tag der Liebesgöttin Venus nicht zum Unglückstag. Dienstag dagegen heißt im Spanischen "martes" und ist dem Kriegsgott Mars gewidmet. Entsprechend das spanische Sprichwort: "An einem Dienstag, den 13., heirate nicht und schiffe dich nicht ein."

Falscher Freitag

Es war ein schwarzer Tag für die US-Wirtschaft und Auslöser der Weltwirtschaftskrise, ein Freitag, der 13., war er aber nicht. Im Zusammenhang mit dem Crash der New Yorker Börse ist die Rede vom "Schwarzen Freitag". Der Tag fällt aber auf den 25. Oktober 1929. Seinen Anfang genommen hatte der Börsencrash in New York zudem genau genommen schon am 24. Oktober 1929, einem "Schwarzen Donnerstag" also. Bekannt geworden ist trotzdem der "Schwarze Freitag" - auch wegen der Zeitverschiebung und Auswirkungen auf Europa.


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Kommentare

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Norbert Vanscheidt, Freitag, 13.Januar, 09:48 Uhr

6. Freitag, der 13.

Hallo.

Für mich ist das alles Quatsch.
Ob der 13. oder der 17. oder von mir aus der 25. auf einen Freitag oder auf irgend einen anderen Wochentag fällt,
oder ob im Sternbild Mars die Jungfrau einen Stier küsst, oder wie der ganze Blödsinn heißt, ist mir völlig egal.
Aber, wer dran glaubt, der soll es ruhig.
Ich glaube, dass 5 Pfund Rindfleisch eine gute Suppe ergibt. Nur nicht Zuviel Wasser dazu geben.

Hartmut, Freitag, 13.März, 20:28 Uhr

5. Freitag der 13.

Ich bin am Freitag dem 13. geboren und habe an einem Freitag dem 13. geheiratet. Kein Problem damit, bin jetzt 62 Jahre.

Barbara, Freitag, 13.März, 13:53 Uhr

4. Was hat es mit der Zahl Dreizehn auf sich?

Im Jahre 1917 (also mitten im 1. Weltkrieg) ist die Gottesmutter drei Kindern (Luzia, Jazintha und Franzisco) in Fatima in Portugal erschienen, und zwar jeweils am Dreizehnten des Monats (bis Oktober 1917). Sie hat den Kindern die weltgeschichtlichen Ereignisse in drei Geheimnissen mitgeteilt, die sie an den Bischof und Papst mitgeteilt haben. Das 1. Geheimnis betraf den Verlauf des 1. Weltkrieges. Das 2. Geheimnis betraf den 2. Weltkrieg und das 3. Geheimnis ist nach den Worten der Seherin Luzia so grausam, daß man es erst dann verstehen würde, wenn es einträfe: Es sind die Grausamkeiten, die sich derzeit in der Welt abspielen. Da die Gottesmutter immer am 13. des Monats erschienen ist, nennt man diese Tage Fatima-Tage und darum haben die abergläubischen Leute Probleme mit diesem Datum. Die Seherin Lucia ist am 23. März 1907 geboren ist im Februar 2005 gestorben.

Torring, Freitag, 13.März, 12:17 Uhr

3. Freitag der 13.

der schwarze Freitag in Jordanien = vertreibung der Palestinenser nach Libanon

Kommentar von BR.de
Der jordanischen Bürgerkrieg 1970/71, an dessen Ende die Vertreibung der palästinensischen Organisationen aus Jordanien stand, wird auch als "Schwarzer September" bezeichnet, nicht als "Schwarzer Freitag".

Mit freundlichen Grüßen
BR.de Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Dorothee Wosseng, Samstag, 14.September, 08:01 Uhr

2. freitag, der 13.

Es gibt auch Menschen, die am 13. geboren und an einem Freitag, den 13. dreizehn Jahre alt geworden sind. Ich gehöre zu diesen, bin fast 62 Jahre alt und hoffe noch lange an einem Freitag, den 13. älter zu werden, was 2015 der Fall sein wird.